Warum ein frühes Zeichen erforderlich gewesen wäre…

Warum ein frühes Zeichen erforderlich gewesen wäre…

16. Februar 2019 0 Von IG Schiedsrichter
Schiedsrichter Sören Storks kam durch eine zu großzügige Linie in die Kritik

Am Samstagabend empfing Hertha BSC die zuletzt stark aufspielenden Bremer und musste mit der letzten Aktion einen sicher geglaubten Heimsieg noch hergeben. Pizarro traf mit dem letzten Schuss zum 1:1 und spuckte den überlegenen Berlinern gehörig in die Suppe. Der Peruaner ist damit der älteste Torschütze der Bundesliga-Historie.

Die erste knifflige Entscheidung hatte Sören Storks nach 16 Minuten zu treffen. Stark, der ehemalige Nürnberger mit einer vermeintlichen Rettungstat: Der mit 23 Jahren junge Herthaner ist trotzdem schon hocherfahren, kratzte dem durchstartenden Klaassen kurz vor dem eigenen Strafraum gerade noch so den Ball mit dem langen Bein weg. Das hätte sonst wohl den ersten Abschluss der Partie gegeben. Auch der Schiedsrichter ließ sich von der ballorientierten Aktion täuschen, indem er fälschlicherweise weiterspielen ließ, denn die Zeitlupe zeigte klar, dass Stark nicht unbedingt den Ball traf, sondern eher Klaassen getroffen hat. Klare Fehlentscheidung! Freistoß und Gelb für Stark wäre fällig gewesen. Kein Rot, weil die Aktion nicht so als klare Torchance angesehen werden kann, da er ihn mehr auf der Außenposition gefoult hat.

Sören Storks war zu Beginn sehr großzügig unterwegs und das wurde immer mehr zum Nachteil für den SV Werder Bremen. Niklas Stark beging sein zweites gelbwürdiges Foul innerhalb weniger Minuten und kam wieder ungeschoren davon. Anschließend wude Kruse gelegt und es ertönt nicht mal ein Pfiff. Sören Storks war die ersten Minuten sehr großzügig unterwegs und das wurde immer mehr zum Nachteil für den SV Werder Bremen. Niklas Stark beging sein zweites gelbwürdiges Foul innerhalb weniger Minuten und kam wieder ungeschoren davon. Mit etwas mehr Pech hätte diese das frühe Aus für den Berliner bedeuten können. Anschließend wurde Kruse gelegt und es ertönte nicht mal ein Pfiff. Storks hatte den Spielern die lange Leine angeboten und Rekik griff dann gleich zu. Der Berliner Abwehrmann grätschte übel in Veljković rein und kassierte die längst überfällige erste Verwarnung.

Bei aller berechtigten Kritik wegen der spät vorgebrachten Verwarnung, muss man aber auch erwähnen, dass die Schiedsrichter angehaiten wurden frühzeitig auf Verwarnungen zu verzichten, um sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Angesichts des Spielcharakters war die Linie in der Anfangsphase nicht gut gewählt. Manchmal muss man eben auch mal ein Zeichen setzen.

Die Gelbe Karte wirkte aber dann scheinbar auf die Spieler und sie fuhren in der Folge wieder auf Normaltemperatur zurück. Die Partie war Mitte der ersten Hälfe von vielen Fouls und Nickligkeiten geprägt, die dem ganzen Unterfangen ein wenig den Spielfluss raubten.

Nach etwa einer Stunde kassierte Werders Sebastian Langkamp nach einem rüden Einsteigen die zweite Verwarnung. Eine weitere Verwarnung sah Werders Bargfrede als er sich von Duda einwickeln ließ und zumtaktischen Trikotzupfer griff. In der Folge sah dann noch Herthas Valentino Lanzano konsequent Gelb als er gegen Augustinson einen Konter durch ein taktisches Foul unterband.

Nach einem Handspiel von Duda gab es in der letzten Minute nochmal Freistoß für Werder gut zehn Meter in der Berliner Hälfte. Emotionen, Wut und die Erkenntnis es ginge für Werder nichts mehr waren die Folge einer Rudelbildung, Geschubse, Diskussionen, Gelbe Karten. Eine davon für Davy Klaassen, die andere sah Ibisevic. Und das ist beachtlich! Als Auswechselspieler schaffte der Berliner Kapitän, sich seine fünfte gelbe abzuholen und hat nächste Woche frei. Doch dann noch Werder Glückgefühle. Ein letzter Freistoß in der Nachspielzeit der Nachspielzeit und Claudio Pizarro rettete Werder. Pizarro führte aus und brachte das Ding irgendwie in die Maschen! Der Peruaner schoß flach in die Mauer, die sich aber quasi auflöste und den Ball durchflutschen ließ. Vedad Ibišević sah den Ball zu spät, konnte nicht mehr reagieren und die Kugel schlug flach im linken Eck ein.

Fazit: Bis auf die Anfangsphase als der Referee anweisungsgemäß sehr großzügig begann, wurde er mit zunehmender Spieldauer und der ersten Verwarnung sicherer und wurde auch von den Spielern akzeptiert, die Verwarnungen in der zweiten Hälfe waren zwingend. Daher kann man noch von einer guten Spielleitung sprechen.

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