Schiedsrichter Zwayer im Topspiel souverän

Schiedsrichter Zwayer im Topspiel souverän

19. Dezember 2020 1 Von IG Schiedsrichter

Der FC Bayern München gewann in einem spannenden und am Ende dramatischen Bundesliga-Topspiel gegen Bayer Leverkusen 2:1 und sind nun Tabellenführer und Weihnachtsmeister. Den Treffer für Bayer erzielte Patrik Schick mit einem Sahnetor, ehe Weltfussballer Robert Lewandowski clever einen Abwehrfehler zum Ausgleich nutzen konnte und in der Nachspielzeit die Führung erzielte.

Der Höhepunkt in Hälfte eins war der Treffer von Patrik Schick zum 1:0 für Bayer. Zunächst probierte es Amiri aus zentralen 21 Metern mit einem Rechtsschuss. Der Ball segelte abgefälscht ins rechte Toraus und die fällige Ecke führte zur Führung für Bayer. Nach Baileys kurzer Ausführung flankte Amiri von der Grundlinie auf die linke Strafraumseite. Dort packte der unbewachte Schick einen Seitfallzieher mit dem linken Fuß aus, der aus gut 14 Metern unhaltbar in der linke Ecke einschlug.

Zehn Minuten später arbeitete arbeitete im Luftduell mit Dragović mit dem rechten Ellenbogen. Schiedsrichter Zwayer ahndete dieses Vergehen korrekterweise mit der ersten Verwarnung.

Fünf Minuten später kam der Videobeweis zum Einsatz. Patrik Schick wurde durch Bailey mit einem hohen Ball Richtung Neuer geschickt. Er rannte alleine in Richtung Gästetor und vollendete aus 14 Metern eiskalt unten links. Die Abseitsfahne ging sofort hoch, aber der Treffer musste natürlich überprüft werden. Nach schnellen 40 Sekunden kam die Meldung aus Köln, dass eine Abseitsstellung vorgelegen hat.

Dann bekam Niklas Süle einen Schuss von Bayers Nummer 19 an den vom Körper abgestützten Arm. Hier liegt keine Strafbarkeit vor, da es sich um eine klassische Stützhand des Münchners handelt.

Davies bewarb sich fünf Minuten vor der Pause auf seiner linken Abwehrseite für eine Verwarnung, indem er den steil geschickten Bailey mit einem Griff an die Schulter stoppen wollte, was misslang. Bei der nächsten Unterbrechung verzichtete Referee Zwayer auf die Gelbe Karte. Vertretbar. Da wollte niemand irgendwas es hatte fast keinen Einfluss und abgesehen davon wäre es ein taktisches Foul nach Vorteil. Die Linie ist zwar immer noch nicht verständlich, in weichen Fällen dann die Verwarnung nachgezogen werden soll, aber es soll die Karte nach einem Vorteil nicht gegeben werden.

Den glücklichen Ausgleich der Bayern packte die Werkself in Geschenkpapier passend zur Vorweihnachtszeit: Torwart Lukas Hradecky und Jonathan Tah sprangen an einer Flanke vorbei und behinderten sich dabei auch noch gegenseitig. Der frischgebackene Weltfussballer Robert Lewandowski erzielte wie gegen Wolfsburg das 1:1 und bedankte sich, indem er nichts weiter tat, als den Kopf hinzuhalten und so den Ausgleich zu besorgen.

https://twitter.com/FCBayern/status/1340354528244359169

Die zweite Hälfte wurde ein zähes Ringen. Beide Mannschaften zeigten Willen, verstrickten sich aber meist in engen, aber fairen Zweikämpfen im Mittelfeld und kamen so selten zu großen Torchancen.

Kurz Aufregung gab es im Münchener Strafraum, wo Schick nach robustem Einsatz von Lucas Hernandez zu Fall kam. Ein Fall für VAR Welz war das nicht, da der fragliche Kontakt außerhalb des Strafraums stattfand. Einen Freistoß für die Werkself hätte es aber wohl geben müssen. Die erst zweite Verwarnung des Spitzenspiels sah Leon Bailey, der Alphonso Davies am Arm festhielt. Eine Topchance hatten die Bayern dann zehn Minuten vor Schluss, als Jamal Musiala mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze nur den Pfosten traf.
Ein Riesenfehler von Jonathan Tah in der letzten Sekunde kostete der Werkself die Weihnachtsmeisterschaft. Lewandowski bedankte sich und erzielte den Siegtreffer.

Fazit: Schiedsrichter Felix Zwayer hatte es mit einem erstaunlich unproblematischen Topspiel zu tun und löste seine Aufgaben gut.

Share This: