Kinhöfer: „Schafft mehr Klarheit“

Kinhöfer: „Schafft mehr Klarheit“

9. März 2019 1 Von IG Schiedsrichter

Bei der 1:5-Pleite gegen Bayern München schießt Wendt (vorne) einen Freistoß, drei andere Gladbacher irritieren in der Bayern-Mauer. Das ist in Zukunft nicht mehr erlaubt.Foto: picture alliance / SvenSimon

1925 wurde Abseits eingeführt, 1967 das Ein- und Auswechseln, 1970 die Rote Karte. 2019 ändern die Regelhüter des International Football Association Board so viel, dass es ab Sommer spürbar sein wird – von der Champions League bis in die Kreisklasse.

► Handspiel: Hand ist ab sofort Hand – jedenfalls vor einem Treffer. Springt der Ball von Hand oder Arm über die Linie, zählt das Tor nicht. Egal, ob Absicht oder nicht. Das gilt auch für Treffer, denen in der Entstehung ein Handspiel vorausging.

Thorsten Kinhöfer meint: „Das schafft Klarheit. Endlich wird in diesem umstrittenen Thema für mehr Transparenz gesorgt.“

► Spieler in der Freistoßmauer: Akteure der angreifenden Mannschaft dürfen sich bei Freistößen nicht mehr in die Mauer drängeln, müssen stattdessen einen Abstand von mindestens einem Meter halten.

Kinhöfer meint: „Diese Änderung beendet das Gerangel in der Mauer – macht Sinn!“

► Schneller auswechseln: Der ausgewechselte Spieler muss das Feld an der nächstgelegenen Außenlinie verlassen. Bislang musste er auf Höhe der Mittellinie raus.

Kinhöfer meint: „Sehr sinnvoll, weil gerade in der Schlussphase so Zeitspiel unterbunden wird.“

► Kurzer Abstoß: Bislang musste der Abstoß aus dem Strafraum heraus gespielt werden, bevor ein Mitspieler ihn annehmen darf. Wenn nicht, gab es Wiederholung – eine Chance, auf Zeit zu spielen. Nun darf ein Abstoß auch innerhalb des Strafraums angenommen werden. Gegner müssen sich weiterhin außerhalb aufhalten.

Kinhöfer meint: „Kommt in der Praxis selten vor, wird wenig Einfluss aufs Spiel haben.“

► Karten für Offizielle: Trainer und Betreuer können vom Schiri Gelbe und Rote Karten bekommen. Kann der Übeltäter nicht identifiziert werden, bekommt automatisch der Cheftrainer die Strafe.

Kinhöfer meint: „Unnötig. Auch bislang konnte der Schiri Offizielle ermahnen oder auf die Tribüne schicken.“


Nationaltorhüter Manuel Neuer beim Elfmeter. Ab Sommer muss der Torwart beim Elfmeter nur noch einen Fuß auf der Torlinie haben, nicht mehr beide.Foto: Witters

► Torwart beim Elfmeter: Ab Sommer muss der Torwart beim Elfmeter nur noch einen Fuß auf der Torlinie haben, nicht mehr beide.

Kinhöfer meint: „Reine Theorie. In der Praxis wurde damit bislang tolerant umgegangen, und das ist auch gut so.“

► Schiedsrichterball: Wird der Schiri vom Ball getroffen, gibt es Schiedsrichterball, wenn aus dem Kontakt ein Tor, eine Torchance oder ein Ballbesitzwechsel hätte entstehen können.

Kinhöfer meint: „Endlich! Es gibt für einen Schiedsrichter kaum etwas Schlimmeres, als unabsichtlich so ins Spiel einzugreifen. Da betest du, dass anschließend dadurch kein Tor fällt.“

Autor: Lars Wallrodt; Quelle: Bildplus

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