Warum die lange Leine in Deutschland nicht akzeptiert wird

Warum die lange Leine in Deutschland nicht akzeptiert wird

4. Mai 2021 1 Von IG Schiedsrichter

Hertha BSC hat sich nach der coronabedingten zweiwöchigen Pause im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen wichtigen Punkt gesichert. Die Berliner erkämpften sich am Montag im Nachholspiel des 29. Spieltages beim 1. FSV Mainz 05 ein achtbares 1:1 und rückten auf zwei Punkte an den 1. FC Köln auf dem Relegationsplatz heran.

Mit der Regeldurchsetzung des Pflichtspielvergleich wurde ein Unparteiischengespann an den Bruchweg beordert, dass von FIFA-Referee Sascha Stegemann angeführt wurde. Bei seinem Jubiläumsspiel im Fußball-Oberhaus wurde er durch seine Assistenten Guido Kleve und Frederick Assmuth, sowie dem vierten Offiziellen Florian Badstübner unterstützt. Diensthabende Video-Assistenten im Kölner Video Assists Center waren Dr. Matthias Jöllenbeck und Christian Fischer.

Von: Felix Stark; diese Analyse stellte die erlebte Sicht des Autors dar. 

Der Abstiegsgipfel zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Hertha BSC Berlin begann sehr nervös. Mit erwartungsgemäß mehr Selbstvertrauen starteten die Gastgeber und hatten durch Jean-Paul Boëtius die ersten großen Chancen, als er erst allein vor Torwart Alexander Schwolow auftauchte und wenig später das Aluminium traf. Erste Ansprachen durch Schiedsrichter Sascha Stegemann in seiener 100. Bundesliga-Partie waren auch schnell nötig: Lucas Tousart für einen übermotivierten Einsatz an der Mittellinie, sowie Adam Szalai und Dominik Kohr wegen Unsportlichkeiten erhielten allesamt den Hinweis, sich etwas zurückzunehmen. Diese Situationen deuteten auf viel Arbeit für den Referee hin, der trotzdem sehr großzügig leitete und auf viele Gespräche setzte. Kein Gespräch, sondern die erste Verwarnung erhielt Stefan Bell, nachdem er Jhon Cordoba auf dem Flügel zu Boden rang. Wenig später hatte Szalai allein vor Schwolow die nächste Großchance, scheiterte aber am Berliner Torwart. Dann war Stegemann im Blickpunkt, als der verwarnte Bell Matheus Cunha am Fuß erwischte. Mit einer allerletzten Ermahnung durfte der Mainzer allerdings verbleiben, was absolut zur großzügigen Linie passte. Marton Dardai brachte den folgenden Freistoß herein, welchen Tousart zum 0:1 einköpfte. Tousart holte sich kurz darauf auch die Verwarnung, nachdem bei einem vermeintlichen, Foulspiel an Cunha der Pfiff ausblieb und sich der Franzose im Dienste der Hertha dann einen umso eindeutigeren Tritt auf den Fuß des Gegners leistete und zudem Meckern folgen ließ. Kurz vor der Pause glich dann Phillipp Mwene mit einem Distanztreffer der Marke Traumtor zum 1:1 aus. Kurz vor der Halbzeit bekam noch ein Mainzer den Ball im Lauf an den Arm, hier war aber nichts strafwürdiges zu erkennen. Der Ball flog einfach in die Laufbewegung.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich deutlich ereignisärmer. Karim Onisiwo und Cunha hatten jeweils Großchancen, scheiterten aber. Dann war es wieder Cunha, der einmal mehr schon im Fallen protestierte, obwohl rein gar nichts vorlag! Wie es der Kommentator treffend beschrieb, konnte mal langsam die Uhr danach stellen, wann der eigenwillige Spielmacher der Hertha die gelbe Karte erhält. So war es dann auch, als er völlig unnötig Leandro Barreiro hart in die Parade fuhr. Wenig später war es dann der Luxemburger selbst, sowie auf der anderen Seite Santiago Ascacibar, die für harte Foulspiele verwarnt wurden. Gegen Ende der Partie ging bei beiden Mannschaften nicht mehr viel. So blieb es dann am Ende beim leistungsgerechten 1:1-Unentschieden.

Fazit: Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte durchaus Arbeit und erledigte diese mit stringent langer Leine. So passte es ins Bild, Bell nicht des Feldes zu verweisen, auch wenn sich der Referee hier durchaus am oberen Ende bewegte. Alle anderen persönlichen Strafen waren unstrittig.

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