Video |  Grätschverbot im Futsal: Ein Irrglaube!

Video | Grätschverbot im Futsal: Ein Irrglaube!

2. Januar 2019 1 Von IG Schiedsrichter

Im Endspiel der Hammer Spielvereinigung gegen Westfalia Rhynern stand es nach 2 × 15 Minuten 8-8. Das Spiel endete nach einer 2 x 5 minütigen Verlängerung 10-9 für die Hammer Spielvereinigung. Aus Schiedsrichtersicht von DFB-Beobachter gab es einige kritische Entscheidungen, vier davon können in diesem Video begutachtet werden. So schätzen wir das ein:

1.) 9 Meter zum 1:1 (ab 0:20), unerlaubte Grätsche?

2.) Tor zum 5:6 (ab 2:00), unerlaubte Grätsche?

3.) Tor zum 7:8 (ab 2:32), Stürmer von Rhynern kommt zu Fall, der Verteidiger von Hamm stürzt darüber und kann nicht mehr eingreifen. Foul? Tor regulär?

4.) 9 Meter zum 8:8 (ab 2:45), es sind keine 20 Sekunden mehr zu spielen, unerlaubte Grätsche? Innerhalb?

IG-Schiedsrichter: 1. und 4.)  Die erste und die letzte Grätsche sind erlaubt gewesen, weil hier eindeutig ein Pass abgefangen wurde bzw. im Moment der sauberen Grätsche der Gegenspieler den Ball nicht am Fuß kontrolliert hat. Vor etwa zwei Jahren wurde noch ein komplettes „Grätschverbot“ incl. Platzverweis öffentlich komuniziert. Das wurde mittlerweile wieder gelockert. Das Grätschverbot stammt aus den Anfangsjahren des Futsals als es ein Grätschverbot noch gab. Dort wurde aber damals schon die Grätsche nur geahndet, wenn sie am ballführenden Gegenspieler ausgeführt wurde. Das Verbot der (sauberen) Grätsche gibt es im übrigen im Futsal schon länger nicht mehr. Mit der Überarbeitung der Hallenregeln wurde das Grätschverbot in diese übernommen ohne das Verbot näher zu erläutern, weil man davon ausging, es würde entsprechend interpretiert, wie es vormals im Futsal üblich war. Es gab dann die Situation, dass die Kreise das dann doch unterschiedlich interpretierten, so dass mit den Regeln 2017/18 das Grätschverbot in den Hallenregeln genauer erläutert wurde. Ursache war, dass die Interpretation eindeutig zu weit ging. So wurden Grätschen geahndet, wo weit und breit kein Gegenspieler war. Das Problem ist nun, dass die Praxis sich in den Kreisen allerdings unterschiedlich entwickelt hat. Würde z.B. hier im Kreis Hamm die Grätschen so abgepfiffen wie oben gezeigt, hätten wir hier den großen Aufschrei, weil hier die Grätsche tatsächlich nur gepfiffen wird, wenn der Gegenspieler den Ball am Fuß kontrolliert. Das ist hier voll akzeptiert.

Beim Grätschverbot kommt es darauf an, wie das Verbot innerhalb eines Verbandes definiert wird. In der Präsentation zu den Hallenregeln innerhalb Westfalens wurde erklärt, dass es „Wichtig ist, dass es sich hierbei um ein Zweikampf handelt. Eine Grätsche stellt nur dann ein Vergehen dar, wenn sie an einem Gegenspieler erfolgte, der den Ball am Fuß kontrolliert.“. Eine saubere Grätsche ist ausdrücklich erlaubt, wenn z.B. einen Pass abgefangen werden soll.

2.) Für uns auch weiterspielen. Er trifft nur den Ball der Verteidiger fällt über das Bein. Kein Foul.

3.) Auch das ist für uns regulär.

4.) Der Stürmer wollte die Flanke verwandeln, dabei fiel er hin. Das ist keine Grätsche. Der Verteidiger wollte das verhindern. Er grätschte zwar nicht im Sinne des Wortes (dazu müsste der Rumpf den Boden berühren, das ist nicht erfüllt). Die Futsal-Hallenregeln des Westdeutschen Fußball-Verbandes erklären eine Grätsche u.a. mit Sliding und Tackling. Ein Tackling des Verteidigers ist gegeben.

Es war vielleicht das beste Endspiel, das unser Rehbein gesehen hat. Gratulation an die Hammer Spielvereinigung 03/04 e.V., die das denkwürdige Finale gegen den SV Westfalia Rhynern gewinnen konnte.

Gepostet von Anton-Rehbein-Gedächtnisturnier am Montag, 31. Dezember 2018

In the final game of the Hammer Spielvereinigung against Westfalia Rhynern it was after 2 × 15 minutes 8-8. The game ended after a 2 x 5 minute extension 10-9 for the Hammer Spielvereinigung. From referees view of DFB observers there were some critical decisions, four of which can be reviewed in this video. So we estimate this:

1.) 9 meters to 1: 1 (from 0:20), unauthorized stabs?

2.) Goal to 5: 6 (from 2:00), unauthorized stabs?

3.) Goal to 7: 8 (from 2:32), striker of Rhynern falls to the case, the defender of Hamm falls over it and can not intervene. Foul? Gate regular?

4.) 9 meters to 8: 8 (from 2:45), there are no more 20 seconds to play, unauthorized stabs? Within?

IG-referees: 1st and 4th) The first and the last stabs were allowed, because clearly a pass was intercepted here or at the moment of the clean stabs the opponent did not control the ball on the foot. About two years ago, a complete „grazing ban“ incl. Reference was public komuniziert. This has since been relaxed again. The grazing prohibition comes from the early years of futsal when there was still a grazing ban. At that time, however, the streak was only punished if it was carried out on the ball-bearing opponent. Incidentally, the ban on the (clean) Grätsche is no longer available in Futsal. With the revision of the hall rules, the grazing ban was included in this without the prohibition to explain in more detail, because it was assumed that it would be interpreted accordingly, as it was formerly usual in futsal. There was then the situation that the circles interpreted it differently then, so that with the rules 2017/18 the grazing ban in the hall rules was explained in more detail. The reason was that the interpretation clearly went too far. So grazes were punished, where far and wide no opponent was. The problem now is that the practice has developed differently in the circles, however. Would e.g. here in the district of Hamm, the grazes as whistled as shown above, we would have the great outcry here, because here the stabs is actually only whistled when the opponent controls the ball on the foot. That is fully accepted here.

When Grätschverbot it depends on how the ban is defined within a federation. In the presentation on the hall rules within Westphalia it was explained that it is „important that this is a duel. A sting is only an offense if it was done to an opponent who controls the ball on the foot. “ A clean stance is expressly permitted when e.g. a pass is to be intercepted.

2.) Continue playing for us. He only hits the ball the defender falls over the leg. No foul.

3.) That too is regular for us.

4) The striker wanted to change the flank, he fell down. This is not a straddle. The defender wanted to prevent that. He did not putter in the sense of the word (the hull would have to touch the ground, that’s not true). The futsal hall rules of the West German Football Association explain a straddle u.a. with sliding and tackling. A tackling of the defender is given.

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