Kabine stürmen? Berufsverbot!

Kabine stürmen? Berufsverbot!

13. März 2022 2 Von Reiner Kuhn

PSG aus der Champions League raus, da tickten die Bosse aus!

(Von: Thorsten Kinhöfer, aus der Printausgabe der BamS)

Berichten spanischer und französischer Medien zufolge sollen der katarische Vereinspräsident Nasser Al-Khelaifi und der brasilianische Sportdirektor Leonardo nach dem 1:3 gegen Real in der Champions League Schiedsrichter Danny Makkelie aus den Niederlanden in seiner Kabine bedrängt und beleidigt haben. Über den genauen Hergang gibt es widersprüchliche und bislang nicht bestätigte Informationen.

Stein des Anstoßes war wohl der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleichstreffer von Benzema, der einen folgenschweren Fehler von PSG-Keeper Donnarumma ausgenutzt hatte. Der Torwart wurde von Benzema angelaufen, kam durch ein leichtes Schieben in Bedrängnis, spielte dann einen unkontrollierten Pass nach links. Dort stand Vinicius Junior, der die Kugel direkt nach innen gab. In der Mitte war wieder Benzema in Position gelaufen und vollendete flach aus sechs Metern. Schiedsrichter Makkelie ließ aber zu Recht weiterlaufen. [TV-Bilder – ab 2:18 Minute]

Nach dem Vorfall über ein Fehlverhalten der PSG-Verantwortlichen prüft die UEFA nun den eingegangen Schiedsrichter-Bericht, wollte sich aber vorerst nicht weiter dazu äußern.

Sollte sich dieser Vorwurf bewahrheiten, kann es eigentlich nur eine Strafe geben: Berufsverbot! Es kann einfach nicht sein, dass einer glaubt, er könne sich alles erlauben, nur weil er Geld hat.

In meiner Karriere habe ich solche Szenen zum Glück nie erlebt. Natürlich gab es den einen oder anderen Offiziellen, der schon auf dem Platz seinen Unmut über meine Leistung kundgetan hat und das in der Kabine beenden wollte.
Und natürlich gab es auch Uli Hoeneß, der in seiner Hochphase mit rotem Kopf in der Umkleide stand und diskutieren wollte.

Aber das blieb immer im Rahmen, ich konnte das diplomatisch lösen. Hoeneß war eben, wie er war. Sehr emotional, aber am Ende hatten wir ein freundschaftliches Verhältnis.

Bei allen Emotionen darf eines nie passieren: dass die Kritik beleidigend oder bedrohend ist, wie im Fall nun in Madrid. Dafür gibt es keine Entschuldigung.


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