Wenn der Schiri zu früh pfeift…

Wenn der Schiri zu früh pfeift…

14. April 2019 1 Von IG Schiedsrichter
Die Szene, über die in Nürnberg gesprochen wurde: Club-Kapitän Behrens spitzelt den Ball an Torwart Nübel vorbei. Weil Schiri Kampka pfeift, bevor der Ball im Tor ist, darf der Video-Keller nicht eingreifen

Manchmal ist der Job des Schiedsrichters echt bitter. Zum Beispiel dann, wenn man zu früh pfeifst.

Freitagabend in Nürnberg. Club-Kapitän Behrens ging mit gestreckten Bein zum Bein zum Ball , legte ihn an Schalke-Torwart Nübel vorbei und schob ihn ins Tor. Schiedsrichter Dr. Robert Kampka aber pfiff, entschied auf Freistoß. Nur: Behrens berührte Nübel gar nicht und gefährliches Spiel war es auch nicht.

Weil Kampka schon während der Szene abgepfiffen hatte, konnte der Video-Assistent nicht eingreifen und der Schiedsrichter sich im Stadion die Szene auch nicht noch einmal anschauen. Hätte er laufen lassen und erst gepfiffen, nachdem der Ball im Netz war, hätte er diese Option erhalten. Diese Vorgehensweise sehen wir sehr häufig bei Abseits , wenn der Assistent die Fahne erst hebt, wenn der Ball im Tor ist.

Als Referee beißt du dir dann in den Allerwertesten. Die Schiedsrichter müssen sich durch den „Videobeweis“ auf dem Platz auch total umstellen. Einerseits soll man schnell und richtig entscheiden und plötzlich muss man warten, obwohl man etwas wahrgenommen hat und dann rückwürts entscheiden. Das ist eine riesige Umstellung.

Fehler sind menschlich – auch Schiedsrichter dürfen Fehler machen

Aber auch solche Fehler können passieren. Die Spieler machen selbst genug Fehler, verschießen kläglich einen Elfmeter -wie am Freitagabend-. Nürnberg steht seit Monaten auf dem vorletzten Platz da kann doch der Schiedsrichter nix dafür. Sie steigen nicht wegen dem einen Fehler ab. Fehler passieren, sind alles nur Menschen:

Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Assistenten und Video-Assistenten.

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