Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

16. September 2018 0 Von Reiner Kuhn

Schiedsrichter haben es nicht leicht. sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe. Wir nehmen zwei Szenen des 7. Spieltages der 3. Liga noch einmal unter die Lupe. 🔍

 

Eintracht Braunschweig 1:0 FC Carl Zeiss Jena (SR: Justus Zorn, Freiburg)

Zunächst sah der Braunschweiger Kapitän Stephan Fürstner nach einem harten Einsteigen Gelb. Wenig später wurde dann Florian Brügmann nach einem ebenso harten Einsteigen mit Rot des Feldes verwiesen.

IG-Schiedsrichter: Die Gelbe für Stefan Fürstner sollte dann aber schon Rot sein, da er ohne jede Chance auf den Ball in die Bein des Gegners von hinten hineingrätscht. Schiedsrichters Justus Zorn stand wohl zu dich dran und konnte die Intensität des Zweikampfes nicht korrekt bewerten. Der Feldverweis für Braunschweigs Kapitän wäre hier die richtige Entscheidung gewesen. Auch sollte sowohl der Jenaer für das heftige zubodenstoßen (an der Schulter!) genauso wie der Braunschweiger für das anschließende Fassen an den Kopf verwarnt werden!

IG-Schiedsrichter: Die Rote Karte für Jenas Florian Brügmann ist eine Kann-Entscheidung. Gesehen in Realzeit war es schon ein brutales Einsteigen. Wenn man die Zeitlupenbilder aber intensiv betrachtet, so hätte es hier auch die Gelbe Karte getan. Der Ball ist in Spielnähe, der Treffer am Fuß, der Fuß des Foulenden ist unten, unten an der Grasnarbe. Allerdings sagt die Intensität eher Rot als Gelb. Eine vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters!

KFC Uerdingen 2:1 Hallscher FC (SR: Asmir Osmanagic, Stuttgart)

In Duisburg kam es nach knapp 30 Minuten zur spielentscheidenen Situation, als Braydon Manu aufgrund eines vermeintlichen Schlages gegen den Kopf/Gesicht mit Rot des Feldes verwiesen. beide Trainer sprachen sich im Anschluss für keine Rote Karte aus.

IG-Schiedsrichter: Zunächst ist die Frage zu klären, ob im Vorfeld ein Foulspiel an Manu vorgelegen hat. Aus der Kameraperspektive ist das schwer zu sagen. Für mich sieht es so aus, als ob der Hallenser an Hacke getroffen wurde, was der Schiedsrichter nicht sah. Im Anschluß stieg er auf und versuchte den Gegner mit dem ausgefahrenen  ins Gesicht/Kopf zu stoppen, was der Unparteiische gesehen. Auch das ist im Realbild eine nachvollziehbare Entscheidung. Der Arm hat grundsätzlich im Gesicht nichts zu suchen. Betrachtet man allerdings wiederum die Zeitlupe, sieht es nach einem leichten Stoß aus, allerdings keine aktive Schlagbewegung. Der Schiedsrichter kann aus seiner Sicht die Aktion eigentlich nicht gesehen haben oder auch nur auf Verdacht, nach dem Motto: Arm im Gesicht, wird schon was gewesen sein. Es sieht so aus, als ob er ein Zeichen vom Schiedsrichter-Assistenten aufs Ohr bekommen hat, der aber ebenfalls weit entfernt ist und es auch nicht zu 100%ig gesehen haben kann. Für mich hier dann unverständlich die Rote Karte. Lieber lass ich den Konter laufen und gebe zur Not im Nachhinein Gelb. Hier liegt meiner Meinung nach eine Fehlentscheidung des gesamten Teams vor. Im Nachhinein wäre es aus meiner Sicht klüger gewesen, kein Faß aufzumachen und einfach weiterzuspielen.

Ich habe den Eindruck als ob sich hier Asmir Osmamagic von der Spielerreaktion beeinflussen lassen hat. Der Uerdinger zeigt wo er getroffen wurde und dann kam die Entscheidung auf Rot. Sollte man nie machen.

Hansa Rostock 2:2 TSV 1860 München (SR: Daniel Siebert, Berlin)

Nach Foul von Hansa Riedel an Grimmaldi zeigte Daniel Siebert auf den Punkt.

IG-Schiedsrichter: Hier liegt fast keine Berührung vor und erst recht keine, wo man fallen muss. Wenn man das Standbild betrachtet, könnte er sogar noch minimal den Ball gespielt haben. Es gibt jedenfalls keinen Kontakt der den Sturz rechtfertigt, aber das kann kein Mensch ohne Zeitlupe sehen! Eleganter wäre es gewesen, dass Halten vor dem Strafraum zu pfeifen. Da hätte kaum einer etwas gesagt. Der Elfmeter für Hansa eine falsche Entscheidung des Schiedsrichter!

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