Mit Video | Die Analyse zum 32. Spieltag: Bitte, hört auf damit!

Mit Video | Die Analyse zum 32. Spieltag: Bitte, hört auf damit!

29. April 2018 0 Von Reiner Kuhn

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und heutige „BamS“-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer analysiert den 32. Spieltag der Bundesliga.

  • Rote Karte für Bentaleb:

Eine Sache, die Kinhöfer wieder einmal ärgert, ist die Tatsache, dass ein Spieler wie Lars Stindel so theatralisch zu Boden geht. Das sehen die Amateurfußballer und machen es dann dem Schiedsrichter in den unteren Spielklassen schwer – bitte, hört auf damit! Rot ist aber berechtigt. Der Schlag ist nunmal trotzdem da, sodass die Rote Karte zumindest im höchstenmaße vertretbar ist.

  • Strafstoß für Schalke:
 [IG-Schiedsrichter: Für mich war das ein vertretbarer Elfmeter. Der Schuss von Konoplyanka kam aus kurzer Distanz, Absicht konnte man Kramer da nicht zwingend unterstellen. Aber der Arm war eben ziemlich unnatürlich vom Körper weggestreckt. Einzige Frage die berechtigt ist, ob eine klare Fehlentscheidung vorliegt, aber da würde ich sagen. Der Eingriff ist nachvollziehbar. Pfeift er nicht würde jeder sagen „klarer Elfmeter, scheiß Videobeweis“.  Kinhöfer: Es ist vertretbar, allerdings eher kein klarer Fehler. Kurze Distanz, keine Absicht. Gelb für Christoph Kramer ist obligatorisch, da er dadurch Torschuss einen verhinderte. Rot statt Gelb für Bentaleb war sowieso keine Korrektur, die auf Empfehlung von Video-Assistent erfolgt ist. Hier war vielmehr die Information des Schiedsrichter-Assistenten entscheidend, somit hatte er Schiedsrichter Harm Osmers darauf hingewiesen sich das ganze nochmal selbst anzuschauen, denn es gab keinen in die Luft gezeichneten Monitor, und so schnell, wie da Rot kam, kann kein VAR die Szene noch einmal ansehen. Der Video-Assistent kann anschließend automatisch die Rot-Entscheidung überprüfen, und er hatte offenbar keine Einwände, sonst wäre es ja nach dem Platzverweis zum On-Field-Review gekommen.  
  • Elfmeter für den HSV 1

Ito legte sich rechts im Strafraum den Ball an Guilavogui vorbei, der den Japaner zu Fall brachte.

IG-Schiedsrichter: Richtig, Guilavogui stellt das Bein raus und traf den Hamburger.

  • Elfmeter für den HSV 2

Waldschmidt war bei einem Konter über rechts enteilt, zog im Strafraum an William vorbei und wurde von diesem zu Fall gebracht.

IF-Schiedsrichter: Und auch diesen gab es zu Recht. Williams ließ das Bein gegen Waldschmidt stehen und traf den Hamburger am Fuß, womit er zu Fall gebracht wurde.

  • Elfmeter für Berlin

IG-Schiedsrichter: Janker führte sich mit einer sehr wackligen Aktion ein, verlor den Ball im Laufduell an Selke und zog den Stürmer anschließend im Strafraum zu Boden. Referee Fritz traf die einzig richtige Entscheidung und zeigte auf den Punkt, denn der Ex-Berliner agierte zu tölpelhaft gegen Selke und verursachte den Elfmeter, den Ibisevic zum Anschluss verwandelte.

  • Rot für Marcel Heller

IG-Schiedsrichter: Für den negativen Schlusspunkt einer ansonsten sehr fairen Partie sorgte der eingewechselte Heller: Der Augsburger foulte Palko Dardai, der in der Schlussphase sein Bundesliga-Debüt für die Hertha feierte, Ein harter aber nachvollziehbarer Platzverweis. Heller mit dem langen Bein von hinten in die Beine ohne Chance den Ball zu spielen.

  • Videobeweis in Leverkusen

Im Anschluss an eine Ecke hatte Baumgartlinger die ausgestreckte Hand am Ball. Welz bekam mit einiger Verzögerung ein Signal aus Köln, ging in die Review Area und entscheidet durchaus vertretbar auf Elfmeter für Leverkusen.

IG-Schiedsrichter: Baumgartl hatte beim Abwehrversuch die Kugel nicht mit dem Kopf, sondern mit der Hand geführt. Es gab also den Handelfmeter zurecht. Zwar hatte Tobias Welz inmitten der Partie unterbrochen, ohne dass er eine Spielunterbrechung abgewartet hatte. „Man stelle sich vor, diese Unterbrechung, wäre erst in fünf Minuten. Wäre viel zu lange und gäbe auch wieder nur Beschwerden“, schrieb uns Thorsten Kinhöfer.

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