Mit Video | Die Analyse zum 28. Spieltag mit Thorsten Kinhöfer

Mit Video | Die Analyse zum 28. Spieltag mit Thorsten Kinhöfer

1. April 2018 0 Von Redaktionsmitglied

Die Analyse von Thorsten Kinhöfer und unsere weitere Einschätzung zum aberkannten Treffer in Hannover und dem Aufreger des Tages auf Schalke.

FC Schalke 04 – SC Freiburg  (2:0)
Der Strafstoß, bei den der Freiburger Gulde Schalkes Embolo unten am Schienbein trifft, ist für Ex-FIFA- und Bundesliga-Schiedsrichter Kinhöfer unstrittig oder zumindest im höchsten Maße vertretbar. Freiburgs Petersen hat danach wohl gemeckert und Schiedsrichter Tobias Stieler ein paar Sachen gesagt. Daraufhin bekam dieser die Gelbe Karte unglücklich in den Rücken gezeigt, sodass Petersen nicht wusste, dass er soeben Gelb gesehen hat. Da Nils Petersen die erste Karte nicht gesehen hat und auch keine Theatralik oder Gestik zu sehen war, ist es vorallem für den Zuschauer unglaublich schwer zu verstehen, warum es wenige Sekunden danach Gelb/Rot für den Freiburger gibt. Kinhöfer kann zu 100% ausschließen, dass definitiv keine Beleidigung gefallen ist, denn bei einer Beleidigung hätte es sonst Rot gegeben und nicht Gelb/Rot. Somit kann es sich nur um Kritik handeln. Da kann man als Schiedsrichter auch mal darüber weghören und vielleicht nur verbal auf den Spieler eingehen. Aufgrund dessen war dann auch Freiburgs Trainer Christian Streich nicht mehr zu halten und er wurde prompt aus dem Innenraum verwiesen. Aus Schiedsrichtersicht war das ganze äußerst unglücklich gelaufen. Hier hätte man mit mehr Körpersprache handeln sollen.

Die Einlassung von Stieler ist verständlich und nachvollziehbar aber die Entscheidung in punkto Spielleitung- und Management äußerst unglücklich. Schon die erste Gelbe Karte für Petersen war unglücklich. Wenn wir uns alle Gelben Karten in der Saison anschauen würden, finden wir denke ich keine verleichbare Kartenvergabe. So in den Rücken des Spielers zeigt man sie nicht! Das ist schonmal der erste Fehler, das Zeigen in den Rücken und auch dabei nicht ansprechen. Das Zeigen der Gelben Karte ist auch eine emotionale Situation und als Schiedsrichter ist es meine Aufgabe die Emotionen herauszunehmen. Vielmehr ganz klar zu kommunizieren. „Der Pfiff, Gelb mir reicht es bis hier hin und nicht weiter! Bleiben Sie ruhig.“ Und wenn ich ihm die Gelbe Karte in den Rücken zeige, ohne ihn zusätzlich anzusprechen, dann sind es natürlich zwei Fehlleistungen in einer Situation. Mit ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl hätte man beide Platzverweise sicherlich vermeiden können.

Hannover 96 – RB Leipzig  (2:3)
Für viele stellt sich die Frage, wie Schiedsrichter Guido Winkmann das vermeintliche 3:3 wegen einer Millimeter Entscheidung bzgl. Abseits zurück nehmen kann. In dem Fall ist die Kamera einfach perfekt auf die Szene eingestellt und kann das Abseits aufklären. Trotz alle dem muss man trotzdem sagen, dass die Entscheidung absolut korrekt war.

Es ist in jedem Fall äußerst mutig das der Video-Assistent hier eingreift, noch mutiger den armen Schiedsrichter Guido Winkmann die Entscheidung aufzulasten, denn er muss rausgehen und muss sich dieses Bild nochmal anschauen. Eine äußerst knappe Situation. Da muss man ganz klar sagen, in der Praxis als Schiedsrichter auf dem Spielfeld und dann am Monitor, kann das auch falsch entschieden werden. Äußerst mutig aber glücklicherweise die richtige Entscheidung getroffen worden. Aber natürlich wieder so ein Grenzbereich des Video-Assistenten.

Guido Winkmann: „Das Tor ist gefallen und ich habe auch zur Mitte gezeigt dann kam aus Köln die Information das eine Abseitsposition vorgelegen hat. Grundsätzlich ist Abseits eine faktische Entscheidung, weil wir da eigentlich nicht in die Review Area gehen. In der Situation habe ich auch keine Vermutung gehabt, dass Abseits vorgelegen haben könnte, und hab mich dann dazu entschlossen, -was aber nicht der Regelfall ist, aber ich habe mich dann selbst überzeugt- und bin rausgegangen wo mir ein Standbild gezeigt wurde, wo ich dann auch erkannt habe das Abseitsposition vorliegt und deswegen ist das Tor zurückgenommen worden.“ Damit auch korrekt.

Beeinflussung des Videoschiedsrichter bei der WM
Der Videoschiedsrichter wird sicherlich die WM zum Teil beeinflussen, da einfach ein großer Teil noch nie damit gearbeitete hat und nicht so richtig damit umzugehen weiß.

https://www.facebook.com/BILDsport/videos/1945147102176354/

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