Fairplay: Ist die Grüne Karte sinnvoll?

Fairplay: Ist die Grüne Karte sinnvoll?

21. August 2019 1 Von Domenique Zippenfennig

Zu einem Fußballspiel gehört ein schnelles Spiel mit hohem Tempo, schönen Pässen, packenden Zweikämpfen und vielen Torraumsituationen. Allerdings schlichen sich in den letzten Jahren viele Angewohnheiten ein, die den Grundgedanken des Fußballs ins ad absurdum führen.

Im Januar 2016 wurde in der italienischen Serie B die Grüne Karte zur Förderung der Fairness auf dem Spielfeld ab diesem Wochenende die Grüne Karte eingeführt. Ein Jahr später startete der Niedersächsische Fußball-Verband im Kreis Northeim-Einbek bereits ein Pilotprojekt. Auch die „Confederation of Independent Football Associations (CONIFA) wollte dieser Fehlentwicklungen im Rahmen des World-Football-Cups 2018 einhalt gebieten.

Laut René Jacobi, dem Präsident der Leipziger CONIFA e.V können „die Spielleiter nun persönliches Fehlverhalten von Spielern nicht nur mit einer gelben oder roten Karte ahnden, ihnen steht mit der grünen Karte eine weitere Sanktionsmöglichkeit zur Verfügung. Für die Spielleiter ergibt sich anhand der Regeln damit eine sehr, sehr weite Auslegung, da, wie in Fußball-Regeln häufig, selten Praxisbeispiele genannt werden.“

Ein Spieler erhält die grüne Karte wenn:
(Auszug der Turnierregeln)

1. Ein Spieler versucht einen Elfmeter zu gesprochen zu bekommen, ohne das ein Foulspiel eines Gegenspielers vorliegt.

2. Ein Spieler eine Tätlichkeit gegen sich simuliert, um damit einen Platzverweis für einen Gegenspieler zu erreichen.

3. Ein Spieler eine schnelle Spielfortsetzung verhindert, in dem er den Ball weg trägt, weg schießt oder sich bei einem Freistoß explizit vor den Ball stellt.

4. Ein Spieler wiederholt getroffene Schiedsrichter-Entscheidungen diskutiert oder sich massiv über eine getroffene Entscheidung beschwert.

5. Ein Spieler durch individuelles Fehlverhalten eine Rudelbildung  provoziert, ohne das dieser vorher eine Tätlichkeit oder ein Foulspiel vorangegangen ist. Verursacht ein Spieler eine Rudelbildung durch eine Tätlichkeit, erhält er die rote Karte. Verursacht ein Spieler eine Rudelbildung durch ein Foulspiel, so ist das Vergehen entsprechend seiner Schwere entweder mit der gelben oder roten Karte zu ahnden.

6. Ein Spieler eine Verletzung vortäuscht, (zum Beispiel wird am Arm getroffen und hält sich das Gesicht) um damit die verfügbare Spielzeit durch eine offensichtlich ausgiebigere  Behandlungszeit zu reduzieren.

Ivan Mrkalj aus Köln (Foto: Sceenshot instagram)

Fußballschiedsrichter und Teilnehmer Ivan Mrkalj aus Köln verrät euch, was er von der Grünen Karte hält, die bei den Spielern für mehr Respekt im Umgang mit den Unparteiischen sorgen soll.

https://www.instagram.com/tv/ByNAFBfgXmQ/

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