VAR ad absurdum

VAR ad absurdum

1. Februar 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Immer wieder sorgt der Videobeweis für Diskussionen. So auch beim Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg, als dem Führungstor ein Foulspiel vorausging, dass sogar beide Trainer übereinstimmend bestätigten. Seltsam mutete dann die Erklärung des DFB an.

Von: Felix Stark

Mbabu trat Schlotterbeck unabsichtlich auf den Fuß

John-Anthony Brooks scheiterte in der Anfangsphase noch mit einem Kopfball, bekam aber den Nachschuss, welchen er zur Führung nutzte. Schiedsrichter Tobias Reichel erkannte dabei kein Foulspiel, doch VAR Sascha Stegemann überprüfte: Keven Schlotterbeck hatte im Vorfeld des Tores einen klaren Tritt von Kevin Mbabu abbekommen. Nachvollziehbar war, dass Reichel auf dem Platz kein Foulspiel erkannte, da man eben nur auf einen Teil der Körpers achten kann. Eher weniger nachvollziehbar war dann, dass VAR Stegemann das Tor bestätigte.
Bei diesem Zweikampf war eigentlich wenig Spielraum zu erkennen. Wie immer würde helfen, was der Schiedsrichter genau wahrgenommen hat, um bestimmen zu können, wie weit die Eingriffsbefugnis des VAR reichen würde. So war dann im Nachhinein von offizieller Seite wieder das so unbestimmte Argument des nicht klaren Fehlers zu hören.

Objektiv gesehen dürfte es hier aber eigentlich keine zwei Meinungen geben. Diese hatten nicht einmal die beiden Trainer Christian Streich und Oliver Glasner. Umso unglaubwürdiger machte sich der DFB mit seinem Statement der fehlenden Offensichtlichkeit des Fehlers! Mögen die beteiligten Unparteiischen anweisungskonform gehandelt haben, so haben sie dadurch zumindest in Zeiten ungezügelten Protests aus verschiedensten Fanlagern ihrem Ansehen – auch durch das Statement von oben – nicht gut getan. [TV-Bilder]

Das kann man wirklich nicht mehr nachvollziehen und schadet den Schiedsrichter in ihrem Ansehen. Das die Video-Assistenten keine Lupe zur Verfügung haben ist klar, aber Schlotterbeck blieb verletzt am Boden liegen. Dann muss ich als Video-Assistent tiefer reingehen und genau checken, was da war und letztlich hätte Sascha Stegemann Schiedsrichter Reichel den OnFieldReview empfehlen müssen.

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