Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

25. März 2019 0 Von IG Schiedsrichter

(Wehr/nh) Schiedsrichter haben es nicht leicht. sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe. Wir nahmen zwei Szenen der 3. Liga und eine der Regionalliga Nordost noch einmal unter die Lupe und baten diesmal Alex Feuerherdt von „Collinas Erben“ um eine Einschätzung. 

Mit der Gelben Karte für Hansas Keeper Gelios, einem spielentscheidenden Zweikampf in München sowie Gelb/Rot für Bautzens Mateusz Ciapa.

Bei der Partie Karlsruher SC gegen Hansa Rostock (1:1) entschied Schiedsrichter Lasse Koslowski (Berlin) nach einem Foulspiel vor dem Strafraum von Hansas Keeper Gelios an Marvin Pourié auf Freistoß und einer Verwarnung.

Feuerherdt: Hier ist die Entscheidung des Schiedsrichters korrekt. Hier haben wir einen Torhüter, der das ganz lange Bein macht und den Ball deutlich verfehlt und einen Angreifer in Ballbesitz, der den Ball nach außen am Torwart vorbeilegt und aufgrund des langen Beins des Keepers nicht vorbeikommt. Da überwiegt schon deutlich das „Beinstellen“ gegenüber dem „dankend annehmen“. Es ist ja nicht so, dass der Stürmer schon vorher abhebt. Eine Notbremse, die mit der Roten Karte zu ahnden wäre, ist es aber auf gar keinen Fall. Dadurch, dass der Ball außen vorbeigelegt wurde, wird der Winkel spitz, da ist dann keine offensichtliche Torchance mehr gegeben (im Video ab 4:33)

Bei der Partie TSV 1860 Minuten gegen den SV Meppen (1:0) konnten sich die Münchener nach 32 Minuten für ihren erfrischenden Offensivfussball belohnen: Nach einem hohen Diagonalpass verlor Meppens Hintermannschaft Lex komplett aus den Augen, der sich den bietenden Raum zu Nutze machte. Mit einem kraftvollen Antritt startete der ehemalige Bundesliga-Spieler (Ingolstadt) in den Strafraum durch und nahm dort angekommen den Kontakt mit Vrzogic‘ Bein dankend an – den von Schiedsrichter Jonas Weickenmeier verhängten fälligen Elfmeter verwandelte Steinhart souverän im linken Eck.

Ein Pfiff – zwei Meinungen

Laut Meppen-Trainer Christian Neidhardt sagte Jonas Weickenmeier in der Halbzeit, dass sei „ein hindertprozentiger Elfmeter“ . Dieser Meinung schloss sich der Schiedsrichter, Beobachter und Betreiber des Podcast „Collinas Erben“ weitestgesehend an. Damit kann sich der Coach nicht viel anfangen. Was er sagte, lest es hier:

Feuerherdt: Interessant hier, es gibt praktisch keinen Protest, jedenfalls nicht von den Meppenern, sondern nur von den Sechzigern, die vermutlich auf Rot gedrängt haben. Die Meppener akzeptierten die Entscheidung klaglos, was auch immer ein Indiz für die richtige Entscheidung des Schiedsrichters ist. In Realgeschwindigkeit sieht es für mich nach einem Strafstoß aus, in der Wiederholung sieht man dann, dass der Kontakt nur geringfügig ist. Als Beobachter würde ich da jedenfalls nicht mal nach Ansicht der Bilder drangehen. Wenn einen solchen Strafstoß sogar die Mannschaft hinnimmt, die ihn kassiert, finde ich die Entscheidung zumindest nicht klar falsch. Und absoluten Aufschluss geben die Bilder auch nicht. Hier ist die Entscheidung des Schiedsrichters zu akzeptieren (im Video ab 1:14).

Beim 1:0-Heimsieg des Chemnitzer FC gegen Budissa Bautzen herrschte zwischen beiden Trainern Einigkeit, dass die Gelb/Rote Karte für Bautzens Mateusz Ciapa von Schiedsrichter Lars Albert (Tannenbergsthal) eine zu harte Entscheidung gewesen ist.

Da greift einer ein, der dazu keine Notwendigkeit hat. In der dritten Minute der Nachspielzeit einen Spieler des Feldes zu verweisen, das zeugt von wenig Fingerspitzengefühl “ , ärgerte sich Gäste-Trainer Petrik Sander über Referee Lars Albert, der Ciapa nach einem Foul an Dejan Bozic frühzeitig zum Duschen schickte. CFC-Coach David Bergner meinte: „Mit zehn Mann bekommt jeder Gegner in Chemnitz Probleme. Wir hatten in Überzahl mehr Räume und konnten uns zahlreiche Möglichkeiten erspielen.“ Einziges Manko: Die Chemnitzer schluderten in Sachen Chancenverwertung. Zwei Mal stand der Pfosten im Weg. Weiterlesen bei Tag24.

Für Alex Feuerherdt ist auch dies eine korrekte Entscheidung des Schiedsrichters. „Es ist kein weiterer Gegenspieler in der Nähe, ohne das Foul kann der Angreifer mit dem Ball in den Strafraum ziehen, hat Platz vor sich. Deshalb Gelb und damit Gelb/Rot wegen eines aussichtsreichen Angriffs.“ (im Video ab 2:48 Minute)

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