Historisch: Erster Videobeweis bei der Frauen-WM

Historisch: Erster Videobeweis bei der Frauen-WM

7. Juni 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Das Eröffnungsspiel der Frauen-Weltmeisterschaft gewannen Französinnen mit 4:0 dank einer starken ersten Hälfte. Dabei war zu Turnierbeginn gleich der Video-Assistent voll auf der Höhe.

Von Beginn an übernahmen die gastgebenden Damen die Initiative und dominierten das Geschehen auf dem Rasen. Die Asiatinnen standen nur in der eigenen Hälfte und haben defensiv viel zu tun. So war es nur eine Frage der Zeit bis die Französinnen in Führung gingen. Amandine Henry schnappte sich die Lederkugel im rechten Halbfeld und gab sofort Vollgas. Dynamisch zog sie in die gegnerische Gefahrenzone ein und spielte sieben Meter vor dem Tor zentral vor die Kiste. Eugénie Le Sommer nagelte das Ding mit rechts unter die Latte. Neben ihr wären auch zwei andere Französinnen frei gewesen. Da hatte Südkorea nicht gut verteidigt und sich überrumpeln lassen (9.). Das 1:0 durch Eugénie Le Sommer ist das bisher schnellste Tor der Frauen-WM-Geschichte.

Infolge einer Weltklasse-Annahme von Delphine Cascarino am rechten Strafraumeck spang der Französin der Ball an den Arm, weshalb es mit Freistoß für den Außenseiter weiterging. Dann lief Griedge Mbock Bathy Geum-min Lee noch vor dem Sechzehner regelkonform ab. Die Schiedsrichterin ließ von daher korrekt weiterlaufen.

Der erste Videobeweis der Frauen-WM!

Stark! Nach einer kurzen Eckvariante flankte Amandine Henry von links an den Elfmeterpunkt. Wendie Renard legte per Kopf quer und Griedge Mbock Bathy wuchtete das Leder aus Seitenlage mit rechts in die kurze Ecke. Oder zählte der Treffer doch nicht? Der Video-Assistent war hinter den Kulissen gefragt und schaute nach. Griedge Mbock Bathys vermeintlicher Treffer zum 2:0 war am Ende doch keiner. Beim Kopfball von Wendie Renard stand die Nummer 19 der Gastgeberinnen einen halben Fuß im Abseits. Da haben die Videoassistentinnen einen hervorragenden Job gemacht! Plötzlich war es ziemlich still im Stadion und die Zuschauer diskutierten, ob die Aberkennung des 2:0 denn seine Richtigkeit hat. Objektiv war die Entscheidung der Unparteiischen absolut korrekt gewesen. Griedge Mbock Bathy hatte beim Zuspiel von Wendie Renard hauchzart im Abseits gestanden. Nachdem der Videoassistent die kalibrierten Linien angelegt hatte, wurde korrekterweise auf Abseitstor entschieden. Leider hat der Videobeweis mit fast 3 Minuten etwas zu lange gedauert, aber Genauigkeit geht vor Schnelligkeit! Die Video-Assistenten waren im Turnier gleich voll da. Die Fußball-Romantiker, werden jetzt auf den Video-Assistenten meckern, aber nur, wegen des sehr sehenswerten Tors.

Doppelpack der Innenverteidigerin

Zunächst schlenzte Gaëtane Thiney einen Eckball von der rechten Seite butterweich an den zweiten Pfosten. Innenverteidigerin Wendie Renard rauschte von hinten heran, nutzt ihre Größenvorteile und nickte die Murmel aus sechs Metern unhaltbar für Min-Jeong Kim ein. In der Nachspielzeit stellte Sie dann die Weichen für die Franzosen auf Sieg: Ecke, Kopfball, Tor – die zweite! Diesmal brachtet Amel Majri das Spielgerät von links rein. Wendie Renard war knapp sieben Meter vor dem Kasten zu unbewacht und köpfte halbhoch ins lange Eck zum deutlichen 3:0! So einfach kann Fußball sein.

Frankreichs 3:0 zur Pause war hochverdient. Die Blauen kamen auf knapp 59 Prozent Ballbesitz und 15:0 Torschüsse. Insgesamt haben sie das Duell unter Kontrolle und könnten schon längst höher in Führung liegen. Südkorea lief der Entwicklung komplett hinterher, ist hinten eingemauert und fand kein Mittel gegen spielerisch weit überlegene „Les Bleus“.

In der 60. Minute erkannte Assistentin Monica Amboya, nach dem sie einen Tick wartete, auf Abseits. Das war in dem Fall sogar eine Fehlentscheidung, da die Verteidigerin etwas näher zur Torlinie stand. Hatte aber keine Folge, sodass es am Ende wohl keinen mehr interessiert.

Zum vierten Mal durften die Gastgeberinnen ihr Tänzchen aufführen und feiern. Amandine Henry konnte von der Strafraumkante unbedrängt abziehen und platzierte das Spielgerät unerreichbar in den gegnerischen Maschen.

Fazit: Das Schiedsrichtergespann um Claudia Umpierrez aus Uruguay hatten mit diesem leicht bis normal zu leitenden Eröffnungsspiel keine Probleme und kam ohne Verwarnung aus. Bis zum Schluss blieb sie ihrer kleinlichen Linie treu Den sehr sehenswerten Treffer nach Videobeweis abzuerkennen, war korrekt. In Sachen Zweikampfbewertung war Sie allerdings nicht immer gleichbleibend. Ich komme hier auf eine Benotung mit leichten Abzug auf eine 8,3.



Share This: