Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 17. Spieltag – 2. Bundesliga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 17. Spieltag – 2. Bundesliga

17. Dezember 2019 1 Von IG Schiedsrichter

Mit dem von Mario Gomez nach Videobeweis aberkannten  Treffer +++ dem Elfmeter in Nürnberg und einem möglichen Handelfmeter für Regensburg. Am 17. Spieltag der 2. Bundesliga schauten wir uns drei Situationen nochmals genauer an.

SV Darmstadt 1:1 VfB Stuttgart (SR: Patrick Ittrich)

Die Schwaben erzielten im Montagabendspiel der 2. Bundesliga in der 67. Minute mit einem sehenswerten Angriff die 2:1-Führung – doch es zählte wieder nicht! Die Story von Mario Gomez und den Video-Assistenten ist hinlänglich bekannt. Zum sechsten Mal innerhalb weniger Wochen wurde dem Stuttgarter Angreifer ein Tor aberkannt, weil er sich um Millimeter im Abseits befand. Die Entscheidung ist korrekt, aber der Stuttgarter Ärger ist durchaus verständlich. Sosa spielte einen hohen Diagonalball direkt von der linken Seite in die Mitte auf Gomez lief ein und knallte den Ball ins rechte Toreck. Im Nachhinein ging die Fahne von Sascha Thielert hoch: Das Knie von Gomez war minimal im Abseits.

Abseits ist Abseits, egal wie knapp

Die Abseitspositionen ist das Spezialgebiet der Video-Assistenten. Nehmen wir mal den Fehler vom vergangenen Spieltag in Wolfsburg raus, liegt die Quote bei Abseitspositionen, die durch den Video-Assistenten geprüft wurde, bei 100 Prozent, jedes Tor wird automatisch durch das Video-Schiedsrichter-Team überprüft. Ob es keine klare  Fehlentscheidung ist, interessiert beim Abseits überhaupt nicht. Abseits zählt wie die Torerzielung oder bei Ball im Aus zu den faktischen Entscheidungen. Ob jemand 2, 5 oder 10 Millimeter im Abseits steht, spielt keine Rolle. Abseits sind faktische Entscheidungen, bei dem es nur richtig oder falsch gibt. Selbst ein Millimeter ist das klar und offensichtlich falsch und der Video-Assistent muss eingreifen.

Die Kalibrierung lügt nicht

Wenn man jetzt das Bild betrachtet, da könnte es den Eindruck erwecken, die kalibrierte Linie liegt schief und falsch an. Doch das ist so gewollt. Die rote Linie könnte ein Pixel weiter zurück, doch dann wäre es aber noch knapper Abseits. Dann legt man die Linie lieber einen Millimeter weiter rüber, dann sieht es etwas deutlicher aus. Die Linien sind wegen der optischen Flucht schief. Das ist so gewollt (TV-Bilder)

1. FC Nürnberg 2:2 Holstein Kiel (SR: Timo Gerach)

Elfmeter für Kiel: Von rechts kam eine Flanke in den Strafraum. Im Zentrum riß Behrens Özcan ohne Note um. Die Flanke ging an eine ganz andere Stelle des Strafraums. Auch wenn es sich um eine harte Entscheidung handelt, es ist kein Fehler des Schiedsrichters hier auf Strafstoß zu entscheiden, weshalb der Video-Schiedsrichter hier keine Korrektur empfahl (TV-Bilder).

FC Erzgebirge Aue 1:0 SSV Jahn Regensburg (SR: Johann Pfeifer )

Beim Stand von 1:0 für Aue überprüfte der Video-Assisten ein Handspiel vom Auer Fandrich im Strafraum. Vorausgesetzt es liegt hier eine Berührung des Balls mit der Hand vor was hier den Eindruck machte, da er die Hand nämlich in Richtung der Schussbahn in Richtung der Flugbahn des Balles dreht, hätte es hier den Strafstoß für Regensburg geben müssen (TV-Bilder).

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