Gewalt gegen Schiedsrichter: DFB stellt sich

Gewalt gegen Schiedsrichter: DFB stellt sich

23. Juni 2019 2 Von IG Schiedsrichter

Gefühlt hört man täglich von einem Fall wo der Schiedsrichter verbal oder körperlich angegriffen wurde. Zuletzt geriet das Problem bundesweit in die Schlagzeilen. Bei den Unparteiischen im Kreis 12 (Gelsenkirchen, Gladbeck, Kirchhellen) ist das Thema Nr. 1.

„Das ist doch klar, dass wir uns über diese Vorfälle unterhalten“, so Ulrich Sabellek, Sprecher der hiesigen Schiedsrichter-Vereinigung, auf Anfrage.

Dass die Hauptübertäter von der Spruchkammer des Fußballkreises Moers lange aus dem Verkehr gezogen wurden – ein Spieler des Duishurger Klubs TuS Asterlagen wurde für fünf Jahre für Tätigkeiten im Fußballsport gesperrt, ein Funktionär des Klub sogar sieben Jahre. Sabellek begrüßte das Urteil: „„Nur mit drastischen Strafen erreicht man eine abschreckende Wirkung.

Der Vorfall dort geriet bundesweit in die Schlagzeilen. Von fast jeder Medienanstalt wurde es aufgegriffen und davon berichtet, sogar im Ausland. Daher kann der Deutsche Fußball-Bund nicht an der Sache vorbeigehen und bangt um die Zukunft des Amateurfussballs.

Wir verfolgen diese Entwicklung in den unteren Klassen mit großer Sorge. Es geht um den Schutz der Schiedsrichter, die einige offenbar als Freiwild empfinden“ , sagte Peter Frymuth, der Vize-Präsident des DFB. „Dieser Vorfall sollte alle sensibilisiert haben, sich nun endlich gegen diese Entwicklung zu stellen. Schiedsrichter sind nicht der Gegner. Sie verdienen Respekt. Wenn wir darauf keine Antwort finden, wird es schwierig den Spielbetrieb in allen Bereichen aufrechtzuhalten. Es werden sich dann schlicht keine Schiedsrichter mehr finden„, so Freymuth.

In der kommenden Mittwochs Ausgabe der „SPORT-BILD“ stellt sich der DFB in einem dreiseitigen Bericht dem Thema „Gewalt gegen Schiedsrichter“. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich bei den Entscheidungsträgern im Verband dadurch die Sichtweise auf dieses Thema ändert und die Dringlichkeit für an der Basis erkennbare Maßnahmen erkannt wird.

Es bringt nichts, wenn der Verband sagt, dass das Thema von der Basis und den Vereinen angegangen werden muss und die Basis wartet, dass sich der Verband klar positioniert und den Lippenbekenntnissen auch endlich Taten folgen läßt. Die Gewalt gegen Schiedsrichter muss parallel von allen Seiten angegangen werden. Ein deutliches (und nicht nur verbales) Signal hierzu aus Frankfurt sollte erfolgen.

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