Macht Schluss mit den sterbenden Schwänen!

Macht Schluss mit den sterbenden Schwänen!

30. Juni 2018 0 Von Reiner Kuhn

Der Außenseiter Uruquay schlägt Portugal im WM-Achtelfinale und zieht nach zwei Toren von Edinson Carvani mit 2:1 ins Viertelfinale der WM ein. 

Luis Suáres und Edinson Cavani machten bislang eine überragende Partie. Fast jeder lange Ball wurde von den beiden Stürmern klasse verarbeitet. Immer wieder mussten sich José Fonte sowie Pepe mit Fouls behelfen, um gefährliche Aktionen im Keim zu ersticken. Das machte es für den Schiedsrichter ungemein schwer, die Spieler provozierten auch die Zweikämpfe. Da war es nicht verwunderlich, dass der ein oder andere Zweikampf in und um den Strafraum mal falsch bewertet wurde. Wenn daraus ein Tor erzielt worden, hätte der Video-Assistent im Zweifel eingegriffen. Insgesamt leitete der Referee wieder mit der gewohnt großzügigen Linie wo er auch mal laufen ließ, wenn es möglich war.

Nach einer Viertelstunde war José Fonte hellwach und prügelte eine Flanke von rechts aus der Gefahrenzone. Anschließend wurde der Portugal-Kicker von Martín Cáceres heftigst von den Beinen geholt. Dafür darf man auch mal Gelb geben.

Im Gegensatz zum ersten Achtelfinale war wenig Spektakuläres in diesem Kräftemessen zu sehen. Portugal musste das Spiel machen und hatte wenig bis gar keine Ideen in der Offensive, während die Südamerikaner weiterhin sicher in der Abwehr stehen. Gefühlt alle zehn Sekunden musste der mexikanische Schiedsrichter in seine Pfeife pusten, weil sich die Akteure ununterbrochen regelwidrig zu Fall brachten. Rodrigo Bentancur rauschte ungestüm von hinten in seinen Gegenspieler rein, sodass sich Cristiano Ronaldo die Pille zentral vor dem Sechzehner zurecht legen konnte. In gewohnter Manier lief der Real Madrid-Spieler an und hämmerte das Spielgerät genau in die Mauer. Aus gut 20 Metern war da deutlich mehr drin für den Portugiesen.
Macht endlich Schluss mit den sterbenden Schwänen!
Suárez mal wieder am Boden. Der Uruguayer bekam von Guerreiro den Arm auf den Rücken und sank wie vom Blitz getroffen zu Boden. Warum der Stürmer sich den Kopf hielt, am selbigen behandelt werden musste und relativ schnell zurückkam, bleibt wohl sein Geheimnis.
Der Spieler vom FC Barcelona hat mich sehr geärgert. Suarez ist ein gestandener Profi von 1,82 m Größe und 82 Kilo Und so ein stabiler Mann plumpst nach dem leichten Armeinsatz auf den Rücken  zu Boden. Und was noch viel schlimmer, er hält sich den Kopf!
Ja, Guerreiro hat Suarez mit dem Arm am Rücken berührt. Aber was soll diese Theatralik, mit der Suarez versuchte ein Foulspiel zu schinden und so den Gegner zuschwächen, als hätte ihn Mike Tyson mit einem Kinnhaken zu Bogen geschickt.

Suarez‘ Schauspielerei ist kein Einzelfall! Immer wieder versuchen Profis mit solchen Sterbenden-Schwan-Nummern den Schiedsrichtern zu zeigen, wie bösartig der Gegenspieler war. Dafür sollte es auch Gelb geben.

Lasst es sein! Die Schiedsrichter bzw. Video-Schiedsrichter sind so gut, dass sie auch ohne solche Einlagen Tätlichkeiten erkennen. Die Fans nervt es. Und die Kinder übernehmen schon in den Jugendteams diesen Quatsch der schlechten Vorbilder.

Fazit: Böse Zungen sagen „Er hat seine Karten zu Hause vergessen“. Würde ich auch so sehen. Ich habe insgesamt drei Vergehen gezählt wo er Gelb zeigen muss, hatte Probleme in Regel 12 und dem Kartenmanagement. Der Schiedsrichter muss auch den Geist des Spiels erkennen, muss Vergehen förmlich riechen, wirkte auch ein bisschen nervös. Mir gefällt bei der dieser WM die großzügige Linie die angewendet, nicht immer gleich bei jedem kleinen Vergehen zu pfeifen. So bleibt der Spielfluss auch erhalten. Die Spieler stellen sich darauf ein und stehen sofort wieder auf wenn sie merken das es sinnlos ist, sich jedesmal am Boden zu legen. Könnte ich mir in der Bundesliga auch vorstellen.

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