Mit Video | Darum ist Hand nicht gleich Hand

Mit Video | Darum ist Hand nicht gleich Hand

15. Juli 2018 0 Von Reiner Kuhn

11,98 Millionen deutsche TV-Zuschauer staunten beim Spiel Portugal gegen Iran (1:1), als der paraguayische Schiedsrichter  Caceres nach dem Hinweis des Video-Assistenten Handelfmeter für den Iran pfiff. Der Portugiese Cedric hatte im Sprungduell den Ball aus einem Meter an den Arm bekommen.

 

Szene links: Portugals Cedric bekommt den Ball gegen den Arm geköpft – Elfmeter nach Video-Beweis! Szene rechts: Bayerns Kimmich spitzelt den Ball gegen Söyüncüs Hand. Nach Video-Beweis gibt’s keinen Elfer

In der Bundesliga gab es in mehreren vergleichbaren Fällen keinen Strafstoß.

BamS-Schiri Thorsten Kinhöfer (49)

Das ist für mich nicht nachvollziehbar, da einzugreifen und Strafstoß zu pfeifen. Natürlich Handhaltung, keine Absicht und nicht kontrolliert. Alle drei Indizien sprechen gegen Handspiel. Das war doch auch nicht mal ein Graubereich, sondern eine eindeutige Fehlentscheidung. Es sind soviele Schiedsrichter auf dem Platz und im Videokontrollraum. Hier auf strafbares Handspiel zu entscheiden, ist unglaublich,

Die FIFA 12 („Fouls und unsportliches Betragen”) ist im Kern zwar klar formuliert: „Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball ABSICHTLICH mit Hand oder Arm berührt.” Doch dann wird es viel zu schwammig: „Zu berücksichtigen ist die Bewegung der Hand zum Ball, die Entfernung zwischen Gegner und Ball und die Position der Hand.”

Die Auslegung ist zwischen WM und Bundesliga unterschiedlich.

In Russland entscheiden Schiedsrichter nach dem Motto: Lass das Problem des Spielers nicht zu deinem Problem werden. Wenn der Ball an die Hand geht, ist es  schnell mal Elfmeter. In der Bundesliga wird da  schärfer hingesehen: Lag wirklich Absicht vor? Aus welcher Distanz flog der Ball an den Arm (bei nur einem Meter hat der Spieler kaum eine Chance, den Arm wegzuziehen)?

 Dabei sollte ein Regelwerk auf jedem Platz der Welt gleich ausgelegt werden. Und ein Handspiel darf nicht geahndet werden, wenn den Verteidiger keine Schuld trifft.

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