Warum die neue Anweisung für alle schwer durchzusetzen ist

Warum die neue Anweisung für alle schwer durchzusetzen ist

25. Januar 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Unsere Einschätzungen aus den gesehenen Szenen der Bundesliga-Konferenz.

Borussia Mönchengladbach 3:1 1. FSV Mainz 05 (SR: Felix Zwayer)

Gut gesehen von Zwayer in der 35. Minute, der nach einem Foul an Boëtius zunächst laufen gelassen hat und dann doch den Freistoß pfiff, als Gladbach den Ball zurückeroberte. Das gefiel nicht allen im Borussia-Park. Darüber regte sich Gladbachs Coach Marco Rose lauthals über den Foulpfiff des Schiedsrichters auf und gestikulierte wirld am Seitenrand. Das ließ sich Zwayer nicht gefallen und zückte die Gelbe Karte für den Trainer.

Diese wilde Gestukulieren schadet dem Gesamtbild des Fußballs, wenn man heftig und gestenreich reklamiert das dirch solche Handlungen unter Druck setzen des Schiedsrichters. Daher soll die laut DFB-Anweisung verwarnt werden.

Anweisung bei Top-Schiedsrichtern schwer durchzusetzen

Allgemein finde ich wird die Umsetzung der neuen Anweisung nicht funktionieren. Man kann den Schiedsrichtern nicht vorschreiben, wann sie da eine Gelbe Karte zücken sollen und wann nicht, weil man dadurch zu sehr in den Charakter des Schiedsrichters eingreift. Die Schiedsrichter sind von daher immer etwas unterschiedlich. Wenn wir da beispielsweise an Aytekin, Manuel Gräfe oder auch ein Tobias Stieler denken, die stehen ja auch dafür das sie sehr viel über Kommunikation machen und das würde dann einfach in den Charakter eines Schiedsrichters zu sehr eingreifen. Gerade auch bei sogenannten Risikospielen wie dem Berliner Stadtderby bspw. da ist es vielleicht auch ganz gut, dass ein Schiedsrichter mehr auf Worte als gleich mit Karten um sich zu werfen. Stellt euch da mal das Szenario 9 gegen 9 mal vor, dann gibts hinterher vorm Stadion für die Polizei nicht nur ein Neun gegen Neun bezüglich der Sicherheitslage.

VfL Wolfsburg 1:2 Hertha BSC (SR: Markus Schmidt)

Kurz nach Pause was für eine Szene in Wolfsburg. Arnold teilte beim Zweikampf nach hinten aus und streckte so Skjelbred mit einem Schlag auf die Brust nieder. Als beide Spieler daraufhin schmerzhaft auf den Boden lagen, gesellte sich auch noch Mittelstädt dazu. Drei Verletzte auf einmal! Dass Schiri Schmidt hier für Arnold keine Gelbe Karte zückte, ist gerade noch okay.

SC Freiburg 0:2 SC Paderborn (SR: Christian Dingert)

Der bereits verwarnte Collinas flog nach gut einer Stunde mit Gelb/Rot. Der ungestüme Linksverteidiger trat Höler im Zweikampf unglücklich auf den Fuß. Die zweite Gelbe Karte ist vertretbar, dennoch eine harte Entscheidung. Christian Dingert hatte im Breisgau einiges zu tun. Angesichts des Charakter des Spielsist die Verwarnung auf keinen Fall falsch. Stichwort: Zeichen setzen.

Elfmeter für Paderborn: Dingert war sich direkt sicher. Pröger zog am linken Sechzehnereck in die Box und wurde von Hölers robustem Armeinsatz zu Boden gestreckt. Das ist kein zwingender Straftstoß – falsch ist die Entscheidung aber nicht. Daher auch kein Fall für den Video-Assistenten.

FC Union Berlin 2:0 FC Augsburg (SR: Bibiana Steinhaus)

Nach etwas mehr als einer Stunde bauten die Köpenicker die Führung aus. Augsburg klärte eine Hereingabs aus dem linken Halbfeld schlecht und Andrich kam im Sechzehner an die Kugel. Er legte kurz zu Ingvartsen, der den Ball dann überlegt im rechten Eck versenkte. Wie jedes Tor wurde auch dieses vom Video-Assistenten auf eine Abseitsposition überprüft. Doch das schien wohl alles in Ordnung zu sein, hier lag keine Sichtbehinderung des Keepers vor.

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