Nicht der Sinn des Video-Assistenten

Nicht der Sinn des Video-Assistenten

4. Oktober 2021 10 Von IG Schiedsrichter

In der vierten Minute des Bundesligaspiels RB Leipzig gegen den VfL Bochum (3:0) hatte sich Leipzigs Emil Forsberg den Ball schon auf den Strafstoßpunkt gelegt und wartete nur noch auf die Freigabe durch Schiedsrichter Robert Hartmann. Doch dieser wurde zunächst nochmal in die Review Area gerufen um sich den Zweikampf von Bochums Herbert Bockhorn gegen Yussuf Poulsen am Video-Bildschirm anzuschauen und zur Überraschung aller auf „kein Foul“ entschied.

Das war gleich doppelt falsch. Denn erstens rauschte Bockhorn mit offener Sohle heran und traf Poulsen mit den Stollen voran zwischen Knöchel und dem Spann.

Unerheblich ist hierbei, dass er zunächst auch den Ball berührte, da der Ball noch in der Luft und die Szene nicht ungeklärt war. Ein Rätsel blieb, wie Robert Hartmann nach Ansicht der Bilder zur Ansicht gelangte, seine getroffene Tatsachenentscheidung zu korrigieren.

Erstens hat Hartmann dabei eine vertretbare Entscheidung durch eine andere vertretbare Entscheidung ersetzt und zweitens hätte Video-Assistent Johann Pfeifer überhaupt nicht eingreifen dürfen, da keine klare offensichtliche Fehlentscheidung vorlag.

Sehr wahrscheinlich hatte Robert Hartmann in realer Geschwindigkeit nicht gesehen, dass Bockhorn auch den Ball gespielt hat. Somit haben die TV-Bilder seiner getroffenen Wahrnehmung widersprochen. Allerdings lässt sich der Treffer mit der offenen Sohle und gestreckten Bein des Bochumers gegen Poulsen nicht von der Hand weisen. Das ist jedoch nicht der Sinn des Videobeweises eine vertretbare Entscheidung durch eine andere vertretbare Entscheidung zu ersetzen.

Man kann sich nur glücklich schätzen, dass dies kein spielentscheidender Fehler war und Leipzig ohne diesen Fehler noch 3:0 gewann. Aber Werbung für den Videobeweis war es nicht.

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