Milimeter in Zeiten des Videobeweises

Milimeter in Zeiten des Videobeweises

18. Dezember 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Überraschung in Berlin! Hertha BSC dreht ein 0:1 in der zweiten Halbzeit und siegt 3:2 gegen den BVB. Der Doppelpack von Richter innerhalb von zwölf Minuten zwingt Borussia Dortmund in die Knie. Für Spannung sorgte Joker Tigges nach seiner Einwechslung. Der VAR erkannte je einen Treffer auf beiden Seiten wegen einer Abseitsstellung ab.

Mit der Regeldurchsetzung wurde ein Unparteiischengespann beauftragt das von Marco Fritz angeführt wurde. Bei seinem 174. Einsatz im Fußball-Oberhaus wird er von Dominik Schaal und Marcel Pelgrim, sowie Thorben Siewer als vierten Offiziellen unterstützt. Video-Assistenten sind Pascal Mueller und Jan Seidel.

Marco Fritz hatte anfangs eine gute Wahl seiner Linie und pfiff nur das nötigste was einen guten Spielfluss bot. In eine gute Phase des BVB drang die Hertha hinein und kam in Minute 15 zum vermeintlichen 1:0 durch Maolida. Doch VAR Pascal Müller gab Fritz ein Signal aufs Ohr sich die Szene gemeinsam mit Assistent Marcel Pelgrim anzuschauen. Belfodil stand knapp im Abseits und griff aktiv ein, indem er Axel Witsel den Weg versperrte. Korrekte Entscheidung. Genau so muss am Ende der VAR funktionieren. Abseits konnte zweifelsfrei belegt werden doch die Einschätzung, ob Belfodil aktiv eingreift oder nicht, muss Fritz selbst treffen. Daher ist das On-Field-Review hier zwingend notwendig.

Das Spiel plätscherte so vor sich hin, keiner fand so richtig den Zugriff auf das gegnerische Tor. Dann ließ die Hertha auf einmal zu viel Platz. Mittelstädt wollte Haaland den Ball wegschnappen, verpasste das Spielgerät jedoch. Der Ball wurde durchgesteckt auf Brand, der Torwart Schwolow überlupfte und so das 0:1 in der 32. Minute erzielte.

Deutlich leichter als das Hertha Tor hatte es Assistent Dominik Schaal kurz vor der Pause. Eine Ecke des BVBs wurde kurz ausgeführt und anschließend direkt in den Strafraum geflankt. Am zweiten Pfosten stand Axel Witsel ganz blank und versenkte sicher zum 2:0. Doch die Fahne des Assistenten ging sofort hoch. Knapp zwei Meter stand der Dortmunder im Abseits. Auch hier eine absolut richtige Entscheidung.

Die Dortmunder spielten zu Beginn der zweiten Hälfte relativ offen, so auch in Minute 51. Rechtsverteidiger Thomas Meunier stand zu offensiv und das nutzte die Hertha über Belfodil. Einen 50 Meterlauf krönte der Berliner im 1 gegen 1 mit BVB-Torwart Hitz zum 1:1. Dieses Tor gab den Berlinern einen richtigen Push. Einen hohen Ball wehrt Witsel halbherzig ab. Maolida erkämpfte sich daraufhin den Ball und legte ihn kurz rüber auf Marco Richter, der den Ball stramm und platziert ins lange Eck schießt. 2:1 für die Hertha!

Und das Dortmunder Durcheinander wurde nicht weniger. Am eigenen Strafraum vertändelte Julian Brand den Ball an Julian Ekkelenkamp. Der lupfte den Ball gefühlvoll auf den Elfmeterpunkt zu Ishak Belfodil. Mit seinem Abschluss scheiterte der Berliner noch an Hitz, doch der Ball landete wieder bei einem Berliner in Person von Marco Richter. Per Direktabnahme ließ Richter Hitz keine Chance und erhöhte auf 3:1.

Der Frust war allen Dortmundern anzusehen. So auch BVB-Stürmer Erling Haaland. Ein langer Ball erreichte den Norweger nicht, sondern landete bei Alexander Schwolow. Haaland trabte relativ lustlos hinterher und checkte dann Niklas Stark um. Der Blick ging die ganze Zeit auf den Berliner Verteidiger und Haaland wollte hier auch nichts weiter als diesen Rempler. Wieder einmal eine absolut unnötige und unsportliche Aktion eines Dortmunder Akteurs, die hier mit Gelb hätte bestraft werden müssen.

Marco Rose bewies kurz vor Schluss ein goldenes Händchen. Der zwei Minuten zuvor eingewechselte, große und kopfballstarke Steffen Tigges stiegn ach einer Ecke am höchsten und konnte unbedrängt sieben Minuten vor Ende zum 2:3 aus Dortmunder Sicht einköpfen. Die einzige gelbe Karte gab es dann in der Nachspielzeit für Marin Pongracic, als er einen letzten Angriff der Hertha durch ein Tritt auf den Fuß unterband.

Fazit: In einem verrückten Spiel, das sehr viel Spaß gemacht hat, hatte Marco Fritz wenig Probleme. Beide aberkannten Abseitstore wurden zurecht geahndet. Ansonsten zog Fritz die sehr lange Linie das gesamte Spiel über durch. Einzig die nichtgegebene gelbe Karte für Erling Haaland ist zu kritisieren.

 

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