Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

4. September 2018 3 Von Reiner Kuhn

Schiedsrichter haben es nicht leicht. sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe. Wir nehmen eine Szenen des 6. Spieltages der 3. Liga noch einmal unter die Lupe. 🔍

Szene 1 Unterhaching gegen BraunschweigNach einer Ecke für die Eintracht stützte sich der Braunschweiger Philipp Hoffmann beim Hachinger leicht auf und erzielte ein Tor. Schiedsrichter Robert Kempter pfiff die Aktion ab (im Video ab 1:20 Minute).

IG-Schiedsrichter: Kann man abpfeifen, muss man aber nicht. So oder so ein 50/50-Ding was eigentlich so ziemlich bei jedem Eckstoß vorfällt. Ab und an wird das mal abgepfiffen. Da würden ich nicht von einem Fehler sprechen wollen. Ansgar Volz würde jetzt wieder sagen, „wenn die Spieler mal ihre W…-griffel bei sich behalten würden…“. Entscheidung vertretbar.

Szene 2 – Elfmeter zum 3:0 für Unterhaching: Der dritte Treffer per Elfmeter nachdem Becker Marseiler im Eintracht-Strafraum gefoult hatte (im Video ab 2:40).

IG-Schiedsrichter: Kann man auf dem Video nur erahnen meines Erachtens nach. Die Spielerreaktion sagt aber klar aus, dass da ein (ausreichender) Kontakt vorliegen musste, da sich nun mal gar keiner auch nur in irgendeiner Weise beschwert.

Szene 3 – Elfmeterszenen bei Zwickau – Kaiserslautern: In der 90. Minute überschlugen sich die Ereigenisse. Schad kam im Zwickauer Strafraum zu Fall. Es gab zwar einen Kontakt mit Frick, aber für einen Elfmeter war das für Markus Wollenweber zu wenig (im Video ab 2:34).

IG-Schiedsrichter: Da bin ich beim Schiedsrichter. Das macht der viel zu einfach und sucht nur nach dem Kontakt. Definitiv keine Schwalbe aber auch aus meiner Sicht nicht ausreichend für einen Strafstoß. Für einen Strafstoß ist es genauso wichtig das die Fallbewegung passt.

Szene 4 – Erst Foulspiel – dann Handspiel: Die Hausherren bekamen im Gegenzug den eingewechselten Lauberbach in Szene gesetzt, der trotz eines wuchtigen Spannstoßes seinen Meister noch in Sievers fand (90.). Dann sprang Löhmannsröben in den Abpraller und berührte ihn dabei strafbar mit der Hand. Lauterns Akteure protestierten vehement und auch zurecht, denn der Sünder wurde unmittelbar zuvor von Königs Ellbogen im Gesicht getroffen. Der Unparteiische blieb jedoch bei seiner Entscheidung, Wachsmuth cool  (im Video ab 2:50 Minute).

IG-SchiedsrichterJan Löhmannsröben kommt mit der Hand an den Ball, allerdings nur, weil er vorher den Arm vom Zwickauer ins Gesicht bekommen hat. Kein Elfmeter zu pfeifen, sondern den Freistoß für Lautern wäre die richtige Entscheidung gewesen. Wenn auch nicht absichtlich, ist das ganze als Stürmerfoul zu sehen. Da darf es keinen Elfmeter geben, daher muss man hier von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters sprechen! Ich sehe da zumindest aber keine KLARE Fehlentscheidung und kann den Pfiff zum Strafstoß auch in gewisserweise nachvollziehen. Der Ellenbogen im Gesicht kann man auch als eine normale Armhaltung betrachten. Daraus resultierend einen Strafstoß zu geben ist aber auch zweifelhaft aber wie gesagt. Blind Cornflakes zählen oder der gleichen ist anders. Das Problem vieler Leute bei den SR-Entscheidungen ist, dass sie das emotional sehen und nicht sachlich. Nur weil ich zum Beispiel für die Beweggründe des Schiedsrichters suche, heißt es nicht, das ich den Strafstoß gegeben hätte.

Die weiteren Szenen analysiert Babak Rafati HIER in seiner Analyse zum Spieltag.

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