Dortmund und Leipzig patzen – Stieler stark

Dortmund und Leipzig patzen – Stieler stark

16. Januar 2021 0 Von IG Schiedsrichter

(red/ss/fs) In der Bundesliga-Konferenz des 16. Spieltags ließen Dortmund und Leipzig wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft in den Spielen gegen Mainz bzw. Wolfsburg liegen. Reus verschoss dabei einen Strafstoß. Dank zweier späten Treffer kann sich Bremen daheim gegen Augsburg durchsetzen und so drei wichtige Punkte im Abstiegskampf holen. Die Partien zwischen Hoffenheim und Bielefeld, sowie Köln gegen Berlin endeten torlos. 

VfL Wolfsburg – RB Leipzig 2:2

Mit der Spielleitung wurde Tobias Stieler aus Hamburg eingeteilt. Ihm assistierten Christian Gittelmann und Eduard Beitinger. Als Vierter Offizieller fungierte Bastian Dankert. Als VAR beobachteten Tobias Welz und Robert Wessel das Geschehen in der Volkswagen-Arena.

In einem äußerst intensiven Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und RB Leipzig gingen beide Mannschaften sofort zu Sache. Nordi Mukiele nutzte einen Blitzangriff zum 0:1, doch Wout Weghorst schien im Gegenzug bereits für die Wölfe auszugleichen. Schiedsrichter Tobias Stieler erkannte allerdings einen Handkontakt, sodass das 1:1 nicht zählte. Dass Weghorst dies keineswegs absichtlich tat, war unerheblich, da unmittelbar vor dem Tor jeder Kontakt mit der Hand strafbar ist. Leipzig legte also zwar los, wie die Feuerwehr, doch die Gastgeber kämpften sich immer besser ins Spiel, sodass es absolut verdient war, dass Weghorst sich nach einer Flanke schön durchsetzte und zum 1:1 einköpfte. Das Spiel war zwar höchst intensiv, aber auch sehr fair geführt. So grätschte beispielsweise Maxence Lacroix im eigenen Strafraum hart gegen Amadou Haidara, der liegenblieb. Zu Recht ging es allerdings nur mit Eckball weiter. Leipzig-Coach Julian Nagelsmann konnte es nicht gefallen, dass seine Mannschaft das Komando  zusehends verlor und Wolfsburg auch noch zum Toreschießen einlud: Marcel Sabitzer verlor den Ball völlig unnötig an Yannick Gerhardt, der, obwohl er noch gefoult wurde, an Renato Steffen weitergeben konnte, welcher dann abzog. Der von Willi Orban noch abgefälschte Ball fand dann gar den Weg zur Wolfsburger Führung ins Netz. Gute Vorteilsauslegung von Tobias Stieler! Der zeigte dann kurz vor der Pause die erste gelbe Karte, als Mukiele Paolo Otavio rustikal über die Klinge springen ließ. Richtige Entscheidung!

Das gleiche Duell gab es kurz nach der Pause gleich nochmal, hier aber mit Schmerzen für Mukiele und der Karte für Otavio. Auch hier war die gelbe Karte für das Fußfoul die angemessene Sanktion. Schnell folgte auch die nächste gelbe Karte für Kevin Mbabu, der Angeliño in die Einwurfausführung sprang. Besagter Mbabu langte kurz darauf wieder hin, was Leipzig eine gute Freistoßmöglichkeit brachte: Der Ball flog in den Strafraum und Orban setzte sich sicher grenzwertig, aber gewiss nicht über die Maßen hart gegen Gerhardt durch und stocherte den Ball wenig später zum 2:2 ins Tor. Wolfsburg reklamierte ein Foulspiel, aber auf diesem Niveau führt es einfach nicht zwingend zum Pfiff, wenn im Kopfballduell die Hände dran sind! Während des folgenden Wolfsburger Angriffs blieb Weghorst nach Auffahrunfall im Duell mit Sabitzer liegen und hatte die Schmerzen offenbar nicht vergessen. Wenig später unterlief der Wölfe-Angreifer Sabitzer mit Intensität und voller Absicht im Mittelfeld und löste ein kleines Rudel aus! Tobias Stieler war allerdings schnell zur Stelle und zeigte Weghorst die gelbe Karte. Sehr schwere Phase für Stieler, die er aber gut bewältigte! Leipzig schien, das Kommando wieder an sich zu reissen und erspielte sich einige Chancen.
Einen Konter der Hausherren beendete dann Kevin Kampl mit einem beherzten Griff gegen Yannick Gerhardt, was ihm allerdings die Verwarnung einbrachte. Ein beherztes „das kann regeltechnisch nicht möglich sein“ von Wölfe-Coach Oliver Glasner hallte durchs Stadion, als es den Freistoß für Leipzig gab, als Christopher Nkunku von Maxence Lacroix abgeräumt wurde, der Ball zum Leipziger Mitspieler weiterlief und Assistent Eduard Beitinger dann aber Abseits signalisierte. Allerdings hatte Glasner damit nicht Recht, da das Foul vor der strafbaren Abseitsposition geschah und deshalb das erste Vergehen bewertet werden muss! Die gelbe Karte erhielt Lacroix für sein Einsteigen auch noch. Die mittlerweile siebte Verwarnung des Spiels holte sich Angeliño, als er Mbabu unbeholfen und ohne Chance auf den Ball in die Hacken fiel. Spielerisch passierte nichts entscheidendes mehr, sodass sich die Teams mit einem gerechten 2:2 Remis trennten.

Fazit: Schiedsrichter Tobias Stieler hatte in einem harten Spiel phasenweise Schwerstarbeit zu verrichten und zeigte eine starke Leistung! Alle Verwarnungen waren korrekt und die wichtigen Szenen wurden richtig bewertet.

Borussia Dortmund – Mainz 05 1:1 (SR: Sven Jablonski)

In der 2. Minute gab es bereits den ersten Einsatz des VARs, denn beim vermeintlichen frühen Führungstreffer des BVBs durch Erling Haaland stand Meunier bei der Vorarbeit über die rechte Seite knapp im Abseits. VAR Harm Osmers meldete sich und nach guten 2 Minuten Überprüfung in Köln nahm Schiedsrichter Jablonski den Treffer zurück. Vollkommend korrekte Entscheidung!

Nach der Pause wurde Sascha Thielert als SRA 2 ersetzt vom ursprünglichen Vierten Offiziellen Dr. Martin Thomsen. Thielert hatte wohl muskuläre Probleme und übernahm in der zweiten Halbzeit die Rollen des Vierten Offiziellen. Gute Besserung!

In der 57. Minute gingen die Gäste aus Mainz tatsächlich durch Öztunali in Führung. Der Mainzer schloss auf Vorarbeit von Latza ins linke obere Eck ab. Bürki war noch dran, konnte aber das Gegentor nicht verhindern.

Nach 73 Minuten glich der BVB durch Meunier aus, nachdem Moukoko sich klasse im Strafraum gegen Niakhate durchsetzen konnte.

Eine Minute später gab es dann Elfmeter für den BVB! Jablonski zeigte auf den Punkt, nachdem Hack Meunier im eigenen Strafraum zu Fall brachte. Der Mainzer touchierte dabei leicht den Ball. Trotzdem kann hier aufgrund des harten Einsteigens auf Strafstoß entschieden werden. Der VAR meldete sich auch nicht, sodass Reus zum Elfmeter antrat und links daneben schoss! Zentner war schon im rechten Eck. Für uns ist diese Art Ballspielen keine Rechtfertigung das er den da so umhaut. Denn den Ball richtig gespielt hat er ja nicht, er hat ihn zufällig touchiert. Gibt auch Foulspiele wo der Ball vorher gespielt wird aber trotzdem Foulspiele sind.

TSG 1899 Hoffenheim – Arminia Bielefeld 0:0 (SR: Marco Fritz)

In dieser Partie ereigneten sich keine strittigen Szenen.

1. FC Köln – Hertha BSC Berlin 0:0 (SR: Frank Willenborg)

In der 81. Minute wollten die Herthaner Handspiel, nachdem der Ball im Kölner Strafraum an den Arm von Bornauws gesprungen war. Der Arm geht hierbei zum Ball, allerdings muss beachtet werden, dass der Ball direkt vom Fuß des Mitspielers Cestics abspringt und damit sehr unerwartet kam. Somit liegt laut Regel 12 kein strafbares Handspiel vor! Sehr gut bewertet von Frank Willenborg.

„Abgesehen von den genannten Vergehen liegt in folgenden Situationen, in denen der Ball an die Hand/den Arm eines Spielers spring, kein Vergehen vor: […] – Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschliesslich des Fusses) eines Spielers an die Hand/den Arm eines anderen, nahestehenden Spielers.“

Werder Bremen – FC Augsburg 2:0 (SR: Sascha Stegemann)

In der 13. Minute gab es Proteste der Bremer, denn sie forderten einen Elfmeter, nachdem Toprak im Augsburger Strafraum nach einem Kontakt am Knöchel zu Boden gegangen war. Hier spielte allerdings der Augsburger Oxford erst den Ball, bevor er den Bremer Spieler im Getümmel unglücklich am Knöchel traf. Stegemann ließ vollkommend korrekt weiterspielen.

In der 88. Minute gab beim zweiten Treffer für Werder Bremen Diskussionen, da der Ball im Vorfeld bei den Trainerbanken womöglich im Seitenaus war. Diesen Verdacht konnte aber der VAR nicht bestätigen, somit zählte der Treffer. Auch die im TV gezeigten Bilder geben nicht her, dass der Ball mit vollem Umfang hinter der Linie war.

Von: Felix Stark und Simon Schmidt

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