VAR-Fauxpass in Bielefeld – Winkmann mit 150. Bundesligaspiel

VAR-Fauxpass in Bielefeld – Winkmann mit 150. Bundesligaspiel

21. November 2020 3 Von IG Schiedsrichter

Bremen holt mit einem starken Kampf einen Punkt in München. In Hoffenheim gleicht der VFB im Derby dramatisch in der Nachspielzeit aus, während Schalke keine Chance gegen Wolfsburg hat. In Bielefeld entscheidet Brych zweimal entscheidend falsch, zweimal griff der VAR zu Unrecht nicht ein. 

FC Bayern München – SV Werder Bremen 1:1 

Die Münchner begannen in den ersten Minuten sehr dominant und kamen regelmäßig vor das Tor der Bremer. In der 12. Minute gab es den ersten härteren Zweikampf zwischen Hernandez und Gebre Selassie. Der Bayernspieler stieg hoch zum Kopfball und spielte auch den Ball während der Bremer ausrutschte und seinen Gegenspieler in der Luft abräumte. Winkmann verzichtete auf Gelb in einer fairen Anfangsphase, durchaus vertretbar. Wenige Minute später hält Pavard Rashica auf der Außenbahn am Trikot, Winkmann gab zurecht Gelb für diese Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffs. Und dann hatte Bremen die riesen Chance zum 1:0. Zweimal parierte Neuer klasse aus kürzester Distanz gegen Sargent und Augustinsson. In dieser Szene sah Hernandez nicht so gut aus und das lag offensichtlich am vorausgegangen Zweikampf mit Gebre Selassie, der Franzose blieb liegen und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Leon Goretzka in die Partie. Bremen wurde besser und konnte immer mehr mit dem Rekordmeister mithalten. In der 26. Minute blieb Coman im Bremer Strafraum nach einem Zweikampf mit Toprak liegen. Letzterer spielte den Ball, traf aber Coman auch mit der Sohle hart am Knöchel. Winkmann ließ weiterlaufen, auch VAR Schröder meldete sich nicht. Hier hat Toprak enormes Glück, dass er erst den Ball spielt. So gibt es für Winkmann einen Ermessensspielraum bei dieser Szene Weiterspielen zu lassen. Nach einer guten halben Stunde sah Bittencourt Gelb für ein absolut rücksichtsloses Foul an Musiala, auch lag Winkmann richtig. Die Bayern zeigten sich spielerisch dominant, waren aber vor dem Tor stets zu harmlos. Kurz vor der Pause sah Augustinsson Gelb für einen Ellbogeneinsatz gegen Pavard im Luftduell. In der 45. Minute ging Bremen in Führung! Nach einem Einwurf schlafen die Bayern in der Verteidigung auf der rechten Seite, sodass Sargent in die Mitte auf Eggestein legen konnte, der unhaltbar ins lange Eck abschloss. Mit der 1:0 Führung für Werder ging es anschließend in die Kabinen.

Die Bayern kamen sehr motiviert aus der Kabine, aber die Bremer lieferten ihnen weiterhin einen Kampf. 7 Minuten nach Wiederanpfiff kam die Torlinientechnik nach einem Schuss von Costa zum Einsatz. Der Ball prallte von der unteren Seite der Latte zurück auf den Rasen, war aber nicht hinter der Linie, sodass es erstmal weiter bei der knappen Werder-Führung blieb. Bis zu 62. Minute. Coman machte den Ausgleich für die Bayern per Kopf. Der Franzose konnte am langen Pfosten eine super Flanke von Goretzka zum 1:1 verwerten. Der Torschütze ging danach raus, Flick wechselte eine komplett neue Offensivreihe ein. Sane, Gnabry und Choupo-Moting kamen für Coman, Costa und Musiala. Und die brachten Bremen weiter in Bedrängnis. Werder wehrte sich aber. 10 Minuten vor Schluss verwarnte Schiedsrichter Winkmann den Bremer Trainer Kohfeld, nachdem dieser deutlich reklamierte. Bremen hatte in der Schlussphase eine Konterchance in der 83. Minute Goretzka konnte sich gerade noch in den Schuss von Sargent werfen. Zwei Minuten später muss Choupo-Moting die Führung für die Bayern machen. Zwei Meter vor dem Tor schoss er drüber. Auf der anderen Seite lief kurz darauf wieder Sargent alleine auf Neuer zu, der Welttorhüter parierte absolut klasse! Winkmann gab drei Minuten Nachspielzeit in der Bremen 40 Sekunden lang einen Spieler auswechselte. Außerdem spielte Pavlenka noch unsportlich auf Zeit, weswegen Winkmann ihn verwarnte. Nach 94 Minuten war der Kampf schließlich beendet. Bremen holt einen Punkt in München.

Fazit: Winkmann lieferte eine gute Leistung in seinem 150. Bundesligaspiel ab. Die Zweikampfbewertung passte im zeitweise umkämpften Spiel. Einziger Kritikpunkt ist die Nachspielzeit. Hier muss Winkmann bei diesem massiven, unsportlichen Zeitspiel der Bremer mehr drauflegen.

 

Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg 1:1 (SR: Markus Schmidt)

Raphael Framberger stoppte Breel Embolo regelwidrig durch ein taktisches Beinstellen und erhielt daraufhin die gelb-rote Karte. Richtige Entscheidung!

 

TSG 1899 Hoffenheim – VFB Stuttgart 3:3 (SR: Daniel Siebert)

Waldemar Anton brachte völlig unnötig im eigenen Strafraum Florian Grillitsch zu Fall. Strafstoß für Hoffenheim lautete die richtige Entscheidung von Schiedsrichter Siebert!

 

FC Schalke 04 – VFL Wolfsburg 0:2 (SR: Marco Fritz)

Hier gab es keine diskutablen Schiedsrichter-Entscheidungen.

 

Arminia Bielefeld – Bayer 04 Leverkusen 1:2 (SR: Dr. Felix Brych)

Daley Sinkgraven brachte Ritsua Doan beim Eindringen in den Strafraum zu Fall – Felix Brych ließ weiterspielen. Der ursächliche Kontakt war hier hart auf der Strafraumgrenze! Hier ging es zunächst darum, den Ort des Vergehens zu bestimmen, da beim einem Foul außerhalb der VAR nicht zuständig wäre. Bei einem Foul innerhalb hätte es allerdings die Korrektur durch VAR Robert Hartmann geben müssen! Wir meinen, dass das Foulspiel auf der Linie war, können das aber nicht final bestätigen. Somit hätte es wohl Strafstoß für Bielefeld geben müssen!

Den Eingriff hätte es aber zwingend bei einem bösen Einsteigen von Jonathan Tah gegen Fabian Klos geben müssen! Der Bielefelder schlug eine Flanke und bekam dann den Tritt mit Intensität und offener Sohle über dem Knöchel ab. Schwer zu sehen für das Gespann, da der Blick natürlich in den Strafraum ging. Doch warum es keinen Eingriff gab, ist unverständlich.

In der letzten Spielminute traf Aleksander Dragovic zum 1:2. Doch es wurde eine Abseitsstellung von Vorlagengeber Tah untersucht. Am Ende zählte der Treffer jedoch zu Recht!

 

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