Schiedsrichter ohne Not im Mittelpunkt

Schiedsrichter ohne Not im Mittelpunkt

19. Juni 2020 4 Von IG Schiedsrichter

Die Würzburger Kickers schielen nach einem 3:0-Sieg gegen Chemnitz in Richtung Aufstiegsplätze. Die Chemnitzer bleiben mit ihren 40 Punkten auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Schiedsrichter Haslberger mit einem spielentscheidenden überzogenen Platzverweis hatte gehörigen Anteil am Ausgang der Partie.

Zu Beginn des Spiels haderte CFC-Coach Patrick Glöckner immer wieder mit den Entscheidungen von Referee Wolfgang Haslberger, der zu Beginn eine recht großzügige Linie fuhr. Und dann gab er nach einem relativ harmlosen Foul die Einstiegskarte. Lennard Maloney holte kurz hinter der Mittellinie sein Gegenüber von den Beinen. Der Chemnitzer sah nach vehementen Beschwerden die erste Gelbe Karte der Partie.

So nach etwa einer halben Stunde stand plötzlich völlig ohne Not Wolfgang Haslberger im Mittelpunkt des Geschehens. Erst zeigte er CFC-Coach Glöckner nach einem eingeschlagenen Ball Gelb und kurz drauf meckerte der Coach über seine Entscheidungen und er gab ihm Gelb/Rot. Haslberger gilt als ein sehr kartenfreudiger strenger Schiedsrichter aber diese Entscheidung war etwas überzogen. Mit ein wenig mehr Kommunikation, hätte man das lösen können.

Kurz drauf gab Haslberger das zweite Mal Gelb/Rot für den früh verwarnten Chemnitz Maloney nach einem Luftkampf auf Höhe der Mittellinie. Das ist ein Foul, aber Gelb/Rot hätte man auch mit einer letzten Ermahnung vermeiden können. Das kann man schon alles so entscheiden, aber es ist total überhart und hat in keinsterweise nicht zum Spiel gepasst. So nahm er entscheidenden Einfluss auf die Partie.

Wie man sich in den Mittelpunkt stellen kann und nur darauf zu warten, dass man jemanden runter stellen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Der DFB hat sich in keinsterweise einen Gefallen getan Schiedsrichter innerhalb ihren Landesverbandes anzusetzen. Scheinbar fehlt manchen an Neutralität! So stand Haslberger völlig unnötig im Mittelpunkt eines fairen Spiels und zog durch diese Entscheidungen immer mehr den Unmut auf sich.

Dem Unparteiischen ist es in dieser Phase nicht gelungen, die völlige Spielkontrolle herzustellen und entsprechend die Wellen nicht höher schlagen zu lassen. Er trat den Chemnitzern mit einer gehörigen Arroganz auf und lächelte nach den Platzverweisen.

Die erste Hälfte war aus Schiedsrichtersicht zum vergessen. Mehrere Fehlbeurteilungen in der Zweikampfbewertung, falsche Spielfortsetzungen (Abstoß statt Eckball für Würzburg) und diese beiden sehr harten Platzverweise. Die Chemnitzer gingen mit einem 0:0 und gehörig Wut im Bauch in die Kabinen – nicht ganz zu Unrecht. Nach 30 Minuten einem unaufgeregtem Hin und Her, war es schließlich Schiedsrichter Wolfgang Haslberger, der mit einer Gelb-Roten Karte für CFC-Coach Patrick Glöckner für unerwartete Aufregung sorgte. Kaum waren Verwunderung und Ärger der Gäste ob des etwas vorschnellen Platzverweises des Trainers verdaut, da zog der Referee gleich erneut die Ampelkarte und schickte Lennard Maloney, nach einem eher durchschnittlichen Einsteigen, unter die Dusche.

Die Chemnitzer nahmen sich zu Beginn des zweiten Durchgangs viel vor und gingen mit einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität in den zweiten Durchgang, doch der erste Abschluss in der Hälfte gehörte den Franken. Luca Pfeiffer zog aus der Drehung ab, die Kugel kullerte aber vom Verteidiger zum Torwart. Zwei Minuten später die Führung für die Würzburger: An der rechten Kante des Strafraums liesßen die Chemnitzer Frank Ronstadt etwas zu viel Zeit, was der Youngster zu einer Flanke aus dem Stand nutzte und den Ball hoch in den Fünfer schlenzte. Hier hielt Luca Pfeiffer die Stirn hin und köpfte das Leder neben den linken Pfosten ins Tor.

Dominic Baumann schickte gleich das 2:0 hinterher. Aber was war das für eine Vorlage von Simon Rhein? An der Mittellinie hatte der Würzburger das Auge für den einlaufenden Kollegen und schickte die Pille mit einem Lupfer in den Sechzehner und in den Lauf von Baumann, der dann alles richtig machte und das Spielgerät durch die Beine von Jakub Jakubov und in die Maschen schickte.

Damit war das Spiel vorentschieden und Schiedsrichter Haslberger hatte fortan leichtes Spiel, jedoch unterliefen ihm weitere unerklärliche Fehler in der Zweikampfbewertung. Würzburgs Niklas Hoffmann sah in der 67. Minute nach taktischen Foulspiel die erste Gelbe für die Würzburger – berechtigt. Hoffmann kam in der Rückwärtsbewegung einen Schritt zu spät und konnte seinen Gegenspieler dann nur noch mit einem beherzten Griff an dessen Trikot aufhalten.
Der CFC warf alles nach vorn und drängte auf den Anschlusstreffer. Entsprechend ergaben sich für die Kickers Räume zum kontern, welchen Maximilian Breunig zum 3:0 nutzte. Mit einem katastrophalen Querpass von Clemens Schoppenhauer am eigenen Strafraum, schickte der Verteidiger der Chemnitzer den Ball direkt zu Würzburgs Eigengewächs, dass alleine vor dem Tor stand, sich in Ruhe die Ecke aussuchen konnte und das Leder locker in die linke Ecke schob.

Fazit: Haslberger ließ keine Linie erkennen. Zu Beginn die lange Leine und änderte diese dann unerklärlicherweise mit zwei sehr soften Entscheidungen gegen den CFC welche zu den beiden Platzverweisen führte. In der zweiten Hälfte stabilisierte er sich zwar, jedoch war das Spiel -durch ihn- auch entschieden. Die Platzverweise waren keine klare Fehlentscheidung, allerdings hätten diese mit Fingerspitzengefühl vermieden werden können. [TV-Bilder]

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