Der überforderte Schiedsrichter

Der überforderte Schiedsrichter

23. Februar 2020 3 Von IG Schiedsrichter

Ein besseres Beispiel wie man als Schiedsrichter nicht auftreten sollte kann man gar nicht mehr finden. Schiedsrichter Tobias Fritsch hatte im Spiel zwischen 1860 München gegen Magdeburg (1:1) genau einen solchen Moment.

Als Magdeburgs Verteidiger den Ball aus der Luft runter holte, pfiff Fritsch plötzlich, wusste aber selbst nicht genau wieso. Wollte er da Strafstoß wegen Handspiel geben? Wir wissen es wahrscheinlich genau so wenig wie er selbst.

Als plötzlich Diskussion aufkamen schaute er zu seinem ersten Schiedsrichter-Assistenten Jonas Brombacher raus. Fritsch wirkte total überfordert und wusste nicht wie er da nun aus der Nummer rauskommt. Allerdings kann hier Brombacher nicht helfen, da dieser überhaupt keine Sicht auf die Aktion haben kann.

Das sagt die Regel: 

Wenn der Ball vom eigenen Körperteil unkontrolliert an die Hand gesprungen springt, darf es keinen Strafstoß geben.

Als es dann so aussah, als würde es tatsächlich Strafstoß geben mischte sich plötzlich sein zweiter Assistent Marc Philip Eckermann ein und Fritsch nahm dann den Strafstoß zurück. Was Eckermann hier gesehen haben will ist uns genau so ein Rätsel, da Magdeburgs Verteidiger mit dem Rücken zu ihm stand und etwa 50 Meter dazwischen liegen. Selbst wenn er da gesehen haben will, dass der Ball vom Knie an den Arm springt muss er das sofort sagen und nicht erst nach zwei Minuten Unsicherheit des Schiedsrichters.

Ein guter Schiedsrichter fällt auf indem er nicht auffällt…

Hier liegt vom Schiedsrichter und auf des zweiten Assistenten eine total unprofessionelle Aktion vor. Einzig der erste Assistent Jonas Brombacher kann einem etwas leid tun, denn dieser bekam von Magdeburgs Trainer Claus-Dieter Wollitz ganz schön was zu hören – verständlich. Aber so richtig darauf antworten konnte er auch nicht, da er genau so verwundert war, was nun passiert.

Das letztenendes nach Betrachtung der Bilder die richtige Entscheidung getroffen wurde, da Ball zuerst vom eigenen Körper an die Hand gesprungen kann da auch nur ein kleiner Trost sein. Insgesamt war es ein megaschlechter Ablauf von einem total verunsicherten Schiedsrichter. Er bläst erst zögerlich in die Pfeife, zeigt zögerlich auf den Punkt. Als es dann bedingt -durch die gezeigte Unsicherheit des Referees- zu Protesten führte, versuchte er Sicherheit bei den Assistenten zu holen, die viel zu weit weg standen. Selbst wenn Eckermann gesehen hat, dass der Ball vom eigenen Körper kam (ob der Ball tatsächlich die Hand berührte, konnte er aus seiner Position gar nicht erkennen) muss er es sofort dem Schiedsrichter sagen, darf nicht erst sehen wie der Schiedsrichter zwei Minuten seine Unsicherheit zeigte. Das Nächste ist ja, er läuft schon zum Elfmeterpunkt, war sich also zunächst schon sicher den Strafstoß zu geben. Total unprofessionell! Das sieht man in der Kreisliga vielleicht, aber doch nicht von einem Gespann welches 3. Liga leiten will.

Aber dennoch bei aller Kritik. Hut ab an Assistenten Marc-Philip Eckermann das er den Mut hat, den Schiedsrichter zu überstimmen. Aber das hätte er viel früher machen müssen und Fritsch nicht noch zwei Minuten in der Situation alleine zu lassen. Das war in der Außenwirkung schlecht. Das Fritsch unsicher war, merkten ja auch die Spieler und Trainer und so konnte keiner mehr diese Entscheidung nachvollziehen.

So eine Szene wünscht man keinem Schiedsrichter. Die Jungs stehen schon so sehr unter Druck (TV-Bilder).

Share This: