Umstrittener Elfmeter auf Schalke: Aus schiedsrichterfachlicher Sicht nicht korrekt

Umstrittener Elfmeter auf Schalke: Aus schiedsrichterfachlicher Sicht nicht korrekt

30. November 2019 1 Von IG Schiedsrichter

Robert Andrich wollte nach einem Steilpass auf die halbrechte Seite knapp hinter der Sechzehnerlinie von Nastasić zu Fall gebracht worden sein. Es handelte sich aber maximal um einen ganz leichten Kontakt. Dennoch hatte die Entscheidung nach der Begutachtung durch Video-Assistent Deniz Aytekin Bestand.

Kontakt nicht ursächlich

Andrich hob im Zweikampf mit Nastasić sehr früh ab um einen Elfmeter herauszuholen. Doch der kleine Kontakt am Schienbein reicht bei weitem nicht aus. Eine Fehlentscheidung, da es zwar einen minimalen Kontakt zwischen Andrich und Nastasić gab, der Berliner allerdings da schon längst im Fallen war. Somit war der Kontakt nicht ursächlich für den Fall. Ingvartsen war es egal, er schnappt sich das Leder und jagte es wuchtig ins linke Kreuzeck.

Bilder nicht deutlich

Falls da jedoch ein, auch leichter Kontakt vorgelegen hat (so sahen es auch die Kommentatoren beim Streamingdienst DAZN) und der selbst aktive Trainer und Schiedsrichter von Union Berlin vorgelegen hat, hätte Video-Assistent Deniz Aytekin nach der Regel überhaupt nicht eingreifen dürfen, weil Daniel Schlager hier die Wahrnehmung gehabt hatte, direkt entschieden hatte und sich dann die Bilder am Bildschirm wiederfinden, wäre es nicht die vielzitierte klare offensichtliche Fehlentscheidung. Wenn ein Kontakt da ist ist es keine klare Fehlentscheidung weil Schlager klar die Wahrnehmung hatte, die sich auf den Bildern wieder findet. Und wenn die Wahrnehmung da ist, ist die Eingriffsschwelle sehr hoch.

Der Elfmeter 

Aus schiedsrichterfachlicher Sicht nicht korrekt

Dennoch sind wir der Meinung, dass hier eine Fehlentscheidung von Schieds- und Video-Schiedsrichter vorliegt. Wenn es ein vertretbaren Kontakt gab, müsste es auch durch ein Bild aus Köln nachzuweisen sein. Im gesamten Ablauf gab es diesen hauchzarten Kontakt erst, wo der Berliner schon im Fallen war. Somit dieser Kontakt nicht ursächlich für den Sturz. Da halten wir die Strafstoßentscheidung aus schiedsrichterfachlicher Sicht für nicht korrekt. Ohne jetzt den genauen Wortlaut der Kommunikation zu kennen, ist der Ablauf nicht gut gelaufen, dass es bei der Szene, bei der der Berliner Nastasić den Schalker Robert Andrich leicht berührt, zu einem sogenannten On-Field-Review hätte kommen müssen – also dass Schiedsrichter Schlager sich die Situation selbst nochmal ansieht.

Auch wenn Wahrnehmung bestand kann man aufgrund des frühen Fallens Schlager rausschicken um ihm die Chance anhand der Bilder zu geben, ob der Kontakt welchen er wahrgenommen hat nach Betrachtung der Bilder (möglicherweise hatte er eine falsche Wahrnehmung gehabt), als der war der tatsächlich stattgefunden hat.

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