Lewandowki trifft nach Videobeweis

Lewandowki trifft nach Videobeweis

18. August 2017 0 Von Reiner Kuhn
Der FC Bayern München gewann zum Auftakt der 55. Bundesliga-Saison gegen Bayer Leverkusen quasi standesgemäß mit 3:1. Dabei gab es die Premiere Videobeweises in der Bundesliga.

Früh gingen die Bayern in Führung. Sebastian Rudys Freistoß vom linken Flügel landete in der Spielertraube auf dem Kopf von Niklas Süle, der wuchtig zum 1:0 einköpfte. Hier die erste Video-Überprüfung per Funk mit dem in Köln sitzenden Video-Assistenten Dr. Jochen Drees – aber korrekter Treffer. Auch beim 2:0 als Kimmich eine Ecke von rechts nach innen schlug, Leno die Kugel vor die Füße von Vidal faustete der noch einmal aus dem Getümmel auf den zweiten Pfosten flankte. Dort nahm Tolisso per Kopf ab und traf aus Nahdistanz zum 2:0. Auch bei diesem Treffer belegt der Videobeweis einen korrekten Treffer.

Die Einstiegsverwarnung in Minute 8: Franck Ribery wollte sich nach vorne durchtanken und erhielt einen Schubser von Dominik Kohr. Eine sehr harte eher falsche Entscheidung. Das Foul machte eigentlich der andere Spieler von Leverkusen. Als Mats Hummels gegen Mehmedi im Strafraum reingrätschte, blieb der Strafstoßpfiff zurecht aus.

Nach heftigen Regenfällen mit Blitzen wurde die zweite Halbzeit  mit vierunddreißig minüigter Verspätung angepfiffen. Die Sicherheit aller Beteiligten geht vor!

Trikotwechsel zur Pause: Da die Trikots um Tobias Stieler aufgrund der starken Regenfällt durchnässt gewesen ist, wechselte es kurzerhand die Trikot von Schwarz auf Gelb.

 „Ist doch völlig egal ob er die Farbe wechselt, solange er sich deutlich unterscheidet. Kenne keine Anweisung, die was anderes sagt“, so Lehrwart Christian Schmees.

+++ VIDEOBEWEIS +++ Lewandowski ging im Strafraum zu Boden und forderte einen Strafstoß. Nach Einsicht der Videobilder entschied Tobias Stieler auf Elfmeter. Aranguiz hatte Lewandowski an der Schulter zu Boden gezogen. Lewandowski tritt gleich selbst zum Strafstoß an und versenkte die Kugel mit einem Schuss ins rechte untere Eck. 

Es gibt keine Beschränkung wie oft ein SR den VAR befragen soll. Es werden lediglich vier Situation geprüft, wo der VAR eingreifen kann.
 
1. Torerzielung: Nach jedem Tor wird geschaut, ist das Tor wirklich regulär erzielt worden oder muss eingegriffen werden.
 
2. Strafstoß oder Strafraumsituationen: Wenn der SR einen Elfmeter pfeift, wird auch geguckt, hat das gepasst oder war es klar falsch.
 
3. Bei Roten Karten und nur bei glattroten Platzverweisen also nicht bei Gelb/Rot, wird auch geschaut, war der Platzverweis berechtigt oder muss er möglicherweise zurückgenommen werden. DAs gilt übrigens für Situationen wo ein Rotverdacht besteht, der SR aber keine Rote Karte gezeigt hat.
 
4. Spielerverwechslung: Das heißt wenn möglicherweise der falsche Spieler die Gelbe oder Rote Karte bekommt, dann kann der VAR entsprechend eingreifen und sagen das muss korrigiert werden.
 
Wichtig dabei: Er schreitet wirklich nur bei einer klar falschen Entscheidung ein. Das es heißt es geht nicht mehr dabei, war die Entscheidung des SRs jetzt korrekt, sondern man muss die Frage stellen, war die Entscheidung jetzt klar falsch und nur dann wenn dann wirklich alle sagen, diese Entscheidung muss korrigiert werden da gibt es keinerlei Spielraum, nur dann kommt der VAR zum Einsatz. Wichtig ist dabei aber auch, dass der SR die letzte Entscheidung auf dem Platz hat.
 
Er hat mehrere Möglichkeiten:
 
Entweder er verwirft den Hinweis des VAR, er läuft zum Montor und sich diese nochmal anzusehen oder er kann (und das soll die Regel sein) dem VAR zu folgen. Da legt der DFB großen wert darauf, weil sie agen die SR kennen sich untereinander sehr gut und können untereinander vertrauen. Das heißt, wenn der VAR sagt, Du hast da eine klare falsche Entscheidung getroffen, dann soll der SR sich in aller Regel darauf verlassen.

Die zweite Verwarnung: Arturo Vidal ließ Dragovic auflaufen und holte sich die berechtigte Gelbe Karte ab. Als Karim Bellarabi gegen Joshua Kimmich austeilte (69.) hätte Tobias Stieler Gelb zeigen müssen. Aber bei einem verwarnungswürdigen Vergehen greift der Video-Assistent nicht ein.


Fazit: Gelungene Ligapremiere des Videobeweises. Beim Strafstoß brauchte man etwa 20 Sekunden bis zur richtigen Entscheidungsfindung. Insgesamt eine gute Leistung mit ein, zwei Fehlern. Positiv: Ruhe und Persönlichkeit, gerade in den wichtigen Szenen, u.a. Ansprache Ancelotti.

Auch auf eine Szene im Zweitligaspiel Braunschweig gegen Aue wollen wir noch einmal schauen, als nach einem langen Ball von Boland, hängte Nyman seinen Gegenspieler Riese ab, wurde aber von ihm gehalten. Schiedsrichter René Rohde (Rostock) gab Gelb.  Die richtige Entscheidung.

 

Der Braunschweiger hatte keine Kontrolle über den Ball – der war noch in der Luft. Somit war es ein aussichtsreicher Angriff, das Foul außerhalb des Strafraumes – damit nach Lehrmeinung des DFB: Gelbe Karte und Direkter Freistoss. Sehr schön zu erkennen in dieser Grafik. (rk)

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