Misslungener Auftakt für deutsche Olympia-Fußballer

Misslungener Auftakt für deutsche Olympia-Fußballer

22. Juli 2021 1 Von Felix Stark

Mit einer zusammengewürfelten Mannschaft trat Deutschland zum Auftakt gegen Brasilien an. Als Unparteiischer wurde Ivan Barton aus El Salvador nominiert. Der junge Referee brauchte einige Zeit, um ins Spiel zu finden und setzte erstmal eine komische Linie in der Zweikampfbewertung an.

Sofort im Spiel war allerdings Brasilien: Richarlison profitierte vom Ausrutscher von Amos Pieper und konnte im Nachsetzen das 1:0 erzielen.

Brasiliens Topstürmer wäre wenig später nach dem nächsten üblen Fehler von Pieper wieder zur Stelle gewesen, scheiterte aber an Keeper Florian Müller, welcher mit Abstand bester Deutscher war.

Richarlison gab aber weiter Gas und wurde schon bald mit dem 2:0 belohnt. Diese Tore konnten einfach deutlich zu leicht erzielt werden!

Pieper holte sich dann die erste Verwarnung der Partie, nachdem ihm Richarlison schon wieder entwischt war und nur durch ein Halten gebremst werden konnte. Der Brasilianer reklamierte einen Feldverweis, aber Referee Barton lag mit der Wahl der Farbe völlig richtig, da sich das Vergehen weit vor dem Tor ereignete und der Ball schon in Richtung Seitenlinie lief.

Wer ein deutsches Aufbäumen erwartete, wurde leider bitter enttäuscht! Vielmehr war es wieder Richarlison, der durch die riesigen Räume spazierte und zum 3:0 einschob.

So oft, wie die fehlende Eingespieltheit und der dünne Kader angesprochen wurde: Es war überhaupt nicht der Ansatz einer Ordnung zu sehen und es wurden schon gar keine Zweikämpfe gewonnen.

Bei Maximilian Arnold machte sich dann der Frust breit: Er trat Richarlison mehr oder weniger versehentlich mit der Sohle aufs Schienbein und sah dafür die verdiente gelbe Karte.

Kurz vor der Pause bot sich Matheus Cunha die Chance zum vierten Tor, nachdem Barton ein Handspiel von Benjamin Henrichs als strafwürdig bewertete. Die Entscheidung war hart, aber aufgrund des angespannten Arms vertretbar. Cunha scheiterte aber am stark reagierenden Müller.

Das Spiel schien zu Beginn der zweiten Halbzeit entschieden. Zumindest stabilisierte sich die deutsche Mannschaft und schloss die riesigen Lücken in der Abwehr. Nadiem Amiri hielt dann einfach mal drauf und hatte Glück, dass Keeper Santos danebengriff und der Ball zum 3:1 einschlug.

So rückte in der restlichen Spielzeit erneut Schiedsrichter Ivan Barton in den Fokus, da Brasilien bemerkte, dass das Spiel noch nicht durch war. Während die Verwarnung für Anton Stach nach einem Tritt gegen Richarlison noch unstrittig war, rief die nächste Szene Diskussionen hervor: 

Maximilian Arnold stellte gegen Dani Alves den Körper rein und es kam unten eher zum Zusammenprall, als zu einem aktiven Beinstellen. Ein Foulpfiff wäre in Ordnung gewesen, aber niemals eine gelb-rote Karte! Fortan war die deutsche Mannschaft also in Unterzahl!

Douglas Luiz erhielt nach einem Foulspiel an Cedric Teuchert auch noch Gelb, sinnvoll war diese allerdings nur für die Balance.

Während Brasilien das Spiel ausklingen lassen wollte, bediente David Raum den eingewechselten Rangnar Ache und schon stand es nur noch 3:2.

Weiter ging es mit den Karten: Henrichs rutschte unkontrolliert in den Zweikampf mit Bruno Guimaraes und erwischte Ball und Gegner. Die Verwarnung war aufgrund der hohen Dynamik gerechtfertigt.

Kurz vor dem Ende gab es dann auch noch Gelb für Jordan Torunarigha, der sich ein Foulspiel an Paulinho leistete.

Nach dieser zweiten Halbzeit konnte man aber festhalten, dass der von den von Stefan Kuntz betreuten Mannschaften viel beschworene Teamgeist wieder gefunden wurde. Darauf lässt sich aufbauen, auch wenn der Schlusspunkt Brasilien vorbehalten war, das in Person von Paulinho zum 4:2 traf.

Fazit: Schiedsrichter Ivan Barton wirkte zu sehr auf Sicherheit bedacht und setzte zu wenig Persönlichkeit ein. Sicher war der Großteil der Verwarnungen vertretbar, aber sicher auch vermeidbar. Zudem war der Platzverweis falsch.

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