Meine Meinung | Erster Platzverweis bei der WM

Meine Meinung | Erster Platzverweis bei der WM

19. Juni 2018 0 Von Reiner Kuhn

Am Dienstag legte nun auch die Gruppe H in Russland los, den Anfang machten Kolumbien und Japan. Und die Asiaten ärgerten die Cafeteros, die allerdings ab der 3. Minute in Unterzahl spielen mussten – 2:1 gewann Japan. Der angeschlagene Mittelfeldstar James vom FC Bayern kam beim Stand von 1:1 ins Spiel, konnte die Auftaktpleite aber letztlich nicht verhindern. Polen mit Lewandowski und der Senegal schließen ab 17 Uhr (LIVE! bei kicker.de) den 1. Spieltag ab.

Gleich etwas kurioses vor Spielbeginn: Die Zuschauer zählten schon frenetisch den Countdown herunter, doch Falcao entschied sich nach seiner Platzwahl nochmal um, sodass beide Truppen erstmal die

Der zweischnellste Platzverweis bei einer WM

Zwar eine tolle Parade, nur leider von Sanchez – hauptberuflich Feldspieler. Rote Karte. Elfmeter für Japan. Was für ein Horrorstart für die Südamerikaner! Nach einem langen Ball gewann Yuya Osako das Laufduell gegen Davinson Sánchez und scheiterte mit seinem Schuss von der zentralen Sechzehnerkante an David Ospina. Das Leder landete erneut bei einem Japaner, der mit seinem Nachschuss die Kugel im Tor untergebracht hätte. Carlos Sánchez fuhr am Elfmeterpunkt im Sprung den Arm aus und verhinderte so den sicheren Torerfolg. Neben dem Elfmeter gab es für das Verhindern einer klaren Torchance auch noch den Roten Karton. Im Nachhinein wäre es wohl besser gewesen, mit elf Mann einem Rückstand hinterher zu rennen.

Einschätzung: Strafstoß und Feldverweis mindestens vertretbar. Auch, wenn man hier vielleicht nicht genau sagen kann, ob der Ball im Tor gelandet wäre, wurde hier doch eine offensichtliche Torchance mittels absichtlichen Handspiels vereitelt, weshalb die Rote Karte aus unserer Sicht in Ordnung ist, zumal sich diese in dieser Situation auch sicherlich besser verkaufen lässt. Da jedoch der Schuss so scharf und platziert war würde ich dem Torhüter keine große Chance gegeben. Ich finde hier daher mehr Argumente für Rot als für Gelb. Regeltechnisch ist die Rote Karte aber in Ordnung.

Nach knapp einer einer Viertelstunde kochten die Gemüter der Kolumbianer hoch. Haraguchi traf Cuadrado bei einem Zweikampf mit dem Arm im Gesicht, sodass die Südamerikaner vehement den Gelben Karton forderten. Skomina, der für wenig Karten bekannt ist, beließ sich davon nicht beeindrucken und verteilte ein paar klare Ansagen.

Einschätzung: Rein vom Standbild hätte er vielleicht auch über eine Gelbe Karte nachdenken können – im normalen Ablauf für mich eher nicht. Ähnlich wie unsere Begründung beim Strafstoß für Kolumbien – die Hand ist offen und mit wenig Intensität.

Tor für Kolumbien! Juan Quintero sah, dass die Mauer hochsprang und hämmerte die Pille frech unter den Japanern hindurch. Auch Keeper Eiji Kawashima war von der Variante überrascht und konnte das Leder erst wenige Zentimeter hinter der Linie neben dem rechten Pfosten auffangen. Auf Grund der Torlinientechnologie gab es hier gar keine Diskussionen. Die Japaner hatten sich nach dem Tor natürlich noch über den Freistoß beschwert, über den man zumindest diskutieren kann. Allerdings muss man sagen, dass hier leider Skomina bei der Freistoßrichtung vor dem 1:1 nicht richtig lag. Hier macht Falcao das Foul und nicht der Japaner. Wenn man hier den Freistoß gibt, dann das Stürmerfoul für die Japaner. Der Verteidiger machte überhaupt nichts. Allerdings sehen die Regeln des Videoassistenten nicht vor, hier einzugreifen.

Fazit: Damir Skomina mit einer angenehm großzügigen Linie, früh Rot zu zeigen völlig korrekt, dosiert in den persönlichen Strafen. Das Zusammenspiel mit seinen Assistenten war prima. Das die falsche Spielfortsetzung vor dem 1:1 kein schwerwiegender Fehler ist, bleibt die wesentlich öffentliche Darstellung der gut bis sehr gut leitenden WM-Schiedsrichter erhalten.

 

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