Videobeweis – Schiri-Wut – Kamelle zur Beruhigung

Videobeweis – Schiri-Wut – Kamelle zur Beruhigung

14. September 2019 1 Von IG Schiedsrichter

In Leipzig wurde ein Elfmeter nach Videobeweis aberkannt, in Berlin gab es mächtig Schiri-Wut! Über die Gründe müssen sich die Spieler auch mal selbst an die Nase packen und in Köln brauchte der Schiedsrichter wieder eine Kamelle zur Berührung. Unsere Spieltagsübersicht von den Samstagsspielen der Bundesliga.

Links an der Strafraumgrenze trat Marcel Sabitzer Lucas Hernández entgegen. Der Franzose war als Erster am Ball und rasselte dann mit dem Österreicher zusammen. Sascha Stegemann zögerte kaum und verhängte einen sehr harten Strafstoß.

Während Lucas Hernandez behandelt wurde, liefen die Videoüberprüfungen um Video-Assistent Tobias Reichel. Da wurde der Schiedsrichter gebeten, sich selbst ein eigenes Bild zu machen. Stegemann eilte in die Review Area hinaus. Nachdem sich der Referee ein eigenes Bild von der Situation machte, kehrte der Referee auf den Rasen zurück und revidierte seine ursprüngliche Entscheidung. Kein Elfmeter für die Bayern! Entsprechend groß war der Jubel in der Red Bull Arena. Das war auch so in Ordnung, weil, selbst wenn es da eine Berührung gab, war es keine Orientierung des Leipzigers zum Gegner. Da kann jeder über den Videobeweis schimpfen wie sie wollen, aber in der Situation beweist sich wieder einmal, dass es gut ist ihn zu haben. Was in realer Geschwindigkeit nach einem Foulspiel aussah, konnten die Zeitlupenbilder nicht belegen. Das sieht auch Thorsten Kinhöfer so: „Absolut korrekt, dass Stegemann seine falsche Wahrnehmung korrigiert hat.“

Treffer des Bayern-Spieler am Fuß von Poulsen

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit, zeigte der Unparteiische erneut auf den Punkt – diesmal auf der anderen Seite und gab Strafstoß für die Bullen! Nach einem Fehlpass von Thiago probierten es die Rasenballer noch einmal, spielten in die Spitze. Im Sechzehner spielte Yussuf Poulsen den Ball gut ab. Lucas Hernández ging von hinten zu ungestüm in den Zweikampf, traf den Angreifer am Fuß. Das ist ein Strafstoß, da gab es keinen Widerspruch. Kinhöfer: „Hernández trifft Poulsen am Bein. Klarer Elfmeter!“ (Die Highlight im Video)
Ein Leckerchen für Aytekin
Kohlfeldt findet Schirileistung zum „kaputtlachen“
Drei Elfmeter, zwei Platzverweise, Rudelbildungen und jede Menge Schiri-Wut! Zunächst muss man leider feststellen, dass Tobias Welz keine keine Linie gefunden hat. Er hat zwar die Partie gepfiffen, aber nicht geleitet, musste gefühlt 100 Mal den Videobeweis nutzen. (Bild-Note: 6!)
Kurz vor Schluss ging es nochmal richtig rund. Union Neuzugang Neven Subotic schubste Bittencourt in die Bande, kassierte dafür Gelb/Rot. Nach der Aktion schimpfte Bremens Kohlfeldt und sah ebenfalls Gelb. Kohlfeldt bei Sky: „Die ganze Bank springt auf und ich kriege Gelb. Mit den Worten: Ich gebe dem Spieler jetzt Gelb/Rot, deshalb gebe ich ihnen Gelb. Da muss ich mich leider kaputtlachen“.
Schon nach 65 Sekunden stand Tobias Welz im Fokus, als er einen strittigen Elfmeter pfiff. Nach weiteren eineinhalb Minuten schaute er sich die Szene nochmal an. Das hat mich wirklich gewundert, dass er beim erstem  Elfmeter nach Review bei seiner Entscheidung geblieben ist. Der ist falscher als falsch, kein Kontakt beim Torwart erkennbar. Dann machte er quasi den Faller und fällt in den Abwehrspieler rein. Klaasen traf zum 0:1. Danach gab es noch zwei Strafstöße, Klaasen verschoß und Sahin sah Gelb/Rot.
Thorsten Kinhöfer: „Was mich nachdenklich stimmt: Er wird von Köln darauf hingewiesen, dass der Elfmeter doch nicht so klar ist, schaut sich die Bilder an – und bleibt bei seiner Meinung. Ich hätte die Entscheidung revidiert. Es ist in der Zeitlupe deutlich zu sehen, dass der Torwart den Spieler nicht berührt. Schlimmer noch: Klaassen hat durch die Art, wie er sich fallen lässt, sogar versucht, zu betrügen. Dafür hätte er sogar die Gelbe Karte sehen können.
Sahin: „Meinen Platzverweis kann ich nicht verstehen. Ich verzögere ja nicht das Spiel indem ich den Ball wegschieße. Ich halte den Ball auf dem Feld, Union könnte ihn ja abfangen und einen Gegenangriffen starten.“
Sahin wollte den Freistoß schnell ausführen, was Welz nicht so toll fand. Daraufhin zog Schiri Welz die Gelb/Rote Karte für den Bremer. Welz hat wohl ihm gesagt, er soll warten und drehte sich daraufhin weg. Sahin dachte wohl, er gibt den Freistoß damit frei und spielte den Ball, behielt ihn aber im Feld. Das ist viel zu hart, einen Spieler für eine schlechte Absprache so zu bestrafen. Da hätte eine klare Kommunikation nicht geschadet.
„Für alle ein schwieriges Spiel“
Unions Christopher Trimmel hat Verständnis für Welz: „Mir war es ein bisschen zu viel reklamieren, diskutieren aber von allen Beteiligten und ich glaube, dass war für alle ein schwieriges Spiel – auch für den Schiedsrichter. Wenn das Spiel mit zwei Videobeweisen so beginnt, viele Situationen, ständig Rudelbildungen und da sind auch wir Spieler Schuld! Wir dürfen es nicht überteiben. Für mich war es heute ein bisschen zuviel.“

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