Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 15. Spieltag | 3. Liga

14. Dezember 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Professionelle Fußballspieler nennen sich nicht umsonst so. Sie haben eine Menge Zeit, Muster zu perfektionieren, mit denen sie auch bei den Unparteiischen an ihr Ziel kommen. Auch am vergangenen Spieltag wurde es ihnen deshalb nicht leicht gemacht. Wichtig ist es, dass die Schiedsrichter sich festlegen, ab wann sie eingreifen und das dann so beibehalten. Diese Schwelle hätte ruhig etwas höher gelegt werden können. Außerdem war das Handspiel mal wieder ein Thema.

TSV 1860 München 5:0 SV Waldhof Mannheim (SR: Mitja Stegemann)

Stefan Lex fiel im Zweikampf mit Marcel Hofrath und forderte einen Strafstoß – Schiedsrichter Mitja Stegemann pfiff nicht. Das minimale Halten an der Hand ist definitiv zu wenig für einen Strafstoß, sodass die Entscheidung korrekt ist.

Marcel Costly bekam den Ball in der Drehung an die zum Körper gezogenen Hände – Stegemann gab Handelfmeter. Es war mal wieder ein Pfiff, den man nicht sehen will, aber den man nach der derzeitigen Auslegung als korrekt bewerten muss. Die unnatürliche Handhaltung vergrößerte die Körperfläche in der Drehung leicht, was wohl für ein Handspiel reicht. [TV-Bilder ab 2:15 Minute]

VfB Lübeck 1:1 1.FC Magdeburg (SR: Patrick Alt)

Dennis Grupe brachte Sirlord Conteh kurz vor dem Strafraum durch ein Beinstellen zu Fall und sah von Schiedsrichter Patrick Alt die gelbe Karte. Einige Magdeburger forderten die Rote Karte wegen der Verhinderung einer klaren Torchance und diese Forderung war nicht einmal so abwegig. Allerdings wie Alt darauf hin, dass Conteh nach außen gerichtet stand und den Ball somit nicht unmittelbar gerade auf das Tor hätte zulaufen können. Dieser Auslegung können wir uns gerne anschließen. [TV-Bilder ab 27:55 Minute]

Daniel Steiniger rutschte im eigenen Strafraum ungeschickt in Pascal Steiniger hinein und traf diesen deutlich am Fuß. Patrick Alt entschied auf Strafstoß, was völlig unstrittig war. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder ab 0:50 Minute]

Der bereits verwarnte Yannick Deichmann kam gegen Thore Jacobsen zu spät und foulte diesen, worauf er die gelb-rote Karte erhielt. Diese Entscheidung war hart. Einerseits verhielt sich Deichmann wirklich ungeschickt und die Linie von Patrick Alt war wirklich (zu) eng. Andererseits fehlte hier doch einiges an Dynamik und Intensität. Diese Entscheidung war für uns tendenziell eher zu hart. [TV-Bilder ab 2:20 Minute]

Interessant wurde es, als Magdeburgs Trainer Thomas Hoßmang einen Ball stoppen und seiner Mannschaft eine schnelle Spielfortsetzung verschaffen wollte. Allerdings erhielt Alt sofort das Signal von Assistentin Katrin Rafalski, dass sich Hoßmang noch im Feld befand. Deshalb gab es dann die gelbe Karte für den Coach und den Freistoß für Lübeck. Es ist hierbei auch nicht entscheidend, dass der Ball sowieso mit der nächsten Umdrehung ins Aus gerollt wäre. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war er definitiv im Feld,. Hoßmang verließ die Coaching-Zone um den Ball im Feld zu stoppen. Eine völlig richtige Entscheidung. [TV-Bilder ab 2:02:22 Minute]

Die lange in Unterzahl spielenden Lübecker erhielten in der letzten Minute doch noch die Chance zum Siegtreffer. Korbinian Burger traf Grupe wohl leicht am Fuß, woraufhin der Lübecker recht viel aus dem Kontakt machte. Auch hier können wir wieder nicht sagen, dass Alt klar falsch lag, ein reichlich ungeschickter Kontakt lag vor. Die Intensität, die Grupe zu spüren vorgab, lag allerdings nicht vor. Erneut lag hier also eine tendenziell zu harte Entscheidung vor. [TV-Bilder ab 3:14 Minute]

Hallescher FC 1:3 SG Dynamo Dresden (SR: Florian Heft)

Kevin Ehlers wehrte einen Schuss mit dem Arm ab, doch Schiedsrichter Florian Heft pfiff nicht. Eine deutliche Fehlentscheidung, da Ehlers den Ball mit dem abgespreizten Arm auf Schulterhöhe blockte. Es hätte den Strafstoß für Halle geben müssen! [TV-Bilder ab 1:36 Minute]

Der bereits verwarnte Hallenser Laurenz Dehl nahm vor einem Einwurf einem Dresdner den Ball weg und verhinderte damit die Spielfortsetzung. Heft zeigte ihm daraufhin die gelb-rote Karte. Die Bälle sind ganz einfach bei der Spielfortsetzung des Gegners in Ruhe zu lassen! Den Schuh der fehlenden Akzeptanz müssen sich die Schiedsrichter, wie letzte Woche bereits erwähnt, allerdings selbst anziehen, da sie von einer einheitlichen Bewertung solcher Situationen meilenweit entfernt sind. [TV-Bilder ab 2:41 Minute]

SC Verl 1:1 Viktoria Köln (SR: Tobias Schultes)

Bernard Kyere wehrte im eigenen Strafraum einen Schuss mit dem abgespreizten Arm ab, doch Schiedsrichter Tobias Schultes pfiff nicht. Auch hier hätte es eindeutig den Strafstoß für Verl geben müssen, da ein klar strafbares Handspiel vorlag! [TV-Bilder ab 1:03 Minute]

Barne Pernot brachte Timmy Thiele zu Fall, doch auch hier pfiff Schultes nicht. Ein Strafstoß wäre nicht falsch gewesen, aber auch die Entscheidung von Schultes ist nachvollziehbar. Der Einsatz von Pernot war hart, aber ohne Armeinsatz und auch ohne Beinstellen. Die Schwelle zum Strafstoß auf ähnlicher Höhe zu belassen, wäre wünschenswert. [TV-Bilder ab 3:28 Minute]

Hansa Rostock 0:2 SV Meppen (SR: Wolfgang Haslberger)

Jan Löhmannsröben brachte Dejan Bozic zu Fall – Schiedsrichter Wolfgang Haslberger gab Strafstoß, sowie die Rote Karte für Löhmannsröben. Bozic hatte sich bereits vor den Rostocker geschoben, hatte eine klare Torchance inne und kam zu Fall, nachdem dieser ihm in die Hacken lief. Der Kontakt ist verhältnismäßig gering, aber klar Ursache für den Sturz. Die Entscheidung war also absolut korrekt! [TV-Bilder ab 3:02 Minute]

MSV Duisburg 4:1 SV Wehen Wiesbaden (SR: Patrick Kessel)

Eine gehörige Portion Zweikampf ließ auch Patrick Kessel zu. Nachdem sich Vincent Vermeij im Duell mit Jakob Media Platz verschafft hatte, lag der Ball im Wiesbadener Tor. Allerdings ist hier keine Regelwidrigkeit festzustellen. Das Tor anzuerkennen, war also absolut korrekt. [TV-Bilder]

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