VAR korrigiert 2 von 4 Dankert-Elfmeter

VAR korrigiert 2 von 4 Dankert-Elfmeter

9. Januar 2021 0 Von IG Schiedsrichter

(red/ss/fs) Der FC Schalke 04 beendet seine Sieglos-Serie mit einem fulminanten 4:0-Heimsieg gegen schwache Hoffenheimer. Im Derby zwischen Mainz und Frankfurt setzte sich die Eintracht dank zwei Elfmetertreffer durch Silva durch, während Union den Heimsieg gegen dezimierte Wolfsburger verpasste. Der Sportclub aus Freiburg schlägt die Konkurrenten aus Köln mehr als deutlich mit 5:0, Leverkusen lässt gegen Bremen wieder Punkte liegen. Unsere Einschätzungen zu Bundesliga-Konferenz am 15. Spieltag:

 

FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt 0:2 

Mit der Spielleitung wurde FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock beauftragt. Ihm assistierten Rene Rhode und Markus Häcker. Als Vierter Offizieller fungierte Tobias Reichel. In Köln beobachtete Dr. Matthias Jöllenbeck mit Eduard Beitinger das Geschehen in der Opel Arena.

Das Derby zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt hielt für Schiedsrichter Bastian Dankert viel Arbeit bereit. Von Beginn an ereigneten sich eine Menge Fouls, wie zum Beispiel der durchaus harte Tritt von Armin Younes gegen Jonathan Burkardt oder Handspiel und später folgendes Foulspiel von Danny Latza. Dankert löste alle Situationen nachvollziehbar mit viel Kommunikation.
Mit Worten konnte er die nächste Situation allerdings nicht mehr lösen: Younes steckte toll zu André Silva durch, der einen Griff an sein Trikot durch Moussa Niakhaté dankend annahm und zu Boden ging. Dankert entschied auf Strafstoß und Verwarnung, doch der Ort des Foulspiels wurde von VAR Dr. Matthias Jöllenbeck nochmal überprüft. Das Trikotziehen begann vor dem Strafraum, wird aber dort geahndet, wo es endet. Da es sich bis in den Strafraum erstreckte, ist der Strafstoß berechtigt.
Auf der anderen Seite agierte Djibril Sow im eigenen Strafraum durchaus robust gegen Burkardt, jedoch erfolgte hier kein Pfiff. Hier kann man die Zweikampfführung durchaus als handelsüblich bezeichnen, was aber natürlich im Lichte des vorherigen Strafstoßes nach Trikotzupfer schief anmutete. Der einfache Grund ist aber, dass man durch Körpereinsatz natürlich in Ballbesitz kommen kann, durch Trikotziehen aber niemals. Die gelbe Karte sah dann Robin Quaison kurz vor der Pause, weil er den Arm von Younes festhielt. Letzterer hätte aber aufgrund einiger Fouls auch zumindest auf dem Radar des Unparteiischen erscheinen müssen.

Die zweite Hälfte begann mit druckvollen Mainzern, die sich einige Chancen erspielten. Einen solchen Angriff wollte Makoto Hasebe beenden, nachdem er nach leichtem Schieben zu Boden ging, den Freistoß nicht bekam und dann den Ball mit der Hand wegspielte. Hierfür bekam er dann zu Recht die gelbe Karte. Sicher ist es in solchen Situationen immer einfacher, für den Abwehrspieler zu pfeifen, aber es soll auch nicht Sinn der Sache sein, dass man nur verteidigt, um Freistöße zu ziehen. Hier lag es also im Bereich des möglichen, den Körpereinsatz nicht zu pfeifen.
Nach dem folgenden Freistoß gab es dann zunächst den Strafstoß für Mainz: Sow ging mit dem Bein in Richtung des hoch reinfliegenden Balles und schien dabei, Leandro Barreiro am Kopf getroffen zu haben. Da hier allerdings kein Kontakt zwischen Bein und Kopf vorlag, wurde Dankert vor den Bildschirm gerufen und nahm den Strafstoß zurück.
Wenig später zeigte der Unparteiische auf der anderen Seite plötzlich auf den Punkt: Erneut war es Niakhaté, der Hinteregger am Arm festhielt und auch hier war der Strafstoß korrekt. Man hätte sogar über Gelb-Rot nachdenken können, das wäre dem aber doch zu viel gewesen, da Hinteregger weder im Ballbesitz war, noch die Anspielstation war und es so eher kein aussichtsreicher Angriff war. André Silva nahm sich der Sache erneut an und traf zum 0:2. Auf der Mainzer Bank kochten dann nachvollziehbar Emotionen hoch, was einem Betreuer die gelbe Karte einbrachte. Kurz vor Schluss zeigte Bastian Dankert erneut auf den Punkt, als Evan N‘Dicka ein Handspiel unterlief, aber der Tatort wurde von VAR Jöllenbeck schnell korrigiert, sodass es nur Freistoß gab. So gewann die Eintracht als die abgeklärtere Mannschaft in einem intensiven Spiel.

Fazit: Schiedsrichter Bastian Dankert lag in Verbindung mit dem VAR bei den wichtigen Entscheidungen richtig, brachte sich allerdings, wie bei der letzten Korrektur mitunter unnötig selbst in die Bredouille. Zudem fehlte die Ausgewogenheit bei den kleinen Entscheidungen und zumindest Younes hätte nach vielen Fouls verwarnt werden müssen.

 

Union Berlin – VfL Wolfsburg 2:2 (SR: Patrick Ittrich)

In der 10. Minute gingen die Gäste durch Steffen nach einem Eckball in Führung. Im Strafraum kam es zu Gerangel, am Ende war aber kein genaues Foulspiel erkennbar. Der Treffer zählte vollkommend zurecht.

In der 50. Minute zeigte Ittrich auf den Punkt und stellte Arnold aufgrund der Verhinderung einer klaren Torchance vom Platz. Er zog Awoniyi jedoch knapp außerhalb an der Schulter, innerhalb kam der Berliner zu Fall. Videoschiedsrichter Tobias Welz meldete sich vollkommend zurecht und korrigierte die Entscheidung auf direkten Freistoß, die rote Karte war in beiden Fällen korrekt, da es sich um die Verhinderung einer klaren Torchance durch ein gegnerorientiertes Vergehen handelt. Robert Andrich nutzte den direkten Freistoß für die erneute Unioner Führung.

Eine gute Viertelstunde später meldete sich wieder VAR Welz. Dieses Mal ging es um ein Handspiel im Unioner Strafraum. Ingvartsen wehrte einen Schuss des VfLs mit vor den Körper gestreckten Armen ab. Hier spricht die unnatürliche Handhaltung und auch die leichte Bewegung zum Ball für ein strafbares Handspiel. Der Eingriff und die Strafstoß-Entscheidung von Ittrich am Bildschirm war korrekt. Weghorst verwandelte den Elfmeter zum 2:2 für Wolfsburg.

SC Freiburg – 1. FC Köln 5:0 (SR: Robert Schröder)

In diesem Spiel gab es keine strittigen Szenen.

Bayer 04 Leverkusen – Werder Bremen 1:1 (SR: Benjamin Cortus)

Leverkusen gelang nach 70 Minuten der vermeintliche Ausgleich. Denn direkt nachdem Torschuss von Schick entschied Cortus auf Offensivhandspiel von Alario unmittelbar vor dem Tor. Bei einem Handspiel im Angriff ist es immer ein strafbares Handspiel, wenn der Ball am Arm (unter der T-Shirt-Line) ist. Das war er hier aber nicht! Ganz schwer zu sehen für Cortus, selbst die ersten Wiederholungen konnte es nicht eindeutig aufklären. Nach mehreren Perspektive konnte VAR Aytekin erkennen, dass der Ball am Bauch nicht am Arm war. Cortus gab deswegen vollkommend korrekterweise den Treffer.

Schalke 04 – TSG Hoffenheim 4:0 (SR: Felix Zwayer)

Kurz vor der Pause gingen die Schalker durch Hoppe in Führung (42. Minute). Harit spielte den Konter perfekt aus zu Hoppe, der den Ball über Baumann hob. Im Vorfeld kam es am Hoffenheimer Strafraum zu einem eigentlich strafbaren Handspiel von Schöpf, welches Felix Zwayer aber nicht ahndete. Der VAR meldete sich nicht, da das Handspiel nicht unmittelbar vor der Torerzielung stattgefunden hat. Sowohl die große räumliche Distanz, als auch die zahlreichen Spielzüge dazwischen sprechen dafür.

Beim 4:0 durch Harit in der 80. Minute gab es Diskussionen, weil ein Schalker Angreifer im Abseits knapp neben dem Torhüter stand. Hier gilt es jedoch nicht das Sichtfeld des Torwarts, sondern die Sichtlinie zum Schützen zu beachten, die wurde nicht verdeckt, somit ein korrekter Treffer. Mehr zu dieser Thematik findet ihr hier.

Von: Simon Schmidt und Felix Stark 

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