Was mich nervt: Der Schiedsrichter ist tabu

Was mich nervt: Der Schiedsrichter ist tabu

12. Dezember 2020 1 Von IG Schiedsrichter

Beim heutigen Bundesliga-Topspiel Union gegen Bayern nervte mich das ganze Reklamiere und Gefordere von Karten tierisch. Ein Unioner bekam von Schiedsrichter Dankert Gelb, nachdem ein Bayern-Spieler deutlich die Karte gefordert hat. Auch den Schiedsrichter an fassen und einen Pulk um ihn herum bilden wird immer populärer. Ein Kommentar für ein konsequenteres Eingreifen bei Unsportlichkeiten.

Da tut man den ganzen Amateur-Schiedsrichtern keinen Gefallen, wenn das wieder häufiger geduldet wird. In der Kreisliga bleibt es nicht bei einer Rudelbildung, da werden die Schiedsrichter über den Platz gejagt, verprügelt und beleidigt. Da hat der Profifussball schon eine Verantwortung. Daher ist es aus meiner Sicht unerlässlich, solche Unsportlichkeiten wieder konsequenter zu ahnden.

Es gilt immer, der Schiedsrichter ist tabu!

Der Fußballsport ist ein emotionaler Sport und hier kochen die Emotionen sehr schnell hoch und zwar sowohl beim Publikum, beim Trainer, bei den Vereinsangehörigen als auch bei den Spielern. Je nach Bedeutung des Spieles und des Spielstandes kann es zu Situationen kommen, wo man sich wenige Freundlichkeiten austauscht. Und wenn man sich dann auch noch ungerecht behandelt fühlt, ist der Mann in Schwarz sowieso ein rotes Tuch.

Reklamieren bis zur Schmerzgrenze

Der Mann in Schwarz ist natürlich der Schiedsrichter. Zwar gibt es ihn auch manchmal in roter Ausführung, wenn eine Mannschaft ein sehr dunkles Trikot trägt, aber meist ist er schwarz gekleidet und seine Entscheidungen finden nicht nur Anhänger. Ist das Spiel ohnehin hitzig und pfeift der Schiedsrichter eine Aktion aus Sicht gewisser Spieler falsch, dann gibt es Ärger und es wird reklamiert und zwar manchmal sehr heftig – oder für den Schiedsrichter sogar zu heftig.

Im Eishockeysport läuft die Aktion meist so ab, dass nur der Kapitän mit dem Schiedsrichter diskutieren darf, die anderen Spieler haben sich zu distanzieren. Im Fußball gilt das zwar auch, aber man ist nachsichtiger – hier haben die Leute keinen Schläger in der Hand und sind weniger gefährlich. Dennoch darf das Reklamieren, die Umschreibung für das Kritisieren der Entscheidung, nicht übertrieben werden.

Was gar nicht geht, ist das Berühren des Schiedsrichters. Wer ihn anstupst, kann mit einer roten Karte rechnen. Wer ihn umwirft sowieso. Wer den Schiedsrichter beleidigt, verlässt auch nach einer roten Karte das Spielfeld. Heftiges Kritisieren wird meist toleriert, wenn man sich wieder beruhigt und das Spiel normal weiter läuft. Wenn man aber nicht aufhört, auf den Schiedsrichter einzuwirken, gibt es zumindest die gelbe Karte und bei Spielern, die schon die gelbe Karte als Verwarnung gesehen haben, kann das dann die gelb-rote Karte sein und somit ist man auch aus dem aktuellen Spiel ausgeschlossen.

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