Handspieldiskussionen bei Gladbacher Triumpf über die Eintracht

Handspieldiskussionen bei Gladbacher Triumpf über die Eintracht

17. April 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Der FC Bayern München gewinnt ein spannendes Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg am Ende verdient mit 3:2 auswärts, während die Eintracht heute gegen Gladbach keine Chance hatte. Bei der Partie gab es in der ersten Halbzeit Diskussionen um ein Handspiel von Ilsanker, welches Aytekin am Monitor als nicht strafbar bewertete. In den weiteren Partien gewann Freiburg hoch gegen S04, die Knappen steuern auf den sicheren Abstieg zu, Union besiegte den VfB Stuttgart mit 2:1 und Augsburg und Bielefeld trennten sich unentschieden mit 0:0.

Von: Felix Stark; Diese Analyse stellt die erlebte Sicht des Autors dar

Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 4:0

Mit der Spielleitung wurde der fränkische FIFA-Schiedsrichter Deniz Aytekin aus Oberasbach eingeteilt. Er wurde an den Linien unterstützt von Christian Dietz und Eduard Beitinger. Vierter Offizieller war Marco Fritz aus Korb. In Köln beobachtete Günter Perl mit Thomas Stein das Geschehen im Borussia-Park.

Beim Gastspiel von Adi Hütters Eintracht beim Borussia Mönchengladbach waren es die Gladbacher, die den deutlich besseren Start erwischten. Sie erarbeiteten sich viele Abschlüsse und gingen auch folgerichtig in Führung: Bei einer Ecke ließ die Frankfurter Defensive den einlaufenden Mathias Ginter sträflich alleine, der zum 1:0 einköpfte. Dann forderte die Borussia bei einem Zweikampf zwischen Evan N‘Dicka und Marcus Thuram einen Strafstoß, doch Schiedsrichter Deniz Aytekin ließ weiterlaufen. Hier war bei Thuram plötzlich die Spannung weg, nachdem er am Frankfurter vorbei war. Das ist dann einfach nicht ausreichend! In der Folge wurde die Eintracht besser und kam durch den Kopfball von Stefan Ilsanker zur besten Chance, doch Tobias Sippel parierte im Verbund mit der Latte. Dann forderte die Borussia erneut Strafstoß, als Ilsanker den Ball an die Hand bekam. VAR Günter Perl überprüfte und schickte Aytekin zum Monitor, worauf dieser aber bei seiner Entscheidung blieb. Der Frankfurter zog dabei seinen linken Arm vor dem Körper, um nicht das Risiko einer Verbreiterung der Körperfläche einzugehen und bekam den Ball dann zwischen diesen und den völlig passiv hängenden rechten Arm. Einziger Sinn der Sache war hierbei, sich kleinzumachen, sodass Aytekin hier absolut richtig entschieden hat! Ein viel erwähntes „Einklemmen“ begründet auch noch überhaupt keine Strafbarkeit, wie man an dieser Szene gut erkennen kann.

N‘Dicka holte sich kurz vor der Pause die gelbe Karte nach einem Tritt auf die Ferse von Alassane Plea.

Kurz nach der Pause holte sich Ramy Bensebaini die nächste Verwarnung, nachdem er in Sebastian Rode hineinrutschte.
Auch Ilsanker verdiente sich die Verwarnung für einen Ringergriff gegen Plea. Ilsanker bekam den Ball dann wenig später erneut an die Hand, was wieder Proteste hervorrief. Allerdings lag auch hier nichts strafwürdiges vor! Das musste Aytekin dann auch nochmal Marco Rose erklären, der sich vehement beschwerte. Gute Persönlichkeit an dieser Stelle! Die folgenden Minuten wurden für die Eintracht bitter: Jonas Hofmann zog einfach mal ab und der Ball rutschte Kevin Trapp zum 2:0 durch. Ramy Bensebaini traf dann die Latte, durfte sich aber beim Abpraller nochmal versuchen, den er zum 3:0 versenkte. Ein wenig Frust spielte mit, als sich André Silva die gelbe Karte für Meckern holte. Auch Timothy Chandler holte sich die Verwarnung, nachdem er Plea taktisch von den Beinen holte. Rocco Reitz war der nächste, der mit einer Karte bedacht wurde, nachdem er sich einen Tritt auf den Knöchel von Aymen Barkok leistete. Kurz vor Ende des Spiels stellte Marius Wolf auf 4:0, was zugleich der Endstand war.

Fazit: Schiedsrichter Deniz Aytekin war gefordert und jederzeit Herr der Lage. Die Handspielszenen bewertete er korrekt!

 

Von: Simon Schmidt; Diese Analyse stellt die erlebte Sicht des Autors dar

VfL Wolfsburg – FC Bayern München 2:3

Zum Spitzenspiel zwischen dem Tabellenersten und -dritten schickte der DFB den erfahrenen FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin. Ihm assistierten Marco Achmüller und Rafael Foltyn. Als Vierter Offizieller fungierte Arne Aarnink. Die Videoassistenten in Köln hießen Dr. Robert Kampka und Christian Gittelmann. 

