Marco Fritz ist Gräfe 2.0

Marco Fritz ist Gräfe 2.0

22. Februar 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Wenig bis gar keine Aufreger sind heute in der Bundesliga-Konferenz passiert, was definitiv auch für die Unparteiischen spricht. Unsere Einschätzungen.

SC Freiburg 0:2 Fortuna Düsseldorf (SR: Frank Willenborg)

Tor für Düsseldorf? Nein! Die Hausherren bekamen einen Ball im Sechzehner nicht geklärt Thommy durfte den Ball scharf in den Fünfer donnern, wo Günter vor Zimmermann an die Kugel kam. Das Spielgerät prallte allerdings ins Tor, doch Zimmermann stand zum Zeitpunkt der Flanke im Abseits, sodass die Entscheidung in Ordnung geht (6.).

Werder Bremen 0:2 Borussia Dortmund (SR: Marco Fritz)

Bei dieser Partie wollte der Dortmunder Emre Can nach einem mißglückten Schussversuch eine Ecke. Die Wiederholung zeigte aber, da war kein Gegner mehr am Ball. Sofort stand er auf und rannte meterweit zum Schiedsrichter um zu reklamieren. Mit seiner großzügigen Auslegung ist Marco Fritz der Gräfe 2.0. Es gibt eigentlich eine klare Anweisung, die aber immer noch nicht jeder umsetzt. Er wird da mehrfach von Dortmundern angemeckert, Can läuft hinter ihm her und meckert weiter und er gibt kein Gelb.

Bremer Spieler macht eine abfällige Geste gegen einem Dortmunder der am Boden liegt, läuft dann zu ihm und versucht  ihn hochzuholen, so nach dem Motto „steh auf das war nichts“. Wobei das mag eine Anweisung sein, aber damit greift man zu sehr in den Charakter eines Schiedsrichters ein, gerade hier in der frühen Phase des Spiels.

Aber eigentlich ist das ein inkonsequentes Verhalten. Beim Handball wird Meckern mit Zeitstrafe deutlich härter bestraft. Wir Schiedsrichter sind an der Entwicklung im Fußball selbst mit Schuld, weil wir offenbar in der Vergangenheit das Regelwerk nicht konsequent umgesetzt haben und jetzt wundern sich einige, wenn sie für Abwinken und Unsportlichkeiten Gelb sehen.

In einem Rugbyspiel mit dem Theater wie beim Fußball, wäre der Platz nach zehn Minuten leer. Das ist hier schon ein etwas härteres Spiel – aber dennoch fair. Da ist der Spieler und maximal der Kapitän. Jeder der da noch dazukommt für 10 Minuten vom Platz. Und im Baseball wird geklärt, wer Chef auf dem Platz ist. Da geht es alles sehr lautlos zu. Möglich, dass man das im Fußball einbauen kann. Die Spieler kochen ja auch bis zu Platzen.

Hertha BSC Berlin 0:5 1. FC Köln (SR: Daniel Schlager)

Die Geißbockelf gewann deutlich gegen die Berliner Hertha. Vor dem 4:0 von Florian Kainz sah man im Mittelfeld ein leichtes Schieben, sofort fuhren die Kölner den schnellen Gegenangriff. Zwar war im Vorfeld der Torerzielung ein mögliches Foulspiel, allerdings dies nicht unmittelbar vor dem Tor. Das war ein leichtes Schieben. Die Spieler müssen mal lernen Spannung zu halten. Das ist nicht Ballett.

Borussia Mönchengladbach 1:1 TSG Hoffenheim (SR: Dr. Felix Brych)

Viel Rauch um Nichts! Nach einem vermuteten Handspiel Hübners  im Sechzehner schaute sich Referee Brych die Szene in der Review Area nochmal an. Strittig war der Tatort, weshalb es solange gedauert hat. Da könnte man auch die kalibrierte Ansetzen. Nach langen Überlegen zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Wenn der Arm sich tatsächlich auf der Linie befindet, ist das ein strafbares Handspiel, allerdings konnten das die TV-Bilder nicht belegen. Letztlich muss man dann wohl sagen, zum Glück hatte Pléa Nerven gezeigt und konnte den Handelfmeter nicht verwandeln.

60 Sekunden ist nicht unmittelbar vor dem Tor

Nächster Videobeweis: Handspiel vor der Torerzielung? Die Fohlen bejubelten zunächst ihren zweiten Treffer, den Pléa am Ende eines Konters nach Vorarbeit Thurams erzielt hatte. Da es aber im Vorfeld ein Handspiel durch Wendt gegeben hat, wurde der Treffer auf Hinweis des VAR wieder zurückgenommen. Das Handspiel war nicht unmittelbar vor der Torerzielung. Dankert hätte sich nicht melden dürfen.

Felix Brych kann nicht viel dafür. Nach Blick in der Review-Area muss die richtige Entscheidung stehen. Bei beiden Situationen hätte Bastian Dankert aber auch einfach Ruhe geben können.

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