VfB lässt trotz VAR-Handelfmeter Sieg gegen Arminia liegen

VfB lässt trotz VAR-Handelfmeter Sieg gegen Arminia liegen

2. April 2022 0 Von Reiner Kuhn

In einer durchaus intensiven Bundesliga-Konferenz mit leider auch ein paar Verletzungen vor allem gegen Ende der Partien konnten sich die Bayern auswärts letztlich verdient mit 4:1 beim SC Freiburg durchsetzen. Die Münchner legen damit vor dem Topspiel heute Abend zwischen Dortmund und Leipzig im Meisterschaftsrennen vor und sind erstmal wieder neun Punkt vorne. In der Nachspielzeit gab es einen Wechselfehler, der aber keine Folgen auf den Ausgang hatte und auch nicht haben wird. Der VfB Stuttgart verpasste trotz Führung nach VAR-Handelfmeter den Sieg gegen die Arminia im Abstiegskracher. Fürth holt einen Punkt in Frankfurt, Bochum und Leverkusen gewinnen jeweils knapp gegen Hoffenheim bzw. Hertha BSC.

SC Freiburg – FC Bayern München 1:4 (SR: Christian Dingert)

Die Partei wurde geleitet vom FIFA-Schiedsrichter Christian Dingert aus Gries. Ihm assistierten Benedikt Kempkes und Timo Gerach. Als Vierter Offizieller wurde Arno Blos eingeteilt. VAR war FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin. Ihm assistierte im VAC Stefan Lupp.

Beim 1:3 von Coman gab es kurz eine Unsicherheit wegen einer möglichen Abseitsstellung des Torschützen, aber der Franzose stand nicht drin und so bestätigte der VAR Zwayer die Entscheidung.

Auch beim 1:4 in der Nachspielzeit gab es mehrere Abseitsüberprüfungen. Es waren aber jeweils immer zwei Freiburger näher zur eigenen Grundlinie gestanden, weswegen auch dieser Treffer zurecht zählte.

In der Nachspielzeit soll es außerdem einen Wechselfehler bei den Bayern gegeben haben, weswegen die Münchner etwa 20 Sekunden mit einem Mann mehr spielten. Dingert fiel es erst danach auf, weswegen er die Partie unterbrach und laut Sky-Kommentator mit einem Schiedsrichter-Ball wieder fortsetzte. Konsequenzen im Nachhinein dürften den Bayern deswegen nichts drohen. Der Spieler zu viel auf dem Platz hätte in jedem Fall verwarnt werden müssen. Möglicherweise ist der kurzzeitige 12. Spieler als Wechselfehler zu werten und hätte dann ein Nachspiel am grünen Tisch. Ob das passiert ist, wurde leider nicht weiter aus der Konferenz klar; mehr dazu in der Analyse am Montag.

DSC Arminia Bielefeld – VfB Stuttgart 1:1 (SR: Patrick Ittrich)

Patrick Ittrich aus Hamburg leitete auch den Abstiegskracher mit VfB-Beteiligung. Bereits am letzten Spieltag war er für die Spielleitung der Partie des VfBs gegen Ausgburg verantwortlich. Bei den Assistenten gab es aber eine Veränderung. Christian Dietz wurde als 1. Schiedsrichterassistent eingeteilt. Sascha Thielert war wie gewohnt auf der 2. Als Vierter Offizieller fungierte Patrick Alt. Günter Perl beobachtete das Geschehen in der Schüco-Arena gemeinsam mit Markus Häcker im VAC in Köln.

