Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

2. Dezember 2018 0 Von IG Schiedsrichter

Schiedsrichter haben es nicht leicht. sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe. Wir nehmen einige Szenen des 17. Spieltages der 3. Liga noch einmal unter die Lupe. 🔍

Würzburger Kickers 5:2 Carl Zeiss Jena (SR: Jonas Weickenmeier)

Eismann ging im eigenen Strafraum ungeschickt gegen Eckardt zu Werke und brachte diesen zu Fall – Elfmeter entschied der Schiedsrichter. Ademi trat an und traf sicher (69.).

IG-Schiedsrichter: Den Elfmeter würde ich aus Schiedsrichtersicht auch geben. Bei dem Tempo reicht ein geringerer Impuls aus. Die Hintertorkamera lässt den Schluss zu, dass man hätte auch weiterspielenlassen kann. Im Zweifel zählt die Meinung des Schiedsrichters, der auch hier exzellent steht.

Preußen Münster 1:2 Hallescher FC (SR: Robert Schröder, Hannover)

Im Zweikampf mit Jannik Borgmann sprang Gäste-Spieler Moritz Heyer der Ball im Strafraum an den ausgestreckten Arm. Aber die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm.

IG-Schiedsrichter: Mit den Videobildern bei WDR und Telekom lässt es sich nicht aufklären. Auch Assistent Martin-Frederick Kliebe muss sich in Realgeschwindigkeit nicht sicher gewesen sein. Auf dem plötzlich aufgetauchten Bild ist jedoch deutlich zu erkennen, dass Halles Moritz Heyer den Ball beim Klärungsversuch gegen Jannik Borgmann klar mit dem abgestreckten Arm klärte. Das stellt nach der neuen Handspielauslegung, die vom IFAB bereits letzten Winter konkretisiert wurde, ein Vergehen dar. Geht der Ball an den seitlich ausgestreckten Arm, so ist auf Absicht zu erkennen, was hier den Strafstoß zur Folge haben muss. Keine Verwarnung, da durch das Handspiel kein Torschuss verhindert wurde.

„Die Fotos lassen den Schluss zu, dass es tatsächlich ein Elfmeter war. Bitter auch für uns Schiedsrichter, gerade bei einer so spielentscheidenden Aktion falsch gelegen zu haben. Ich kann den Ärger der Preußen durchaus verstehen.“ (Robert Schröder im Bild-Bericht)

Aber wenn man sich über der Berührung nicht 100% sicher ist, kann man nicht entscheiden und dadurch das Spiel entscheiden. Man stelle sich mal vor, der Assistent hätte gewunken und man hätte den Kontakt wie auch immer nicht nachweisen können. Im Zweifel lässt man eben weiterlaufen. Letztlich aber, liegt hier ein Fehler des Assistenten vor.

Share This: