Viel Aufregung um nichts

Viel Aufregung um nichts

6. Dezember 2021 8 Von Simon Schmidt

Was gab es für eine Aufregung rund um die Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer beim Topspiel Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München. In diesem Artikel wollen wir uns mit den zwei Elfmeterszenen und den zwei weiteren VAR-Eingriffen des Spieltags beschäftigen.

Borussia Dortmund 2:3 FC Bayern München (SR: Felix Zwayer)

Aus zahlreichen schwierigen Szenen für Schiedsrichter Zwayer wurden zwei besonders thematisiert. Es geht jeweils um die Elfmeterszene zwischen Marco Reus und Lucas Hernandez und den Handelfmeter für Bayern nach einem Handspiel von Hummels.

Auf die erste Szene bezieht sich der Titel des Artikel: „Viel Aufregung um nichts.“ Denn wie die TV-Bilder nach dem Spiel schon vermuten ließen, lag im Vorfeld eine Abseitsposition von Erling Haaland vor, sodass in dieser Szene nie zu einem On-Field-Review gekommen wäre. Die bestätigte auch der DFB mit einer Stellungnahme von VAR-Projektleiter Dr. Jochen Drees am Sonntag. Selbst wenn Zwayer den Zweikampf anders wahrgenommen hätte, hätte die Überprüfung nur umso länger gedauert, weil erst der Zweikampf dann die Abseitsstellung überprüft werden muss. Bei einer Strafstoß-Entscheidung wäre dieser wegen der Abseitsstellung zurückgenommen worden (ohne OFR, da faktische Entscheidung). Hier hätte eine entsprechende Darstellung der Abseitsstellung von Haaland bei Sky in der Liveübertragung einige sehr emotionale Diskussionen vorweg nehmen können, der DFB gestern seine Stellungnahme veröffentlichte.

Das Handspiel von Hummels nach einem Eckball in der 74. Minute führte auf dem Platz zunächst zu wenigen Protesten. Doch als der Ball wieder aus dem Spiel war, unterbrach Zwayer das Spiel und wurde vom VAR Tobias Welz zum On-Field-Review geschickt. Dort entschied er auf Strafstoß für die Bayern. Der Rest der Geschickte ist bekannt. [TV-Bilder – ab Minute]

Beim Zweikampf Hernandez gegen Marco Reus ließ Zwayer aufgrund seiner großzügigen Linie im gesamten Spiel weiterlaufen. Aufgrund dieser Wahrnehmung des Feld-Schiedsrichters konnte der VAR wegen der hohen Eingriffsschwelle nicht korrigierend eingreifen. [TV-Bilder – ab Minute 4:10]

Doch war der Strafstoß berechtigt?

An sich auf alle Fälle ja, Hummels ging mit dem Arm zum Ball und hat die Arme unnatürlich oben vor dem Körper. Somit ist es nach der Handspielregel ein strafbares Handspiel. Auch das bestätigte Lehrwart Lutz Wagner im „Doppelpass“ bei sport 1 und Dr. Jochen Drees im DFB-Statement. Er lässt allerdings zwischen den Zeilen offen, dass er mit der Linie von Zwayer auch weiterspielen für vertretbar erachtet hätte. Der VAR hat eingegriffen, weil Zwayer zwar das Handspiel zwar gesehen, aber nicht genau die Handhaltung und Bewegung zum Ball wahrnahm. Somit liegt eine teilweise fehlende Wahrnehmung vor. Ein nachvollziehbarer Vorgang nach VAR-Protokoll [TV-Bilder – ab 4:39 Minute].

VfB Stuttgart 2:2 Hertha BSC (SR: Benjamin Brand)

In der 34. Minute erzielten die Gäste den Anschlusstreffer durch Belfodil, dachten sie zumindest. Doch VAR Robert Schröder meldete sich und erkannte eine Abseitsstellung von Darida, der zwar nicht am Ball war aber im Sichtfeld von Stuttgarts Keeper Müller stand. Benjamin Brand ging zum On-Field-Review und nahm den Treffer zurück. [TV-Bilder – ab 2:42 Minute]

TSG Hoffenheim 3:2 Eintracht Frankfurt (SR: Daniel Schlager)

Hier griff der VAR wegen einer falschen Abseitsentscheidung von Assistent Sven Waschitzki in der 60. Minute ein. Bebou stand vor dem 3:1 von Samassekou nicht im Abseits. Nachvollziehbarer und korrekter Eingriff. [TV-Bilder – ab 2:30 Minute]

Fazit: Insgesamt wieder ein guter Spieltag für die DFB-Schiedsrichter mit nur drei benötigten Eingriffen in wieder neun Spielen an diesem Spieltag. Zwei davon sind absolut unstrittige Abseits-Eingriffe. Hier seien die Assistenten auf dem Platz auch nochmal lobend erwähnt, es gab wirklich gerade in der Konferenz sehr viele Tore und viele sehr knappe Abseitsentscheidungen, die bis auf eine alle richtig bewertet wurden.

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