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Zwei Welten im Amateurfußball: Während manche Schiedsrichter unzumutbare Bedingungen vorfinden, zeigen andere Vereine, wie einfach Wertschätzung sein kann.

Schiedsrichter gesucht – Wertschätzung vergessen?

Alle reden über Schiedsrichtermangel, Nachwuchsgewinnung und Respekt auf dem Fußballplatz. Doch wer kümmert sich eigentlich darum, wie die Unparteiischen Woche für Woche von den Vereinen empfangen werden?

Eine Flasche Wasser, eine saubere Kabine, eine freundliche Begrüßung oder eine kleine Stärkung nach dem Spiel: Eigentlich sollten solche Dinge im Amateurfußball selbstverständlich sein. Doch die Realität sieht nicht überall so aus.

Während sich Schiedsrichter über Vereine freuen, die ihnen Getränke und etwas zu essen bereitstellen, stellt sich eine ganz andere Frage: Was passiert eigentlich dort, wo selbst diese einfachen Gesten fehlen?

Wenn niemand etwas sagt, ändert sich auch nichts

Der Schiedsrichter kommt zum Sportplatz, findet eine verschmutzte Kabine vor, möglicherweise nicht einmal eine Flasche Wasser. Nach dem Spiel fährt er nach Hause. Er ärgert sich vielleicht darüber, aber eine Meldung erfolgt häufig nicht.

Warum auch? Viele Unparteiische wollen keinen Ärger, keine Diskussionen und schon gar nicht als besonders anspruchsvoll gelten.

Doch genau darin liegt das Problem. Werden solche Missstände nicht angesprochen, können sie sich dauerhaft etablieren.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass jeder Verein ein umfangreiches Buffet bereitstellen muss. Eine kleine Geste reicht oft völlig aus.

Wertschätzung ist keine Frage des Geldes, sondern der Einstellung.

Wo bleiben die Verbände?

Regelmäßig treffen sich Vereinsvertreter mit ihren Fußballverbänden, um über den Spielbetrieb, organisatorische Abläufe und Regeländerungen zu sprechen.

Warum wird die Betreuung der Schiedsrichter nicht ebenso selbstverständlich zum Thema gemacht?

Gerade angesichts der Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung neuer Unparteiischer sollte es im Interesse jedes Verbandes liegen, dass Schiedsrichter auf den Sportplätzen vernünftige Bedingungen vorfinden.

Dazu gehören klare Erwartungen an die Heimvereine, unkomplizierte Möglichkeiten zur Meldung von Missständen und eine konsequente Ansprache wiederholt auffälliger Vereine.

Die Verbände sollten sich deshalb fragen lassen, welche Standards sie tatsächlich vorgeben, wie sie deren Einhaltung überprüfen und was geschieht, wenn Beschwerden eingehen.

Warum interessiert sich die Öffentlichkeit so wenig dafür?

Kommt es zu einem tätlichen Angriff auf einen Schiedsrichter, ist die öffentliche Aufmerksamkeit häufig groß. Über alltägliche mangelnde Wertschätzung wird dagegen wesentlich seltener gesprochen.

Dabei beginnt Respekt nicht erst mit dem Anpfiff.

Er beginnt bei der Begrüßung am Sportplatz, setzt sich in der Schiedsrichterkabine fort und endet nicht mit dem Schlusspfiff.

Wer Schiedsrichter langfristig für den Fußball begeistern und im Ehrenamt halten möchte, muss auch diese vermeintlichen Kleinigkeiten ernst nehmen.

Unsere Aktion soll ein Anfang sein

Mit der neuen Leserwahl „Schiedsrichterbetreuung der Woche“ möchte die IG Schiedsrichter Vereine hervorheben, die mit gutem Beispiel vorangehen.

Dabei geht es nicht um die schönste Kabine oder die teuerste Verpflegung. Entscheidend sind Freundlichkeit, Sauberkeit, Organisation und die Wertschätzung gegenüber den Unparteiischen.

Wir möchten zeigen, dass es viele Vereine gibt, die diese Verantwortung ernst nehmen.

Gleichzeitig soll die Aktion eine Diskussion darüber anstoßen, welche Mindeststandards Schiedsrichter erwarten dürfen und welche Verantwortung die Fußballverbände dabei tragen.

Mit unserer neuen Aktion „Schiedsrichterbetreuung der Woche“ wollen wir nicht nur vorbildliche Vereine auszeichnen, sondern auch eine längst überfällige Diskussion anstoßen. In unserer aktuellen Leserwahl stellen wir fünf Vereine vor, die zeigen, wie Wertschätzung gegenüber Unparteiischen im Alltag aussehen kann.

Diese positiven Beispiele verdienen Aufmerksamkeit. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass eine saubere Kabine, eine freundliche Begrüßung und eine angemessene Betreuung eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Unser Fazit: Wertschätzung darf keine Ausnahme bleiben

Es ist erfreulich, wenn Schiedsrichter nach einem Spiel von einem Verein besonders herzlich betreut werden. Aber eigentlich sollte eine ordentliche Betreuung keine außergewöhnliche Leistung sein.

Wir dürfen nicht einerseits über fehlende Schiedsrichter klagen und andererseits hinnehmen, dass sich Unparteiische auf manchen Sportplätzen nicht einmal willkommen fühlen.

Die Vereine stehen in der Verantwortung. Die Schiedsrichter sollten Missstände ansprechen können. Und die Verbände müssen dafür sorgen, dass Beschwerden ernst genommen und notwendige Verbesserungen angestoßen werden.

Denn wer Schiedsrichter gewinnen und halten will, muss ihnen auch zeigen, dass sie gebraucht und geschätzt werden.

Nicht nur mit Worten. Sondern auf jedem Sportplatz, an jedem Wochenende.

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