Gladbach und BVB  mit großartigem Offensiv-Spektakel: Fohlen am Ende obenauf!

Gladbach und BVB mit großartigem Offensiv-Spektakel: Fohlen am Ende obenauf!

22. Januar 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Was für ein großartiges Borussen-Duell! Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund lieferten sich am 18. Bundesliga-Spieltag ein wahres Offensivspektakel, dass die Fohlen am Ende verdient mit 4:2 gewannen.

Mit der Regeldurchsetzung des Kräftemessens wurde Altmeister Manuel Gräfe an den Niederrhein geschickt. bei seinem 281. Bundesligaspiel unterstützten ihn seine Assistenten Guido Kleve und Markus Sinn, sowie der vierte Offizielle Sören Storks. Als Video-Assistent fungierte Tobias Welz.

Von: Felix Stark

Manuel Gräfe hat in seiner langen Karriere einen solchen Start sicher auch noch nicht erlebt. Das Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund war gerade einmal 40 Sekunden alt, als Jonas Hofmann Jude Bellingham hart bearbeitete und zu Florian Neuhaus weitergab, der zum vermeintlichen 1:0 einschob. Allerdings hatte Hofmann bei der Balleroberung beide Hände im Rücken von Bellingham, was VAR Tobias Welz auf den Plan rief. Nach Ansicht der Bilder nahm Gräfe dann den Treffer dann zu Recht zurück. Natürlich kommt mal wieder die Frage der Anwendbarkeit auf, aber nach seiner Gestik zu beurteilen, entgingen Gräfe wohl die auf dem Rücken platzierten Hände, mit denen Hofmann seinen Gegner einen deutlichen Schubser mitgab. Die Hände sind also ein wesentliches Detail der Bewertung, weshalb der Eingriff des VAR zu Recht folgte.

Was von Gladbach folgte, waren größtenteils recht überzogene Proteste. Nach einem Foulspiel tat sich dabei Lars Stindl hervor, den Gräfe auch eindringlich auf sein Verhalten hingewiesen werden musste. Das ist dann einfach zu viel, vor allem, da Coach Marco Rose Minuten später immer noch massives Mitteilungsbedürfnis hatte und beruhigt werden musste. Stark, sich hier nicht aus der Ruhe bringen zu lassen!

Die unsortierte Dortmunder Abwehr nutzte Gladbach dann wenig später aber trotzdem, als Nico Elvedi per Kopf zum 1:0 traf. Nun musste geklärt werden, ob er dabei im Abseits stand. In der extrem knappen Situation ließ Assistent Guido Kleve die Fahne unten und so setzte sich VAR Welz dran. Klar geht Sicherheit vor Schnelligkeit, aber hier dauerte die Überprüfung zu lange. Am Ende stand aber die richtige Entscheidung und das Tor zählte.
Das erste härtere Foul leistete sich Lars Stindl, als er recht rüde gegen Marco Reus einstieg und gerade noch mit einer Ermahnung davonkam.

Die heimische Borussia gab dann die Kontrolle der Partie ab: Jadon Sancho nutzte den Raum und steckte perfekt zu Erling Haaland durch, welcher zum 1:1 traf. Kurz darauf wäre Dortmund fast in Führung gegangen, als Lars Stindl einen Versuch von Emre Can per Kopf von der Linie kratzte. Allerdings war es trotzdem bald soweit, da Dortmund erneut mit einer Co-Produktion Sancho-Haaland erfolgreich war, welche der norwegische Torjäger zum 1:2 vollendete. Lange hielt die Führung allerdings nicht bestand, da Dortmund erneut einen Standard nicht verteidigen konnte und Elvedi so zum 2:2 treffen konnte.  Ein paar Probleme schlichen sich bei Gräfe in der Folge bei der Bewertung von Abstoß/Eckstoß ein. Etwas verwirrend war es zudem, dass vom vierten Offiziellen Sören Storks keine Nachspielzeit angezeigt wurde und somit keiner wusste, wie lange gespielt werden würde.

Nach der Pause war dann wieder Borussia Mönchengladbach am Zug und ging durch Ramy Bensebaini mit 3:2 in Führung. Dortmund intensivierte in der Folge die Angriffsbemühungen etwas, aber kam nur selten vor das Tor von Yann Sommer. Die Zweikämpfe wurden auch etwas härter und Bellingham, sowie Breel Embolo wandelten an der Grenze zur Verwarnung, doch Gräfe regelte die Angelegenheiten mündlich. Die extreme Standardschwäche der Dortmunder setzte sich in der Schlussphase fort: Der nach seiner Rot-Sperre zurückgekehrte Marcus Thuram durfte nach einer Ecke recht unbedrängt einköpfen und erhöhte zum 4:2. Kurz vor Ende des Spiels ließ sich Christoph Kramer mit einem Freistoß extrem lange Zeit, um dann dem Mitspieler zu überlassen. Dafür gab es dann doch noch eine gelbe Karte. Nach 4 Minuten Nachspielzeit war das unterhaltsame Spiel beendet und Borussia Möchengladbach siegte 4:2.

Fazit: Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte mit dem fairen Spiel keine Probleme. Er war vor allem in der turbulenten Anfangsphase gefordert und kommunizierte die korrekten, aber sehr knappen Entscheidungen mit starker Persönlichkeit.

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