Einordnung der DFB-Schiedsrichter-Kommission

Einordnung der DFB-Schiedsrichter-Kommission

22. Dezember 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Wie in jeder Schiedsrichter-Zeitung sind auch in der neuen Ausgabe einige Szenen aus dem Profibereich, auf die die Schiedsrichter-Kommission im Detail einging, beschrieben. Wir haben die sieben Szenen zusammengefasst.

1. FC Bayern München – 1. FC Köln; Bundesliga, 5. Spieltag
Bayerns Philippe Coutinho drang in den Kölner Strafraum ein und wurde etwa acht Meter vor dem Tor durch einen Stoß in den Rücken zu Fall gebracht. Kingsley Ehizibue vereitelte hier eine klare Torchance mit einem Foul ohne Ballorientierung. Vor ein paar Jahren wurde die „Dreifachbestrafung“ abgeschafft. So werden ballorientierte Vergehen als letzter Mann nur noch mit Gelb bestraft. Da hier jedoch alles nur nicht der Ball im Spiel war, war der Platzverweis von Schiedsrichter Patrick Ittrich die richtige Entscheidung! (TV-Bilder ab 3:05)

2. SV Meppen – 1. FC Kaiserslautern; 3. Liga, 8. Spieltag
Lauterns Torwart konnte einen Schuss gerade noch so abwehren, jedoch sprang der Ball wieder direkt vor die Füße des Meppener Stürmer. Torwart Lennard Grill versuchte sich direkt wieder aufzurappeln und sprang total übermotiviert in Richtung Ball. Dabei rannte er Meppens Stürmer um und Schiedsrichter Tobias Fritsch zeigte sofort auf den Punkt. Auch das ist die richtige Entscheidung. Hier liegt ein klares Foul vor. Grill kam ein paar Sekunden zu spät, sodass der Stürmer deutlich zuerst am Ball war und diesen auch spielte (TV-Bilder ab 2.17 Minute).

3. 1. FC Magdeburg – MSV Duisburg; 3. Liga, 8. Spieltag
Kurz vor Spielende „sprang“ Magdeburgs Dominik Ernst mit sehr hohem Tempo in Duisburgs Moritz Stoppelkamp hinein. Er traf ihn mit der offenen Sohle am linken Bein und hatte hier keine Chance, den Ball zu spielen.
Schiedsrichter Jonas Weickenmeier zögerte keine Sekunde und gab sofort Gelb, was aus Sicht der Schirikommission leider eine Fehlentscheidung ist. Hier wurde grob fahrlässig die Gesundheit gefährdet und alle Kriterien sprechen für einen Platzverweis. Hier wäre es besser gewesen als Schiedsrichter kurz zu warten und die Meinung des Assistenten einzuholen, der eine bessere Sicht auf die Szene hatte (TV-Bilder ab 2:51 Minute).

4. 1. FSV Mainz 05 – VfL Wolfsburg; Bundesliga, 6. Spieltag
Dr. Felix Brych hatte hier gar keine andere Wahl, als Mainz-Trainer Sandro Schwarz mit Gelb/Rot in den Innenraum zu verweisen. Zunächst betrat dieser unerlaubt das Spielfeld, was die erste gelbe Karte rechtfertigte und reklamierte danach noch in respektloser Art und Weise, was die zweite gelbe Karte nach sich zog. Am Ende des Tages sind beide Karten seit Beginn der neuen Saison Pflicht. Es ging nicht darum, Trainern Karten zu zeigen, sondern lediglich darum, dass sich auch diese, genau wie die Spieler respektvoll verhalten sollen. Es sagt keiner etwas, wenn man mal reklamiert, aber dann sollte es in einer angemessenen Art sein (TV-Bilder ab 3:49 Minute).

5. SC Verl – Holstein Kiel; DFB-Pokal, 2. Runde
In der zweiten Runde des DFB-Pokal setzte Kiels Salih Özcan im Strafraum seinen Ellenbogen gegen Frederik Lach ein und drückte ihm diesen ins Gesicht. Hier liegt ein rücksichtsloser Einsatz des Ellenbogen vor, was einen Strafstoß sowie eine Verwarnung nach sich ziehen müsste. Schiedsrichter Christof Günsch hat diese Situation nicht richtig wahrgenommen und entschied so zu unrecht auf weiterspielen (TV-Bilder ab 0:34 Minute).

6. FC Schalke 04 – Fortuna Düsseldorf; Bundesliga, 11. Spieltag
Natürlich fehlt nun noch eine Situation zum Thema Handspiel. Nach einer Ecke der Fortuna köpfte Kasim Adams den Ball in Richtung Tor. Dort hatte Weston McKennie den Arm viel zu hoch und über der Schulter, was nach neuer Regel ein strafbares Handspiel darstellte. Schiedsrichter Robert Hartmann sah das erst nicht so und wurde zurecht vom Video-Assistenten darauf hingewiesen, sich die Szene selbst nochmal anzuschauen. Am Ende gab es dann zurecht Strafstoß für Düsseldorf (TV-Bilder ab 1:46 Minute).

7. VfL Wolfsburg – SC Paderborn 07; Bundesliga, 3. Spieltag
Wolfsburgs Maximilian Arnold schoß den Ball in Richtung Tor als sich Mohamed Dröger in die Schussbahn stellte und den Ball mit dem Arm abwehrte. Doch war das ein strafbares Handspiel? Nein! Der Arm ist hier sehr nah am Körper und vergrößerte die Körperfläche nicht. Es ist eine natürliche Körperhaltung, denn näher kann man den Arm fast nicht an den Körper nehmen. Korrekte Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Schlager hier weiterspielen zu lassen (TV-Bilder ab 4:27 Minute).

Die Schiedsrichter-Zeitung 1/2020 ist online

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