Hochscheidt trifft und fliegt: Dennoch Aue im Glück beim 1:1 in Karlsruhe

Hochscheidt trifft und fliegt: Dennoch Aue im Glück beim 1:1 in Karlsruhe

12. November 2019 8 Von IG Schiedsrichter

Im Montagsspiel der 2. Bundesliga empfing der Karlsruher SC den FC Erzgebirge Aue. Jan Hochsteidt erzielt die frühe Führung für die Gäste und flog noch vor der Pause vom Platz. Für den KSC reicht es nur noch zum Unentschieden durch Joker Anton Fink. 

Dabei stand natürlich Schiedsrichter Sven Waschitzki im Mittelpunkt – wenn auch unfreiwillig. So entschied er nach 41 Minuten nach betrachten der Bilder auf Rot für Aues Jan Hochscheidt. Zunächst gab der Referee die Gelbe Karte für Aues Mittelfeldakteur, korrigierte diese aber anschließend mit Hilfe des Videobeweises jedoch auf Rot. Hochscheidt war im Laufduell der zweite Sieger, sah nicht mehr wo er hin trat und traf Marco Thiede total unglücklich mit der offenen Sohle von hinten voll auf die Achillesferse und hat keinerlei Chance den Ball spielen zu können. Hier liegt zwar keine Absicht vor, das ist aber bei der Festlegung der Personalstrafe komplett irrelevant.  Das Trefferbild ist hier viel zu hart, weshalb es hier zurecht den Platzverweis gab.

War doch aber nicht absichtlich

Regel 12 – Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen spricht bei einem Foulspiel NICHT von Absicht, sondern von fahrlässig (keine Karte), rücksichtslos (Gelb) oder übermäßig hart/brutal (Rot).

Jan Hochscheidt hätte seine Schritte auch locker verkürzen können. Deswegen traf er den Gegner voll und Waschitzki färbte die Karte dunkler. So bitter der Platzverweis für Erzgebirge Aue war, aber das war ein klarer Fall und ein vorbildlicher Einsatz des Videobeweises, da Gelb hier eine klare Fehlentscheidung wäre.

Wie erwartet wollte der KSC zu Beginn der zweiten Halbzeit die Unterzahl nutzen und drückte die Veilchen mehr und mehr hinten rein. Marvin Wanitzek fasste sich ein Herz und zog auf gut 40 Meter einfach ab. Sein Schuss klatschte an den rechten Pfosten. Das erste Mal Glück für Aue. Da wäre Martin Männel chancenlos gewesen. Kurze Zeit später eine Ecke von rechts, Aue konnte die Kugel nicht klären und im Nachschuss erzielte Anton Fink den bis dahin verdienten Ausgleich.

Kein Elfmeter im Sinne des Fußballs

Kurz vor Schluss gab er dann Strafstoß für den KSC. Aues Verteidiger Sören Gonther hatte die Arme am Gegner und dieser fiel prompt um. Auch hier wurde Waschitzki in die Review Area und nahm dem Strafstoß, nachdem er sich die Bilder anschaute, wieder zurück. Eine Entscheidung im Sinne des Fußballs! KSC-Stürmer Marvin Pourié fiel hier bereits sehr früh, als noch kein nennenswerter Kontakt vorgelegen hat. Sehr wahrscheinlich hatte der Referee hier etwas anderes wahrgenommen, was nicht zu erkennen war. Nach betrachten der Bilder reichte Waschitzki dieser minimale Kontakt nicht für einen Strafstoß aus, um bei seiner Entscheidung zu bleiben. Die Bilder belegten seine Wahrnehmung nicht. Somit war der Eingriff von Video-Assistent Timo Gerach korrekt, genau so wie die Rücknahme des Strafstoßes.

Auch hat Aue nicht nur wegen der Roten Karte zwei Punkte in Karlsruhe liegengelassen, vor allem wegen der schlechten Chancenverwertung. Mit einem bisschen mehr Pech, wäre Aue sogar ohne Punkte geblieben.


TV-Bilder (DAZN)
TV-Bilder (youtube)

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