Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

18. Februar 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Schiedsrichter haben es nicht leicht. sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe. Wir nahmen einige Szenen der 3. Liga noch einmal unter die Lupe. 

Die Strafstöße in Großaspach und Unterhaching, das vermeintliche Abseits beim 1:0 für Köln, dem 1:0 für Meppen sowie einem Handspiel auf der Torlinie und warum Markus Schwabl lieber mit dem Hund spazieren gehen will. Am 24. Spieltag haben wir uns fünf Szenen nochmal genauer angeschaut.

Bei der Partie Sonnenhof Großaspach – KFC Uerdingen (3:2) zeigte Schiedsrichter Tobias Schultes in der 62. Minute auf den Punkt. Eine durchaus heikle Angelegenheit. Jancic wars egal und verwandelte 2:1 für den Dorfclub (im Video ab 1:55).

IG-Schiedsrichter: Tendenziell kein Strafstoß. Der Schiedsrichter stand eigentlich gut und konnte den Zweikampf aus einer Seiteneinsicht wahrnehmen. Anhand der Kamerabilder ist eine Bewegung mit dem Ellenbogen von Lukimya gegen Baku nicht zu erkennen. Die Situation müsste man aus der Perspektive des Schiris sehen. Dann würde man vielleicht ein Schieben erkennen. So ist es aus der Perspektive nicht belegbar ob eine Fehlentscheidung vorliegt und die Entscheidung des Schiedsrichters ist zu akzeptieren.

Ein vermeintliches Abseits stand im Raum bei der Partie Fortuna Köln gegen Eintracht Braunschweig. Dahmani lief frei auf Eintracht Keeper Fejzic zu und verwandelte zum 1:0 für die Fortuna (im Video ab 1:14).

IG-Schiedsrichter: Das hat der Assistent sehr gut erkannt. Oben stand ein Eintracht-Akteur leicht tiefer als der Angreifer. Daher liegt keine Abseitsstellung vor und das Tor fand zurecht seine Anerkennung.

Bei der Partie Meppen gegen Cottbus reklamierte Energie auf ein Foulspiel vom Meppener Keeper. Nach einer Ecke gewann Komenda das Kopfballduell gegen Spahic, Guder legte per Kopf quer und Proschwitz traf – ebenfalls per Kopf – zum 1:0 (im Video ab 0:45).

IG-Schiedsrichter: Spahic verschätzte sich beim herauslaufen und kam dadurch nicht richtig hoch. Der Meppener stand nur da und beeinträchtigte den Keeper in keinsterweise. Ein Foulspiel ist nicht zu erkennen. Daher war es richtig das Tor zu geben.

Meppen hatte in der Schlussphase noch die Gelegenheit zum 4:0. Doch in der besten Szene klärte Cottbus‘ Hemmerich einen Proschwitz-Schuss auf der Linie. Zwar sahen die Meppener in dieser Szene ein Handspiel des Cottbusers, der Unparteiische Mitja Stegemann ließ die Szene aber weiterlaufen (ab 2:43).

IG-Schiedsrichter: Ganz schwierig für den Referee zu sehen aber die Bilder zeigten eindeutig, dass Hemmerich den Ball mit dem Arm von der Linie drückte. Der Arm ging zum Ball. Daher wäre hier die richtige Entscheidung der Strafstoß und die Rote Karte wegen Torverhinderung gewesen.

Einen fragwürdigen Strafstoß gab am Freitagabend Schiedsrichter Martin Petersen als Diawousie nahe der Grundlinie von Schwabl am Fuß getroffen wurde, was bei den Hachinger Spielern und Verantwortlichen für Unverständnis sorgte. Schmidt ließ sich von den Protesten der Spielvereinigung nicht beirren und verwandelte souverän ins linke untere Eck  (im Video ab 0:46).

Wenn das ein Elfmeter ist, dann gehe ich Samstag und Sonntags lieber mit dem Hund spazieren, weil das ist ein Witz. Wenn das der Anspruch ist, brauchen wir auch nicht mehr antreten“ , resümierte Markus Schwabl seine Sicht auf den fragwürdigen Elfmeter.

IG-Schiedsrichter: Ein leichter Kontakt am Fuß von Schwabl ist zu erkennen gewesen. Aber Diawousie sucht diesen auch und hebt zu spektakulär ab. Was aus unserer Sicht eine Fehlentscheidung darstellt. Dennoch darf diese Entscheidung nicht zu einer Unsportlichkeit von Manni Schwabl in Richtung des Schiedsrichters führen, indem er leicht den Arm des Schiedsrichters berührt. Der Tribünenverweis des Hachinger Präsidenten daher alternativlos, was sicher auch noch das DFB-Sportgericht auf den Plan rufen wird.

Die Analyse von Babak Rafati mit diesen und anderen Szenen seht ihr hier:

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