Mehr über den Artikel erfahren SV Flörsheim: Schiedsrichterbetreuung mit Herz – sogar an Sonnenmilch wurde gedacht
Liebevoll vorbereitet für Schiedsrichter Christian Kroth: Beim SV Flörsheim gab es am 28. Oktober neben Getränken und kleinen Stärkungen sogar Sonnenmilch.

SV Flörsheim: Schiedsrichterbetreuung mit Herz – sogar an Sonnenmilch wurde gedacht

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Crossen bleibt Spitzenreiter Neukirchen dicht auf den Fersen

Der TSV Crossen hat seine Verfolgerrolle in der Westsachsenliga eindrucksvoll untermauert. Beim deutlichen 4:1-Erfolg gegen Empor Glauchau II im altehrwürdigen Zwickauer Westsachsenstadion sorgten die Gastgeber bereits vor der Pause für…

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Zwei Welten im Amateurfußball: Während manche Schiedsrichter unzumutbare Bedingungen vorfinden, zeigen andere Vereine, wie einfach Wertschätzung sein kann.

Schiedsrichter gesucht – Wertschätzung vergessen?

Alle reden über Schiedsrichtermangel, Nachwuchsgewinnung und Respekt auf dem Fußballplatz. Doch wer kümmert sich eigentlich darum, wie die Unparteiischen Woche für Woche von den Vereinen empfangen werden? Eine Flasche Wasser,…

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Warum #Schiedsrichterbetreuung so wichtig ist: Kleine Geste, große Wirkung: So geht Schiedsrichterbetreuung Es braucht manchmal gar nicht viel, um Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern zu zeigen: Ihr seid bei uns willkommen. Beim…

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Sechs Thüringer Schiedsrichter absolvierten in Berlin den SRA-Stützpunkt der DFB-Nachwuchsligen. Unter der Leitung von Sandy Hoffmann (3. v. l.) standen unter anderem Abseitswahrnehmung, Teamwork und Standardprozesse auf dem Programm. (Foto: Thüringer FV)

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Sechs Thüringer Schiedsrichter haben am Mittwoch, 23. September, am SRA-Stützpunkt der DFB-Nachwuchsligen in Berlin teilgenommen. In der Sportschule Wannsee ging es einen Tag lang intensiv um die Arbeit an der…

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„Viele Schiedsrichter haben sich über die Jahre ein dickes Fell angeeignet“: Marco Zacharias hat selbst schon Anfeindungen auf dem Fußballplatz erlebt. (Foto: Momen Mostafa)

„Es überrascht einen nicht mehr“: Wenn Bedrohungen gegen Schiedsrichter zum Alltag werden

Drei Spielabbrüche gleich zum Saisonstart, Beleidigungen, Handgreiflichkeiten und ein Trainer, der gegenüber einem Schiedsrichter aggressiv wird: Der Jugendfußball in der Region Hannover ist mit mehreren unschönen Vorfällen in die neue Saison gestartet. Marco Zacharias vom NFV spricht in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) über Gewalt, eine hohe Dunkelziffer – und einen Satz, der besonders nachdenklich macht: Wenn ein Schiedsrichter bedroht werde, überrasche ihn das inzwischen nicht mehr.

Drei Spielabbrüche bereits am ersten Spieltag: Der Saisonstart im Jugendfußball der Region Hannover verlief alles andere als ruhig. Spieler und Zuschauer waren an den Vorfällen beteiligt, teilweise auch Eltern. In einem Fall soll zudem ein Trainer gegenüber einem Schiedsrichter aggressiv geworden sein.

Marco Zacharias vom Niedersächsischen Fußballverband Kreis Region Hannover ordnet die Ereignisse im Gespräch mit der HAZ dennoch ein. Bei zehntausenden Spielen pro Saison gebe es im Kreis etwa 100 bis 150 Spielabbrüche. Die große Mehrheit der Begegnungen verlaufe friedlich.

Gleichzeitig warnt Zacharias davor, ausschließlich auf die Zahl der Abbrüche zu schauen.

Spielabbrüche sind nur die Spitze des Eisbergs

Denn längst nicht jede Beleidigung, Bedrohung oder Eskalation führt dazu, dass ein Schiedsrichter ein Spiel beendet.

Viele Unparteiische hätten sich über Jahre ein dickes Fell zugelegt. Beleidigungen werden sanktioniert, Beteiligte gegebenenfalls des Feldes beziehungsweise des Innenraums verwiesen – anschließend wird weitergespielt. Manche Schiedsrichter würden bestimmte Äußerungen inzwischen sogar schlicht ausblenden.

Genau darin liegt allerdings ein Problem: Die offiziellen Zahlen der Spielabbrüche bilden nur einen Teil dessen ab, was Schiedsrichter tatsächlich erleben.

Bei körperlicher Gewalt zieht Zacharias im HAZ-Interview eine eindeutige Grenze: Kommt es zu einem tätlichen Angriff, müsse das Spiel sofort beendet werden. Bei Bedrohungen müsse der Schiedsrichter anhand der konkreten Situation entscheiden, ob eine Fortsetzung für ihn noch möglich ist.

Ein Satz, der hängen bleibt

Zacharias ist selbst Schiedsrichter. Körperlich angegriffen wurde er nach eigener Aussage bislang nicht. Beleidigungen und Anfeindungen kennt aber auch er – während eines Spiels ebenso wie anschließend beim Verlassen einer Sportanlage.

Besonders bemerkenswert ist deshalb eine Aussage gegenüber der HAZ:

„Wenn man hört, ein Kollege wurde bedroht, überrascht einen das nicht mehr.“

Eigentlich müsste genau das alarmieren.

Nicht, weil jeder Fußballplatz ein gefährlicher Ort wäre. Das ist er nicht. Auch Zacharias betont ausdrücklich, dass sich die große Mehrheit der Trainer, Spieler und Zuschauer korrekt verhält.

Problematisch wird es dort, wo Beleidigungen und Bedrohungen so häufig vorkommen, dass sie innerhalb des Schiedsrichterwesens zunehmend als Teil des Alltags wahrgenommen werden.

Normal sind sie deshalb noch lange nicht.

Wenn junge Schiedsrichter verängstigt in der Kabine sitzen

Wie unterschiedlich solche Situationen verarbeitet werden, zeigt eine weitere Aussage Zacharias‘. Er selbst habe vor seinen Spielleitungen keine Angst. Allerdings habe er bereits junge Schiedsrichter nach ihren Spielen verängstigt in der Kabine angetroffen.

Gerade dieser Punkt darf bei der Diskussion um Schiedsrichtermangel nicht vergessen werden.

Verbände und Vereine investieren viel Zeit und Geld in Neulingslehrgänge und Nachwuchsgewinnung. Junge Menschen sollen für die Schiedsrichterei begeistert werden. Doch mindestens genauso wichtig wie die Gewinnung neuer Unparteiischer ist die Frage, unter welchen Bedingungen sie anschließend ihre ersten Spiele leiten müssen.

Wer einen 14-, 15- oder 16-jährigen Schiedsrichter gewinnen möchte, muss ihm auch das Gefühl geben, dass er auf dem Sportplatz nicht allein gelassen wird.

Auch Eltern und Trainer stehen in der Verantwortung

Die Vorfälle in Hannover zeigen außerdem, dass Gewalt und Aggression im Jugendfußball keineswegs ausschließlich von den jungen Spielern selbst ausgehen.

Auch Erwachsene spielen eine Rolle.

Zacharias berichtet gegenüber der HAZ von einem gewachsenen Einfluss der Eltern. Einige Vereine hätten deshalb den Abstand zwischen Spielfeld und Zuschauern vergrößert. Dort, wo dies konsequent umgesetzt werde, seien weniger Vorfälle festzustellen.

Das ist ein vergleichsweise einfacher Ansatz – und gleichzeitig ein wichtiger Hinweis: Gewaltprävention beginnt nicht erst beim Sportgericht nach einem Vorfall.

Sie beginnt bei der Organisation eines Spiels, beim Verhalten der Trainer und Vereinsverantwortlichen und nicht zuletzt beim Auftreten der Erwachsenen am Spielfeldrand.

Ausbildung allein kann Gewalt nicht verhindern

Der NFV setzt nach Angaben von Zacharias seit Jahren auf Prävention. Konfliktmanagement, verbale und nonverbale Kommunikation sowie der Umgang mit schwierigen Situationen gehören zur Ausbildung von Schiedsrichtern. Auch Trainer werden entsprechend geschult.

Eine Garantie gegen Eskalationen kann es trotzdem nicht geben.

Der Fußballverband kann Schiedsrichter darauf vorbereiten, Konflikte zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Die Verantwortung dafür, einen Schiedsrichter nicht zu beleidigen, zu bedrohen oder anzugreifen, liegt aber immer noch bei demjenigen, der vor ihm steht.

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Und trotzdem: „Unbedingt machen!“

Bemerkenswert ist deshalb auch Zacharias‘ Antwort auf die Frage, was er jungen Menschen rät, die darüber nachdenken, Schiedsrichter zu werden.

Seine Antwort gegenüber der HAZ ist eindeutig:

„Unbedingt machen!“

Schiedsrichter lernen früh, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, mit Kritik umzugehen und das eigene Handeln zu reflektieren. Dazu kommen Bewegung, Gemeinschaft und insbesondere für Jugendliche eine interessante Aufwandsentschädigung.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft nach einem solchen Saisonstart.

Wir sollten jungen Menschen nicht davon abraten, Schiedsrichter zu werden. Wir sollten vielmehr dafür sorgen, dass sie dieses Hobby ausüben können, ohne irgendwann Bedrohungen für selbstverständlich halten zu müssen.

[Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), Interview mit Marco Zacharias]

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