In der 23. Minute fliegt eine Stuttgarter Ecke an den kurzen Pfosten, wo Wimmer den Ball mit dem Arm ins Seitenaus klärte. Ittrich hatte die Szene zunächst wohl überhaupt nicht wahrgenommen und auch von seinem Assistenten kam nicht der Impuls zum Handelfmeter. VAR Günter Perl griff schließlich nach wenigen Sekunden ein und bat Patrick Ittrich zum On-Field-Review an den Monitor. Dort offenbarten zwei Perspektiven dem Hamburger Schiedsrichter das strafbare Handspiel. Zurecht lautete die Entscheidung danach Strafstoß für den VfB. Wimmer geht hier mit dem Arm komplett unnatürlich zum Ball. Die Körperfläche wurde ebenso sehr deutlich vergrößert. Da sich der Arm auch wirklich zum Ball bewegt, ist durchaus zu unterstellen, dass der Bielefelder Rechtsaußen den Ball mit dem Arm spielen wollte. In jedem Fall hat er es billigend in Kauf genommen. Kalajdzic trat zum Elfmeter an und verwandelte souverän.

Vor dem Elfmeter wurde ein Feuerzeug vom Rang Richtung Bielefeld-Torwart Ortega geworfen. Den Heimtorwart traf der Gegenstand zum Glück nicht. Trotzdem scheinen es einige „Fans“ leider wirklich nicht zu lernen.

Bayer 04 Leverkusen – Hertha BSC 2:1 (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

In der 40. Minute erzielte Karim Bellarabi den zweiten Treffer für die Werkself, doch es gab heftige Proteste der Gäste. Kevin Prince Boateng sah auf der Bank als Auswechselspieler Gelb für seinen besonders aktiven Protest. Der Grund war die Balleroberung vorher von Aranguiz gegen Kempf, der Leverkusener spielte aber den Ball, sodass weiterspielen die richtige Entscheidung war.

Auf das zweite Tor der Leverkusener folgte von Hertha die perfekte Reaktion. Mittelstädt flankte von der linken Seite durch den Strafraum auf die rechte, wo Darida die Flanke volley ins linke Eck verwandelte. Doch der Treffer wurde (wie jeder andere auch) überprüft und zunächst gab es leichte Zweifel im Hinblick auf eine mögliche Abseitsstellung. Denn beim Schuss von Darida stand ein Berliner wohl knapp im Abseits, der im Anschluss mit dem Kopf Richtung Ball ging, diesen aber nicht traf. Stattdessen ging der Leverkusener Verteidiger Aranguiz hin und lenkte den Ball leicht ab. Damit entsteht hier sowieso vorher eine neue Spielsituation, weswegen im Nachhinein keine strafbare Abseitsstellung mehr vorliegen kann. Der Treffer zählte zurecht.

Eintracht Frankfurt – SpVgg Greuther Fürth 0:0 (SR: Bastian Dankert)

In diesem Spiel gab es keine relevanten und strittigen Szenen.

TSG Hoffenheim – VfL Bochum 1:2 (SR: Daniel Siebert)

Nach einer knappen Stunde wollten die Hoffenheimer einen Strafstoß. Siebert ließ vollkommend zurecht weiterspielen und Bochums Torwart Riemann schaltete am schnellsten. Sein Abstoß landete in der gegnerischen Hälfte bei Asano, der davon profitierte, dass sich sein Gegenspieler als letzter Mann verschätzte und er alleine auf Baumann zuging. Asano ließ sich das nicht nehmen und verwandelte zur erneuten Führung für die Bochumer. Klasse Aktion von Schiedsrichter Daniel Siebert, der nach Riemann den zweiten „Assist“ bei dieser Szene erhält.

Wenige Minuten vor dem Ende lag der Ball wieder im Hoffenheimer Tor, als Polter einen Einwurf zu seinem Mitspieler verlängerte und der ins Tor von TSG-Torwart Baumann schoss. Doch Schiedsrichter Siebert entschied auf Stürmerfoul, da Polter vorher seinen Gegenspieler Rudy mit den Armen nach vorne schob. Eine Entscheidung im Ermessensspielraum des Schiedsrichters. Kann man pfeifen, muss man aber auch bei einer eher weiteren Linie nicht. Am Ende liegt hier aber durchaus ein Stoßen vor, was Siebert geahndet hat. Egal wie er hier entscheidet, für den VAR ist das nichts.


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