Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 32. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 32. Spieltag | 3. Liga

14. Juni 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Mit dem 1:0 und 2:0 für Magdeburg +++ dem verweigerten Strafstoß für Magdeburg und Halle +++ dem „Mithilfe des Videobeweises der 3. Liga“ zurückgenommenen Treffer in Duisburg +++ dem Strafstoß für Chemnitz. Am 32. Spieltag der 3. Liga schauten wir uns sieben Situationen nochmal an:

1.FC Magdeburg 2:0 FC Viktoria Köln (SR: Florian Lechner)

Beim 1:0 für Magdeburg hegten die Kölner Zweifel an der Korrektheit des Treffers: Eine Ecke von links konnte Gjasula am Fünfer nicht aufs Tor lenken, er gab den Ball nochmal raus zu Kvesić, der an den kurzen Pfosten flankte. Dort war Costly eingerückt und lenkte das Leder aus kurzer Distanz mit dem rechten Außenrist in die Maschen. Da waren die Kölner nicht bei der Sache und schauten hinterher [TV-Bilder ab 1:25 Minute].

Die Kölner reklamierten hier eine vermeintliche Abseitsposition, doch diese konnten die TV-Bilder bei „Magenta Sport“ nicht zweifelsfrei. Für uns ist es tendenziell gleiche Höhe, weshalb der Treffer von Costly wohl zu Recht anerkannt wurde. Nennen wir es, mal im Zweifel für den Angreifer.

Nach der zweiten Hälfte forderten die Magdeburger Strafstoß. Kölns Hajrovic kam im Strafraum mit Blaulicht angeflogen und räumte Bell Bell ab. Schiedsrichter Lechner ließ weiterspielen und setzte mit Eckstoß fort [TV-Bilder ab 2:25 Minute].

Schwierige Szene. Der Kölner nahm das volle Risiko und spielte den Ball, aber halt nur mit Arm und Rücken und ging mit hoher Intensität in den Zweikampf. Den etwa 80%igen Strafstoß kann man durchaus geben [TV-Bilder ab 2:26 Minute].

Auch beim Magdeburger 2:0 Anthony Roczen gab es Fragezeichen. Die Kugel ging quer den Strafraum entlang zu Bell Bell. Kein Kölner ging drauf und der Linksfuß zog ab. Mesenhöler war blitzschnell unten, doch parierte er die Kugel genau vor die Füße von Joker Roczen. Der Stürmer musste auch drei Metern nur noch einschieben. Aus Abseitsposition? Schiri Lechner gab den Treffer [TV-Bilder ab 3:10 Minute]. Hier lässt es sich auch nicht 100%ig auflösen, ob der Magdeburger im Abseits stand, stoppt man allerdings das Bild passend, ist die klare Tendenz: kein Abseits.

MSV Duisburg 1:1 Würzburger Kickers (SR: Dr. Dr. Justus Zorn)

Würzburg jubelte über das das vermeintliche 1:0 durch Herrmann. Nach Rücksprache mit Assistent Jörn Schäfer entschied Schiedsrichter Zorn aber darauf, das Tor zurücknehmen, weil es in der Entstehung zu einem Handspiel gekommen ist. Die Zeitlupen lösten es auf, die Entscheidung ist absolut korrekt [TV-Bilder ab 1:32 Minute].

Wie man in der Wiederholung bei „Magenta Sport“ [ab 1:01:44 Minute] erkennen kann, hat zum einen ein Würzburger mit einer Grätsche und den Beinen vorraus hineingeworfen und Duisburger getroffen. Wie dann die Zeitluperbilder tatsächlich belegten, hatte der Würzburger den Ball mit der Hand geblockt, zwar aus kurzer Distanz, aber die Körperfläche wurde deutlich unnatürlich vergrößert. Es gab hier eigentlich gleich zwei Gründe warum der Treffer definitiv nicht zählen durfte. Es wurde in der letzte Woche ein längst entschiedener Handelfmeter bei Münster gegen Unterhaching pfötzlich doch zurückgenommen – und zurecht. Von Schiedsrichter und Assistent die im Zuspiel die richtige Entscheidung trafen und hier, das Tor schon längst gefeiert und dann meldet sich der „Video-Assistent der 3. Liga“ nämlich der mit Augen an der Linie und sagte da war ein Handspiel. Auch das war wieder eine perfekte Gespannsarbeit und mutig von Assistent Jörn Schäfer, der den Dialog mit dem Schiedsrichter führte.

Nach einem Duisburger Konter und einem Abspiel von Rahn entschied der Unparteiische beim Duell des MSV-Keeper Weinkauf gegen Kaufmann auf weiterspielen [TV-Bilder ab 2:30 Minute]. Eine vertretbare Entscheidung, auch wenn der Duisburger Torwart nicht den Ball spielt, läuft er eigentlich nur den Gegenspieler ab und stoßt den Gegenspieler kaum.

1.FC Kaiserslautern 2:0 Chemnitzer FC (SR: Tobias Fritsch)

Zuck fällte Ittner rechts am Strafraum in die Beine des Chemnitzers, ohne dabei den Ball zu spielen. Schiedsrichter Fritsch zeigte auf den Punkt [TV-Bilder ab 0:50 Minute]. Die vollkommend richtige Entscheidung! Ein klares Foulspiel.

SV Meppen – Hallescher FC (SR: Frank Willenborg)

In der 28. Minute wollte der HFC einen Foulelfmeter, nachdem Bahn im Meppener Strafraum zu Boden ging. Schiri Willenborg winkte ab [TV-Bilder ab 0:47 Minute]. Eine schwierige Entscheidung! Bahn fällt hier sehr leicht, doch in der zweiten Perspektive, erkennt man schon, dass hier ein Kontakt am Fuß vorlag. Ein Kann-Strafstoß!

 

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