Entschlossene Italiener besiegen Belgien – Schiedsrichter Vincic mit unpassender Linie

Entschlossene Italiener besiegen Belgien – Schiedsrichter Vincic mit unpassender Linie

2. Juli 2021 1 Von IG Schiedsrichter

Abgezockt Italiener ziehen ins Halbfinale ein. Mit einem knappen 2:1-Erfolg besiegten die „Azzuri“ stark kämpfende Belgier. Ein strittiger Strafstoß bringt Belgien zurück, doch zu mehr reicht es am Ende nicht.

Das Spiel begann direkt sehr druckvoll durch die Belgier. Nach nicht mal einer Minute hatte Romelu Lukaku die Chance zum 1:0. Doch Donnarumma im Tor der Italiener war zur Stelle und hatte keine Probleme mit dem Schuss.
Insgesamt war die Anfangsphase geprägt von konzentriertem Abtasten der Teams.

Schiedsrichter Slavko Vincic hatte nicht viel zu tun. Insgesamt drei Freistöße gab es in der ersten 13 Minuten.
Der dritte Freistoß landete plötzlich im Netz der Belgier. Lorenzo Insigne trat den Freistoß in den Strafraum der Belgier. Der Ball flog ganz merkwürdig durch alle hindurch, sodass am zweiten Pfosten Federico Chiessa den Ball unglücklich ans Knie bekam und nun eine neue Spielsituation entstand. Aufgrund dessen stand Leonardo Bonucci, als er den Ball ins Tor schoss, anschließend im strafbaren Abseits, sodass Videoassistent Bastian Dankert den entscheidenden Hinweis geben musste. Slavko Vincic nahm das Tor anschließend vollkommen zurecht zurück.

Aufgrund eines taktischen Trikotziehen von Marco Verratti, durch dass er einen aussichtsreichen Konter unterband, gab es nach 20 Minuten die erste gelbe Karte. Youri Tielemanns, der von Verratti gehalten wurde, ließ sich nichtmal eine Minute später zu einem kleinen Revanche Foul hinreisen. Auch er sah, aufgrund eines harten Einsteigens, die gelbe Karte.

Das Spiel war nun richtig heiß. Immer mehr Abschlüsse flogen in Richtung beider Tore. So musste Italiens Schlussmann Donnarumma einen sehr platzierten Schuss von Kevin De Bruyne aus den Eck rauskratzen. Immer mehr lief über Belgiens Spielmacher, doch die entscheidenden Momente wollte er dann selbst vollenden.

Es gab auf beiden Seiten kaum Zeit zum durchatmen, jeder Ballverlust leitete direkt die Chance für den Gegner ein. So war es nach 27 Minuten Lorenzo Insigne, der einen Fehler der Belgier fast bestrafte. Der Ball flog nur wenige Zentimeter über das belgische Tor.

In der 31 Minute war es dann soweit. Italien führte! Wieder ging das Tor einen Ballverlust voraus, diesmal vollendete Nicolo Barella. Belgien gewann den Ball im eigenen Strafraum, verlor ihn durch extremes Pressing der Italiener promt wieder. Barella spielte am Ende zwei Verteidiger aus und vollendete mit einem platzierten Schuss ins linke Eck.

WAS FÜR EIN TOR! Lorenzo Insigne erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0. Auf der linken Seite erobert der Italiener den Ball und dribbelte sich an dem Strafraum vor. Aus leicht links versetzter Position schlenzte Insigne den Ball dann ins rechte Eck. Traumtor.

In der Nachspielzeit gab es dann plötzlich Elfmeter für Belgien. Da hatten die „roten Teufel“ ganz ganz viel Dusel. Denn viel „Foul“ lag da nicht vor. Jeremy Doku drang über links in den Strafraum ein und fiel plötzlich. Vincic zögerte kurz und zeigte dann auf den Punkt.
Giovanni Di Lorenzo berührte den Belgier ganz leicht am rechten Bein. Doch dieser Kontakt darf normal nicht für ein Strafstoß reichen. Doch jetzt ist das Problem, dass Vincic den Kontakt wahrnahm und es ihm genügte. Somit ist es für Bastian Dankert als Video-Assistent unmöglich, diese Entscheidung zu revidieren. Vincic hat die Wahrnehmung und diese stimmte mit den Bildern überein. Ob der Kontakt ausreichte, dass hat der VAR nicht zu beurteilen. Somit ist es eine Tatsachenentscheidung, die es zu akzeptieren gilt. Mit dieser Eingriffsschwelle stärkt man auch die Position des Schiedsrichters auf dem Feld.

Gräfe: „Die Entscheidung ist für mich zu hart. Das ist Körpereinsatz. Unten gibt es keinen Treffer, was die Situation verändert hätte. Oben ist es sicherlich ein bisschen mit den Armen oder der Schulter. Mit dem linken Arm schiebt er ihn ein bisschen weg, aber das reicht für mich nicht für einen Strafstoß. Das wird bestehen, aber es wird bestehen leiben, weil der Kontakt da ist, weshalb er nicht korrigiert wird. Aber für mich zu hart.“

Belgiens Stürmer Nummer 1 Romelu Lukaku nahm sich der Sache an und verwandelte sicher in der Mitte. Anschließend war direkt Schluss und es ging mit einer 2:1-Führung der Italiener in die Pause.

In der gezeigten zweiten Hälfte zeigte Vincic etwas Schwäche bei einer Szene. Jeremy Doku lief mit dem Ball auf Höhe der Mittellinie als er plötzlich zu Fall kam. Einem Freistoß gab es nicht, jedoch den Einwurf für Belgien. Dachten zumindest alle, eben plötzlich entschied sich Vincic um und gab Italien den Ball. Wohl auf Hinweis des vierten Offiziellen Fernando Rapallini. Diese Entscheidung war korrekt, jedoch lag davor ein Foul vor. Hier hätte es den Freistoß für Belgien geben müssen.

Dann auf einmal die 100%ige Chance zum 2:2 für Lukaku. Einen Querpass von Kevin De Bruyne wurde perfekt nach rechts gespielt, sodass Lukaku den Ball nur noch ins leere Tor drücken musste. Doch plötzlich tauchte Italiens Linksverteidiger Leonardo Spinnszola auf und wehrte den Ball mit seinem Bein noch gerade so ab. Unglaublich! Italien feiert die Szene als hätten sie gerade die EM gewonnen. Unfassbare Szenen in München.

Eine weitere unglückliche Entscheidung kurz vor Ende der Partie. An der Mittellinie kommt es zum Zweikampf zwischen Bellotti und Axel Witsel. Witsel schlägt den Arm unglücklich ins Gesicht des Italieners. Das hätte zwingen Freistoß und gelb geben müssen.

Fazit: Slavko Vincic erlebte ein unfassbar starkes Fußballspiel in der Münchner Allianz Arena. Die Szene des Tages die er bewerten musste war definitiv der Strafstoß vor der Pause. Der Kontakt ist am Ende zu wenig um mit der Entscheidung mitzugehen. Doch die UEFA schützt hier die Schiedsrichter mit der sehr geringen Eingriffsschwelle durch den Videobeweis. Der Kontakt lag nunmal vor, so wie er bewertet wurde, dadurch konnte Bastian Dankert in Nyon nicht eingreifen. Bei den Zweikämpfen hatte Vincic insgesamt eine sehr großzügige Linie die dem Spiel an sich hätte gut tun könne. Doch dadurch geriet immer wieder Unruhe auf, die viel Hektik reinbrachte.
Das Auftreten war an sich heute sehr überschaubar. Immer wieder wurden seltsame Entscheidungen gefallen. Häufig entschied Vincic erst auf Anraten des Assistenten oder sogar vierten Offiziellen. Es wurde keinerlei einstimmige Linie gefunden, immer wieder wurden Situationen unterschiedlich bewertet.
Leider konnte der Slovene nicht an seien zuletzt starken Leistungen anknüpfen.

Italien spielt somit am Dienstag gegen Spanien um dem Einzug ins Finale.

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