Kommentar: Bundesliga-Schiedsrichter wieder nachlässiger

Kommentar: Bundesliga-Schiedsrichter wieder nachlässiger

25. Mai 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Kommentar zur Reduzierung von Unsportlichkeiten – Wie steht es eigentlich um die Rückrundenvorgabe des DFB?

Erst zu Beginn der Rückrunde rückten die deutschen Elite-Schiedsrichter mit dem deutlich spürbar härteren Durchgreifen bei unsportlichen Vergehen in den Bundesligen in die Schlagzeilen. Doch eine Corona-Pause später in der aktuellen Rückrunde wo ist die Maßgabe geblieben?

Während in der ganzen Welt auch außerhalb des Fußballs nur noch ein Thema präsent ist – Corona – fällt es Fußballfachmännern auf, dass sich einige Feinheiten seit der Corona-Pause verändert haben auf die man zu sprechen kommen könnte, außer dass der Fußball ohne Zuschauer für die meisten ohnehin nicht, dass ist was sie lieben sondern eher ein vom DFB geformtes Produkt.

Aus Sicht der Unparteiischen fällt dabei seit dem vergangen 27. Spieltag auf, dass sich die Tendenz des Vorgehens bei Unsportlichkeiten in der Corona so weiterentwickelt hat als wäre die Saison weitergelaufen. Im deutschen Profifußball werden Bälle wieder in die Hand genommen und vom eigentlichen Spielgeschehen weggetragen, Bälle weggeschlagen und schnelle Spielfortsetzungen verhindert, ohne Folgen einer Personalstrafe.

Die kommunikative Umgangsform hingegen wirkt sehr kontrolliert bei den vergangenen Geisterspielen, was allerdings eher auf die gespenstische Atmosphäre und das Mithören der Fernsehzuschauer zurückzuführen sein sollte, ebenso wie die fehlenden Rangeleien und Konfrontationen zwischen Spielern bedingt der Corona-Auflagen.

Bereits der Beginn der Rückrunde hat gezeigt, welch schmalen Grad unsere besten Schiedsrichter im Land zu gehen, wie die bekannte Szene beim Spiel von RB Leipzig und Mönchengladbach Tobias Stieler erleben musste, dass die Medien den Unparteiischen ins schlechte Licht rücken und die Message bei den Fans falsch ankommt. Eines ist aber sicher der Fußball wurde doch ein Stück weit „sauberer“ und die Akzeptanz bei Zuschauern und Vereinen schien zu steigen. Die Wirkung sollte vor allem den Schiedsrichtern an der Basis helfen, dass sich die kleinen Lewandowskis und Jadon Sanchos des Amateurbereichs die Unsportlichen Manieren nicht zum Vorbild nehmen. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass der DFB bzw. die Elite-Schiedsrichter ein sinnvolles Projekt, dass er angepackt worden ist, wieder mal nicht zu Ende führen und all die Kritik die unsere Referees in den Spitzenligen für das Durchgreifen einstecken mussten keinen Nutzen fanden. So muss man leider sagen, wenn sich nichts daran ändert – ist der gutgemeinte Effekt schnell wieder verpufft.

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