Gräfe legt gegen den DFB nach

Gräfe legt gegen den DFB nach

1. Mai 2022 1 Von Reiner Kuhn

Manuel Gräfe äußerte sich wieder einmal kritisch über den DFB und das Schiedsrichterwesen und räumte mit einem „Märchen“ auf.

Der ehemalige Bundesliga-Referee Manuel Gräfe aus Berlin hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass seine wiederholte Kritik am Deutschen Fußball-Bund an der Chefetage der DFB-Schiedsrichterkommission eigennützige Gründe hatte.

„Die Sache mit der persönlichen Abrechnung ist ein Märchen. Es ist der plumpe Versuch, Kritik zu verharmlosen, um sich nicht mit ihr auseinandersetzen zu müssen“

sagte Gräfe am Sonntag im „Doppelpass“ auf sport1.

„Viele Spieler, Trainer und Fans sehen Woche für Woche, dass es nicht gut läuft. Aber man will lieber weiter mauscheln. Es ist arrogant und überheblich, diese Kritik so abzubügeln.“

Zuletzt hatte Schiedsrichterchef Lutz-Michael Fröhlich erklärt, dass er kein Verständnis für Gräfes Kritik habe.

„Weniger konstruktiv schätzen wir die Form ein, wie ein ehemaliger Schiedsrichter die aktuelle Diskussion nutzt, um sich mit seiner persönlichen Meinung öffentlich einzuschalten“,

so Fröhlich.

Manuel Gräfe war nach der vergangenen Saison wegen Erreichen der Altersgrenze aus dem Kreis der DFB-Schiedsrichter ausgeschieden. Damals klagte er wegen Altersdiskriminierung  und ist seit dem der schärfste Kritiker des größten Fußball-Verbandes.

VAR schadet Bundesliga und nervt

Zudem erneuerte er seine harsche Kritik an die Kollegen, die Schiedsrichterführung und den Videobeweis.

„Die Schiedsrichter-Leistungen haben sich offensichtlich nicht verbessert“

monierte der 48-Jährige.

„Wir doktern an den Symptomen herum, aber nicht an der Ursache. Den Deckmantel des Schweigens darüber zu hüllen, macht die Sache aber nicht besser.“

In erster Linie missfällt Gräfe der Einsatz des Video-Assistenten. Wie auch schon vor einer Woche, als mehrere Fehlentscheidungen zu Diskussionen und Wirbel gesorgt hatten, erneuerte Gräfe seine Kritik am Videobeweis.

„Das ist für mich arrogant“

Ins gleiche Horn stieß Sport1-Experte Stefan Effenberg.

Der ehemalige Profi ist ebenfalls nicht gut auf den Videobeweis zu sprechen.

„Was mich aufregt ist, dass Schiedsrichter manchmal den Videobeweis nicht gebrauchen und sich die Szene am Bildschirm nicht mal anschauen, obwohl sie ihn nutzen könnten. Das ist für mich ignorant.“

Dem pflichtete Gräfe bei:

„Der VAR funktioniert nach fünf Jahren noch immer nicht. Es schadet mittlerweile der Bundesliga und nervt“

urteilte Gräfe.

Man müsse grundsätzlich mal entscheiden:

„Ist es ein Stilmittel für die Spielleitung, oder soll er nur für die krassesten Situationen her? Da fehlt die Philosophie. Es gib einfach zu viele Dinge, die in der Theorie schon so weit auseinanderliegen wie beim Handspiel. Wie soll das dann in der Praxis gehen?“

Was meint ihr dazu? 

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