Die Bayern starteten besser in das Spitzenspiel und hatten die ersten Chancen. In der 14. Minute gab der VfL den Bayern auf der linken Angriffsseite zu viel Platz, sodass Davies in den Strafraum der Wölfe eindringen konnte. Über einen Wolfsburger Verteidiger kam der Ball dann zu Musiala, der drei Wolfsburger stehen ließ und zum 1:0 abschloss. Der Schuss war nicht besonders hart oder platziert und somit durchaus haltbar, Koen Casteels sah da nicht gut aus. Wolfsburg wurde nach dem Rückstand offensiv aktiver, aber der Rekordmeister hatte kaum Probleme, die Angriffe der Wölfe zu verteidigen. Auf der anderen Seite setzten die Bayern deutlich gefährlichere Angriffe. Nach guten 23 Minuten ging es bei den Münchnern wieder über die linke Seite Richtung Wolfsburger Strafraum. Alaba flankte von der Grundlinie an das linke Fünfereck, wo Casteels rauskam und die Flanke allerdings direkt vor die Füße von Eric Maxim Choupo-Moting lenkte. Der Stürmer ließ sich diese Chance nicht nehmen und schoss aus wenigen Metern ins leere VfL-Tor zum 2:0 für die Bayern. Wieder agierte der Wolfsburger Torwart Casteels äußerst unglücklich. Die Bayern blieben das bessere Team in der Partie, kassierten aber nach einem Ballverlust von Müller im Mittelfeld den Anschlusstreffer durch Wout Weghorst in der 35. Minute. Die Reaktion der Münchner folgte sofort und vorne legten sie wieder durch Musiala zwei Minuten später nach. Müller flankte von der rechten Seite perfekt zentral in den Strafraum, wo Musiala völlig frei stand. Sein Kopfball landete unhaltbar für Casteels im rechten oberen Eck. Kurz darauf ging es dann mit einer verdienten 3:1 Führung für den Rekordmeister in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit hatten wieder die Bayern die großen Chancen wie zum Beispiel in der 51. Minute als Müller erst kurz vor dem Tor scheiterte und dann Musialas Nachschuss gerade noch von Lacroix auf der Linie geblockt werden konnte. Doch wie schon in der ersten Halbzeit nutzten die Wölfe eine eigentlich starke Phase der Bayern für den eigenen Anschlusstreffer. Paulo Otavio hatte über die linke Seite zu viel Platz und flankte scharf an den Fünfmeterraum der Bayern, wo Maximilian Philipp zum 2:3 einschießen kann. Die Bayern wirkten dieses Mal etwas überrascht vom Gegentreffer und so übernahm der VfL wieder etwas die Spielkontrolle. In der 57. Minute verteilte Schiedsrichter Felix Zwayer die erste gelbe Karte der Partie für den Vorbereitet des 2:3s Paulo Otavio. Er foulte Pavard rücksichtslos, eine vertretbare Einstiegskarte. Für Paulo Otavio war es die 5. gelbe Karte, er ist nächste Woche somit wieder gesperrt. Kurz darauf kam Davies noch gefährlich zum Abschluss, wieder musste der Wolfsburger Keeper parieren. Die Partie wurde offener, weil beide Seiten unbedingt das nächste Tor machen wollten. In der 79. Minute sah Hernandez Gelb für ein rücksichtsloses Foulspiel, auch diese Verwarnung ging voll in Ordnung. 5 Minuten später hätte Roussillon das 3:3 für die Wölfe machen können, sein Schuss wurde aber aus guter Position nicht gefährlich für Manuel Neuer. Wenig später wurde Davies von Kevin Mbabu vollkommend rücksichtslos am Wolfsburger Strafraum gefoult, direkter Freistoß und Gelb war die korrekte Entscheidung von Zwayer. In der langen Nachspielzeit gab es einen harten Zusammenprall zwischen Mbabu und Hernandez. Nach langer Behandlungspause musste Hernandez verletzt ausgewechselt werden. In der 8. Minute der Nachspielzeit pfiff Felix Zwayer schließlich ab und die Bayern konnten einen verdienten 3:2 Auswärtssieg gegen den Tabellendritten feiern. Der Vorsprung auf RB Leipzig beträgt somit wieder 7 Punkte.

Fazit: Eine zufriedenstellende Leistung von Zwayer in einem normal zu leitenden Spitzenspiel. Alle spielentscheidenden Szenen wurden vom Gespann korrekt entscheiden, zeitweise sind gerade bei Aus und Abseits dennoch ein paar kleine Fehler passiert.

SC Freiburg – FC Schalke 04 4:0 (SR: Tobias Reichel)

In der 19. Minute gab es Aufregung im Schalker Strafraum nach einer Freiburger Ecke. Huntelaar brachte einen Meter neben dem rechten Pfosten Sallai im Kopfballduell zu Fall, der S04 Angreifer traf seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen im Gesicht und spielte selber nicht den Ball. Schiedsrichter Tobias Reichel ließ die Partie zunächst weiterlaufen, wurde aber bei der nächsten Spielunterbrechung direkt von VAR Patrick Ittrich in die Review Area geschickt. Nach kurzem Studium der Bilder war klar, die richtige Entscheidung muss Strafstoß + Gelb für Klaas Jan Huntelaar heißen. Sallai stand bei der Flanke auch nicht im Abseits, sodass es beides direkt im Anschluss gab (Strafstoß + Gelb). Der gefoulte Spieler trat selber an und verwandelte zum zwischenzeitlichen 2:0 für den SC Freiburg.

1. FC Union Berlin – VfB Stuttgart 2:1 (SR: Benjamin Cortus)

In dieser Partie gab es keine strittigen spielrelevanten Entscheidungen.

FC Augsburg – Arminia Bielefeld 0:0 (SR: Markus Schmidt)

In dieser Partie gab es keine strittigen spielrelevanten Entscheidungen.

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