Ruhiger Nachmittag trotz zweier Platzverweise

Ruhiger Nachmittag trotz zweier Platzverweise

23. Februar 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Wenig Aufregung gab es in den Samstagsnachmittagspartien. Warum es dann in der Schlussphase dennoch zwei Platzverweise gab, lest ihr in unserer Analyse.

In der 11. Minute bei der Partie Bayern München gegen Hertha BSC erzielte Davie Selke das 1:0 für die Berliner. Doch der Treffer zählte nicht! Selke bekam einen Ball in die Spitze gespielt. Der Stürmer legte die Kugel an Neuer vorbei und schob ein, stand beim Zuspiel jedoch relativ deutlich im Abseits, sodass der frühe Berliner Treffer nicht zählen durfte.

In der 26. Minute waren mal die Berliner an der Reihe, welche sich das Leder durch die eigenen Reihen im Mittelfeld schoben. Sie kamen sie über Kalou nach vorne, welcher die Pille von links in die Mitte spielte. Duda bekam den Ball anscheinend an die Hand und Osmers pfiff die Situation zurück. Die Zeitlupe klärte die Szene nicht vollends auf. Vielleicht war es auch nur der Oberschenkel.

Das Spiel in München war durchaus unterhaltsam. Franck Ribéry scheiterte nach einem tollen Zuspiel von Rodríguez aus spitzem Winkel aus zwei Metern an Jarstein, der Franzose stand vorher jedoch im Abseits (33.).

Fünf Minuten nach der Pause zeigte Harm Osmers in München die erste Verwarnung. Joshua Kimmich war mit dieser nicht so recht einverstanden. Der Münchener kam in der Szene aber eindeutig zu spät. Duda spitzelte ihm den Ball vom Fuß und Kimmich traf ihn. Es ist Kimmichs Vierte in der laufenden Spielzeit. Dann forderte Robert Lewandowski eine Strafstoß, doch die Pfeife vom wohl nächsten deutschen FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers blieb stumm! Der Pole war angesichts des Spielstandes sichtlich angefressen. Bei einem Strafraum-Zweikampf zwischen ihm und Stark gingen beide Spieler hart zur Sache und fielen. Lewandowski bekam das Stürmerfoul zugesprochen. Beide gingen in einem Zweikampf zu Boden, da lässt man Für einen Elfmeter ist das definitiv zu wenig, kann man wohl auch weiterlaufen lassen. Im Zweifel vom Tor weg ist immer richtig.

Platzverweis in München?

Eine fragwürdige Entscheidung, obwohl dem Berliner da die Sicherung durchgebrannt sind! Lewandowski und er gingen vor dem Strafraum zu Boden und der Pole traf den Gäste-Verteidiger aus Versehen mit dem Fuß im Gesicht. Rekik sprang auf und schubste Lewandowski, der Pole ist in der Szene jedoch auch recht deutlich auf den Berliner zugegangen. Der Video-Schiri griff berechtigterweise nicht ein, sodass die Rote Karte bestehen blieb, weil es nicht eine klare offensichtliche Fehlentscheidung war. Aus meiner Sicht keine zwingende Rote Karte für Rekik. Beide machen ein bisschen was, Rekik stand auf und packte ihn. Beide Gelb hätte es wohl auch getan. Osmers hat es als Tätlichkeit gewertet. Das ist keine klare Fehlentscheidung. Rot ist vertretbar aber sehr sehr hart.

Nach gut einer Viertelstunde unterband Daniel Caligiuri beim Spiel Mainz 05 gegen Schalke 04 einen im Ansatz befindenden Konter in der gegnerischen Hälfte auf rechts gegen Latza regelwidrig. Schiri Sven Jablonski kam zu ihm gelaufen und machte ihm klar, dass es das nächste Mal Gelb gibt. Die wäre auch hier definitiv vertretbar gewesen.

Elfmeter in Mainz?

15 Minuten vor dem Ende der Partie bekam Daniel Caligiuri rechts im Sechzehner einen minimalen Kontakt von hinten von Boëtius und fiel zu Boden. Jablonski, in seinem 16. Bundesligaspiel, sagte Weiterspielen und bemühte Video-Assistent Benjamin Brand. Dieser bestätigte ihn in seiner Entscheidung. Zwar lag hier ein leichter Kontakt, aber nicht jeder Kontakt ist im Strafraum ein Foulspiel. Auch hier ist kein Elfmeter zu pfeifen die völlig richtige Entscheidung!

Elfmeter in Mönchengladbach?

Nachdem der grätschende Weghorst einen Wendt-Querpass aus kurzer Distanz mit der linken Hand abgeblockt hatte, hielt Referee Dr. Robert Kampka kurz Rücksprache mit Video-Assistenten Benjamin Cortus. Es ging ohne Handstrafstoß weiter und das ist aus meiner Sicht auch die richtige Entscheidung. Zwar ging der Arm zum Ball, allerdings geschah dies im normalen Bewegungsablauf aus einer Stützhand heraus. Zudem sah es für mich so aus, als ob der Ball vom Oberschenkel an den Arm sprang.

Platzverweis in Freiburg?

Oxford trat Haberer von hinten böse in die Hacke und sah die glatt Rote Karte von Schiri Tobias Welz. Diese Entscheidung ist nicht hart sondern alternativlos. Der Augsburger traf ihn von hinten ohne Chance auf den Ball. Dafür ist der direkte Feldverweis voresehen.


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